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Bauen und Wohnen

Haus bauen vs. Haus kaufen

Ein guter Job, eine Familie und ein Haus. Für viele sind dies nach wie vor die wichtigsten drei Dinge im Leben.

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Ein Zuhause zu haben, in dem man sich wohlfühlt, Kraft für den Alltag tanken kann und welches genug Platz für alle Familienmitglieder bietet, ist äußerst wichtig – vor allem für die deutsche Bevölkerung. Trotz anhaltender Diskussionen über zu teure Mieten und zu wenig Wohnraum sind die meisten in Deutschland lebenden Menschen mit ihrer Wohnsituation zufrieden. Dies geht aus einer dänischen Studie hervor. Ein Grund hierfür könnte sein, dass Deutschland immer noch eine Nation der Hausbauer und Heimwerker ist – jeder Zweite besitzt eine eigene Immobilie. Wer hingegen noch kein Haus sein Eigen nennen kann, der entwickelt den Wunsch nach einer perfekten, selbstgebauten Bleibe oder einem gekauften Traumhaus spätestens nach der Ausbildung oder dem Studium.

Aber was ist eigentlich besser? Wie sieht es mit den Kosten und Risiken aus? Worauf sollten Käufer einer Immobilie achten? Und mit welchen Herausforderungen müssen sich Bauherren in Zeiten von Corona herumschlagen? Der folgende Artikel befasst sich mit den Vor- und Nachteilen von Hauskauf und Haus-Neubau.

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Haus-Neubau: Mit hohen Kosten, aber mehr Gestaltungsfreiraum

Wer sich das eigene Traumhaus bauen möchte, braucht vor allem eines: viel Zeit. Zwischen dem Aufkommen des eigenen Wunsches, der Grundstückssuche, dem Abwägen der Finanzierungsmöglichkeiten, ersten Plänen, Verhandlungen mit Baufirmen und vielen Terminen mit Architekten und Handwerkern können Monate oder sogar Jahre vergehen. Zudem können Gespräche mit den Akteuren der Baustelle mühsam sein und nicht selten tauchen unerwartete Hürden auf.

So eine Hürde kann sich schon ganz zu Beginn beim Erschließen des Grundstücks bemerkbar machen. Dies kostet nämlich mitunter einige tausend Euro, die es einzukalkulieren gilt. Auch der Bauvertrag ist wesentlich komplexer als beispielsweise ein Kaufvertrag und kann die eigenen Nerven ganz schön strapazieren. Hinzu kommt, dass sich die Fertigstellung verzögern kann oder sich die Baukosten bei einer ungenauen Ausführung vervielfachen. In Summe kostet ein Hausbau also mehr als den reinen Hauskauf.

Auf der anderen Seite bietet ein Neubau die Möglichkeit, sich jedes Zimmer und jeden Winkel wirklich so zu gestalten, wie man möchte. Ein leuchtend rotes, skandinavisches Blockhaus, eine freistehende Badewanne oder eine High-Tech-Küche – die Hausbesitzer selbst bestimmen, in welche Richtung es geht. Auch die Garage, die unverzichtbar zum Eigenheim gehört, kann nach den eigenen Wünschen gestaltet werden. Egal, ob Schwing-, Roll- oder Sektionaltor, mit oder ohne elektrischen Antrieb – eine Garage bietet nicht nur Platz für das Fahrzeug, sondern sollte auch sicher und langlebig sein. Die einzigen Grenzen, die Bauherren beim Neubau gesetzt sind, sind die Grundstücksgröße, der Bebauungsplan und natürlich das eigene Budget. Dafür fallen in den ersten Jahren keine nennenswerten Reparaturen oder aufwendige Sanierungsarbeiten an, wie etwa beim Kauf eines alten Objekts. Wen die vielen Möglichkeiten überfordern, der kann sich auch bei Fertighaus-Anbietern umsehen.

Tipp: Wer handwerklich geschickt ist und Geld sparen möchte, kann sich für ein Ausbauhaus entscheiden. Ein solches Fertighaus weist den niedrigsten Fertigstellungsgrad auf – Sie bauen es also selbst fertig.

Hauskauf: Schneller, aber mit mehr Kompromissen zum passenden Eigenheim

Wesentlicher schneller lässt sich der Traum vom trauten Eigenheim erfüllen, wenn man sich ein Haus kauft. Bestandsimmobilien sind bereits fertiggebaut und begehbar – damit ist es für künftige Bewohner leichter, sich das künftige Leben in den dortigen Räumen vorzustellen. Außerdem können die Umgebung und die Nachbarschaft erkundet werden. Wie sich ein Neubaugebiet entwickelt und ob vielleicht die grüne Wiese vor dem Haus in wenigen Jahren bereits verbaut ist, ist hingegen nicht immer absehbar. Außerdem fallen jahrelange Verhandlungen, Baustellentermine und auch viele Entscheidungen rund um die Ausführungen weg. Der Nachteil: Vor allem im urbanen Gebiet muss man sich meist mit einer Wohnung zufriedengeben, da der Wohnraum bereits sehr knapp ist und frei verfügbare Grundstücke immer seltener werden. Auch beim Haus selbst müssen Kompromisse eingegangen werden und nicht immer ist ein Aus- oder Umbau leicht zu bewerkstelligen. Zudem können speziell bei alten Wohnungen und Häusern in den ersten Jahren hohe Renovierungskosten das Budget schmälern.

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Tipp: Für Laien sind so manche Mängel eines Hauses auf den ersten Blick nicht immer sichtbar. Damit es nicht zu unvorhersehbaren Kosten kommt, empfiehlt es sich, die Immobilie vor dem Kauf von einem Bauchsachverständigen prüfen zu lassen.

Hausbau in Zeiten von Corona

Wer sich noch in den nächsten Wochen – während der Corona-Pandemie – für einen Hausbau entscheidet, sollte ein paar wichtige Dinge berücksichtigen: Zu Beginn stellt sich die Frage, ob es derzeit überhaupt Sinn macht, ein Haus zu bauen. Dies hängt vom jeweiligen Projekt und Ihrer eigenen beruflichen wie finanziellen Situation ab. Fakt ist jedoch, dass Bauherren momentan von günstigen Zinsen profitieren, denn die Verunsicherung durch das Virus hat diese in den Keller rasseln lassen. Ein Baustart ist demnach durchaus lukrativ. Außerdem kann die durch Kurzarbeit oder wegfallende Fahrtstrecken gewonnene Zeit zu Hause sinnvoll zum Planen genutzt werden. Auf der anderen Seite kann es sein, dass Beratungstermine aufgrund der derzeitigen Situation nicht stattfinden können oder es zu Lieferschwierigkeiten speziell bei Produkten aus dem Ausland kommt. Verzögerungen sind aufgrund der reduzierten Personenanzahl auf der Baustelle denkbar und sogar bereits bestätigte Termine zur Fertigstellung könnten dadurch ins Wasser fallen. Wer noch nach Inspiration sucht, sollte sich außerdem darüber im Klaren sein, dass Musterhausparks momentan nicht besichtigt werden können. Manche Firmen bieten jedoch Online-Rundgänge an. Auf den Baustellen selbst darf nach wie vor weiter gebaut werden und Sie sind auch dazu befugt, den Baufortschritt zu begutachten – natürlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Chr. Böhmer.

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