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Bauen und Wohnen

Preise für Immobilien in Sachsen steigen weiter

Für eine Studie der Landesbausparkassen für den Freistaat wurden 49 Städte erfasst. Ganz vorn liegt eine Gemeinde bei Leipzig.

© pixabay.com/Tumisu (Symbolfoto)

Der Immobilienmarkt ist auch in Sachsen von steigenden Preisen geprägt. Das ist das Ergebnis der Studie "Markt für Wohnimmobilien 2021" der Landesbausparkassen. Für das Bundesland Sachsen wurden 49 Städte erfasst.

Die höchsten Preise für gebrauchte Eigenheime in Sachsen werden in Markkleeberg bei Leipzig verlangt. Wer hier ein freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus erwerben möchte, muss im Durchschnitt 550.000 Euro aufbringen. Teuer wird es für Hauskäufer auch in Freital und der Landeshauptstadt Dresden. In Freital liegen die Standardpreise bei 400.000 Euro, in Dresden bei 390.000 Euro.

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"Unser aktueller Kaufpreisspiegel bestätigt den Aufwärtstrend bei den Preisen in den meisten sächsischen Städten. Spitzenreiter ist Markkleeberg mit einer über 30prozentigen Steigerung in fünf Jahren. Aber auch in Leipzig werden 180.000 Euro, in Chemnitz 150.000 und in Dresden bis zu 100.000 mehr für gebrauchte Eigenheime verlangt als noch vor fünf Jahren", erklärt Winfried Ebert, Mitglied des Vorstandes der LBS Ost.

Wegen der günstigen Zinsen sei die Nachfrage nach Eigenheimen besonders hoch und weit größer als das Angebot in den einzelnen Städten. Das wirke sich auch auf die Preise in den "Speckgürteln" der Städte aus, beschreibt der LBS-Chef. So kann Bannewitz bei Dresden als Gemeinde mit einem durchschnittlichen Angebotspreis von 400.000 Euro aufwarten. Das sind 180.00 Euro mehr als im Vergleichszeitraum.

Auf den nachfolgenden Plätzen der aktuellen sächsischen Preisskala liegen die Städte Freital mit durchschnittlichen Eigenheimpreisen von 400.000 Euro sowie Leipzig mit 330.000 Euro. In Zwickau zahlen Käufer 320.000 Euro (+ 150.000 Euro), in Döbeln 310.000 Euro (+ 150.000 Euro), in Chemnitz 280.000 Euro und in Freiberg 250.000 Euro (+ 20.000). In dieser Preisspanne liegen zum Beispiel die Städte Glauchau 250.000 Euro (+ 80.000), Pirna 250.000 Euro (+ 65.000), Delitzsch sowie Werdau mit jeweils 250.000 Euro.

In Meißen, Plauen, Borna, Eilenburg, Hohenstein-Ernstthal und Mittweida sind gebrauchte Eigenheime zwischen 210.000 Euro und 190.000 Euro machbar, in Görlitz für 180.000 Euro. Die günstigsten Immobilien finden sich in Riesa mit 130.000 Euro, in Torgau mit 120.000 Euro sowie in Zittau für 100.000 Euro.

Der Markt für Wohnimmobilien 2021

Die Immobiliengesellschaften von LBS und Sparkassen erwarten für 2021 einen kräftigen Anstieg der Wohnimmobilienpreise in Deutschland. Im Durchschnitt sehen die befragten Vermittler Preissteigerungen zwischen gut 4 Prozent für neue Reihenhäuser und knapp 7 Prozent für Bauland. Gebrauchte Einfamilienhäuser könnten sich demnach um rund 5 Prozent verteuern. Die Spanne der Preiserwartungen ist teilweise groß und erreicht regional mehr als 10 Prozent.

Seit der letztjährigen Frühjahrsumfrage, also vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, wurden nahezu sämtliche Preisprognosen durch die Experten noch einmal angehoben. Die Einschätzung basiert auf der Erwartung, dass sich das Angebot in allen Marktsegmenten weiter verknappt, während die Nachfrage abermals zunimmt.

Diese Entwicklung zeigt vor allem, wie wichtig den Menschen ein gesichertes Zuhause, besonders in Krisenzeiten, ist. Das Kaufinteresse an Bauland sowie älteren freistehenden Einfamilienhäusern dürfte besonders groß ausfallen, aber auch gebrauchte Reihenhäuser könnten wieder höher im Kurs stehen. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen dagegen wächst voraussichtlich nicht mehr ganz so dynamisch wie in den zurückliegenden Jahren. Den größten im Engpass im Angebot sehen die Immobilienvermittler weiterhin beim Bauland.

Immobilien im Zeichen von Corona

Etwas genauer als im vergangenen Jahr lässt sich inzwischen abschätzen, wie die Pandemie auf den Markt für Wohnimmobilien wirkt. Nach Einschätzung der Immobilienfachleute wird die Pandemie keine besonders tiefen Spuren auf dem Markt hinterlassen. Insgesamt wird die Nachfrage abermals zunehmen. Das Angebot wird nicht wesentlich durch Notverkäufe oder gar Zwangsversteigerungen vergrößert, sagen 62 Prozent der Befragten. Folglich rechnet die große Mehrheit (87 Prozent) auch nicht damit, dass die Kaufpreise in den Städten pandemiebedingt sinken werden.

Eher wird sich an den bevorzugten Wohnorten etwas ändern. Fast 44 Prozent der Marktkenner gehen davon aus, dass künftig mehr Menschen in den Vororten einer Stadt nach Wohneigentum suchen werden. Auch der ländliche Raum im erweiterten Einzugsgebiet der Städte könnte aus Sicht von 38 Prozent der Befragten demnächst stärker gefragt sein. Abgeschiedenere ländliche Regionen werden allerdings kaum vom Wunsch nach mehr Platz und einer grüneren Umgebung profitieren.

Bei der Immobiliensuche sind laut aktueller Befragung drei Merkmale besonders wichtig geworden: Auf Platz eins liegt der schnelle Internetanschluss. Auf Platz zwei folgt der eigene Garten, ein Balkon oder eine Terrasse. Ebenfalls deutlich höher im Kurs liegt die Zahl der Zimmer. Dahinter steckt bei den meisten Kaufinteressenten der Wunsch nach einem abgetrennten Arbeitsplatz. Nicht stärker in den Fokus gerückt ist dagegen die Verkehrsanbindung. Sie war einerseits schon immer wichtig, andererseits lässt sich heute inzwischen vieles online erledigen.

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Die Daten stammen aus dem neuesten Preisspiegel der Landesbausparkassen. Er gibt ein umfassendes Bild auf die wichtigsten Zahlen zum Wohnungsmarkt. Grundlage hierfür und die Einschätzungen zur weiteren Marktentwicklung ist eine jährliche Umfrage bei den LBS-Immobiliengesellschaften (LBSI).

Die aktuellen Kaufpreise für neue und gebrauchte Wohnimmobilien in über 1.000 Städten sind auch online unter www.lbs-mfw.de einsehbar. (ots)

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