merken
PLUS Leben und Stil

So steigt der Wert der Immobilie

Heizung, Sanitär, Elektrik: Wer vor dem Verkauf Mängel beseitigt, erzielt mehr Geld. Sieben Tipps für Modernisierer.

Neue Fliesen an der Wand können den Verkaufswert einer Immobilie steigern. Fragt sich nur, ob man auch den Geschmack der Interessenten trifft.
Neue Fliesen an der Wand können den Verkaufswert einer Immobilie steigern. Fragt sich nur, ob man auch den Geschmack der Interessenten trifft. © dpa

Wie die Zeit vergeht: Die Kinder sind erwachsen und ausgezogen. Das Familienheim wirkt leer und ist für die älter werdenden Eltern auf kurz oder lang zu groß. Viele überlegen daher, in eine kleinere Wohnung umzuziehen und ihr Haus zu verkaufen. Damit Betroffene einen guten Preis erzielen, wollen sie häufig vorher den Wert der Immobilie steigern, indem sie das seit Jahrzehnten bewohnte Haus modernisieren. Nur welche Modernisierungen sind überhaupt wertsteigernd? Der Berliner Immobilienmakler Dirk Wohltorf empfiehlt, sich hauptsächlich von eigenen Vorlieben leiten zu lassen: „Nur das machen, was man selbst als Steigerung der Wohn- und Lebensqualität empfindet.“

Tipp 1 – Offensichtliche Schwachstellen

Sollte das Haus bautechnische Schwachstellen haben, lohnt es sich, sie zu beseitigen. „Keiner will feuchte Keller“, sagt Wohltorf, Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Gleiches gilt für die Haustechnik, „also die Bereiche Heizung, Sanitär, Lüftung und Elektrik. Das sollte möglichst auf dem neuesten Stand sein“, sagt Ulrich Severitt, Bauberater beim Verband Wohnen im Eigentum (WiE) in Bonn. Eine modernere Heizungsanlage kann nicht nur den Wert der Immobilie steigern, sondern bringt beim Verbrauch teils enorme Einsparungen mit sich.

Anzeige
Erster Sächsischer ElbWeingummi
Erster Sächsischer ElbWeingummi

Fruchtiges ElbWeingummi aus erntefrischem Saft und sächsischen Weinen – Die perfekte süße Versuchung überraschend anders!

Tipp 2 – Wasserleitungen und Bad

In Häusern, die bis zum Jahr 1973 gebaut wurden, sind vielfach noch Bleileitungen verbaut. Oft müssen sie erneuert werden, da bei Trinkwasser bestimmte Grenzwerte einzuhalten sind. Auch ein neues Badezimmer kann sich lohnen. „Dabei kommt es aber nicht auf goldene Wasserhähne an“, stellt Severitt klar. Aus seiner Sicht sollte ein Bad modern, aber in einem möglichst neutralen Design gehalten sein. Auffällige oder grelle Farben dürften auf die meisten Interessenten eher abschreckend wirken.

Tipp 3 – Neue Küche

Schon Reinhard Mey hat sie als „Herz des ganzen Hauses“ besungen. Immobilienprofi Dirk Wohltorf hält eine Neugestaltung für sinnvoll „wenn sie einem gefällt und wenn sie den Alltag schöner macht“. Ob man mit dem Umbau aber auch eines Tages den Geschmack eines Käufers trifft und damit den gewünschten Effekt einer Wertsteigerung erzielt, sei offen, so Wohltorf.

Tipp 4 – Dämmung

Hier steckt enormes Potenzial. „Gerade bei älteren Gebäuden kann der Wärmeverlust durch eine unzureichende Dämmung oder Isolierung von Dach und Fassade teils beachtlich sein“, sagt Ulrich Severitt. Eigentümer sollten sich hier beraten lassen. Anlaufstelle können Energieeffizienzexperten der Verbraucherzentralen oder anderer Institutionen sein. Mitunter ist es auch von Vorteil, neue Fenster und eine neue Haustür einzubauen und so einem Energieverlust entgegenzuwirken. „In manchen Fällen kann eine vorhandene Tür überarbeitet werden“, gibt Severitt zu bedenken.

Tipp 5 – Terrasse fliesen

Funktioniert die Beschichtung, ist sie etwa wasserdicht und frostsicher? „Wenn sie defekt ist, kann es sich lohnen, bei der Terrasse zu investieren“, so Severitt. Ist dagegen alles in Ordnung, macht aus Sicht von Wohltorf eine neue Gestaltung der Terrasse nur Sinn, wenn die derzeitigen Eigentümer selbst daran Gefallen haben. Auch hier gilt: „Man kennt nicht den Geschmack eines potenziellen Käufers“, sagt Wohltorf.

Tipp 6 – Gartenpflege

Um bei einem möglichen Verkauf einen guten Preis zu erzielen, kommt es darauf an, dass das komplette Objekt einen gepflegten Eindruck macht. „Mit einem gepflegten Garten zum Beispiel kann man unglaublich punkten“, sagt Wohltorf. Andere Verschönerungsarbeiten müssen nicht mal ins Geld gehen. Mitunter reicht schon ein aufgefrischter Putz an der Fassade oder ein neuer Anstrich in manchen Räumen. Keinesfalls sollte man einen feuchten Keller einfach überstreichen, um den Schaden abzudecken. „Dafür kann ein Hausverkäufer in Haftung genommen werden“, warnt Wohltorf. Feuchte Keller sollte man besser immer einmal ausschachten und isolieren.

Tipp 7 – Bodenrichtwert

Unabhängig von der Beschaffenheit eines Wohnobjektes gilt, dass der Wert einer Immobilie vom sogenannten Bodenrichtwert, der vorhandenen Nachfrage und vor allem von der Lage abhängt. In Ballungsräumen oder begehrten Wohngegenden ist der Wert von Immobilien höher als auf dem flachen Land. Gutachter und Makler können dabei helfen, den Wert einer Immobilie zu ermitteln.

Wer allerdings glaubt, die durch eine aufwendige Sanierung entstehenden Kosten eins zu eins auf den von Fachleuten ermittelten Wert einer Immobilie aufaddieren zu können, der täuscht sich. „Eine solche Rechnung geht in aller Regel nicht auf“, sagt Wohltorf. (dpa)

Mehr zum Thema Leben und Stil