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Weniger Geld für Straßen: Was fällt im Kreis Bautzen weg?

Der Freistaat hat die Fördergelder für den Straßenbau gekürzt. Welche Vorhaben trotzdem kommen - und wo das nicht sicher ist.

In Kleinbautzen lässt der Landkreis die Ortsdurchfahrt erneuern. Für eine glatte neue Fahrbahn sorgt auch Tiefbaufacharbeiter Felix Socke von der Firma Steinle-Bau.
In Kleinbautzen lässt der Landkreis die Ortsdurchfahrt erneuern. Für eine glatte neue Fahrbahn sorgt auch Tiefbaufacharbeiter Felix Socke von der Firma Steinle-Bau. © Steffen Unger

Bautzen. Auf den ersten Blick ist es wie immer in der warmen Jahreszeit: Auf den Straßen wird gebaut, was das Zeug hält. Aber das bleibt nicht so. Denn Ende Mai hat der Landtag den Fonds für die Förderung von Straßenbaumaßnahmen gekürzt. Der Doppelhaushalt 2021/22 sieht jetzt 146 Millionen Euro vor - nach gut 199 Millionen Euro in den beiden Jahren zuvor.

Mit den Fördergeldern übernimmt der Freistaat bis zu 90 Prozent der Kosten, wenn Landkreise und Kommunen ihr Straßennetz auf Vordermann bringen. Nun ist nicht davon auszugehen, dass von heute auf morgen Bauarbeiter die Schaufel niederlegen müssen. Rosalie Stephan vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) sagt, dass auch weiterhin "in erster Linie Verpflichtungen laufender Baumaßnahmen bedient werden".

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Doch für neue Vorhaben könnte es eng werden. Noch wütet der Rotstift nicht in den Projektlisten. Aber der Landkreis Bautzen wartet dringend auf Fördermittel für mehrere Straßenbaumaßnahmen, die in den nächsten Wochen beginnen sollen.

Sächsische.de gibt einen Überblick, wo derzeit gebaut wird - und wo nicht.

Auf diesen Bundesstraßen wird derzeit gebaut

Im Mai begann der Ausbau der B 96 zwischen Caminau und dem Kaolinwerk. Bis zum Winter sollen die 800 Meter wieder befahrbar und dafür etwa 760.000 Euro verbaut sein. Im Juli und August soll die B 96 auch zwischen dem Abzweig Zescha und Königswartha einen neuen Belag bekommen - Kosten: rund 130.000 Euro.

In Laußnitz werden seit 2020 rund 670 Meter der B 97 runderneuert. Außerdem kommen neue Schmutz- und Regenwasserleistungen unter die Straße. Die Gemeinde Laußnitz, der regionale Abwasserzweckverband und der Energieversorger Ewag steuern insgesamt rund 1,2 Millionen Euro zu den Baukosten bei. 1,3 Millionen Euro übernimmt der Bund. Im Juli will er zudem den Belag zwischen Bernsdorf und dem Abzweig Zeißholz erneuern.

Voll gesperrt ist seit Mai die B 98 durch Wehrsdorf. Bis September werden für rund 825.000 Euro etwa 2,5 Kilometer Fahrbahn erneuert. Noch im Juni soll der Bau einer neuen Stützmauer in Steinigtwolmsdorf beginnen. Noch Restarbeiten laufen am neuen Kreisverkehr der B 98 in Rammenau. Im August bekommt die B 98 bei Glauschnitz (Gemeinde Laußnitz) eine neue Fahrbahndecke.

Hier baut das Land: Straßen, Brücken, Kreisverkehr

Ein Pilotprojekt verfolgt der Freistaat bei Wurschen. Dort erhält das Kuppritzer Wasser eine neue Überführung – und zwar unter Verwendung eines Betons mit nichtrostender Bewehrung. Ein paar hundert Meter der Straße werden bis Ende Oktober gleich mit erneuert.

Seit Juli 2020 läuft in Pulsnitz der rund 600.000 Euro teure Ersatzbau einer Brücke. Laut Lasuv gehen die Arbeiten dem Ende entgegen. In den Sommerferien will der Freistaat 200 Meter der Bischofswerdaer Straße durch Pulsnitz erneuern lassen. Dafür sind 60.000 Euro veranschlagt.

In Salzenforst löst bald ein Kreisverkehr eine Kreuzung ab. Die Arbeiten sollen bis Oktober dauern. 400.000 Euro bezahlt der Freistaat. Jeweils 100.000 Euro steuern der Landkreis und die Stadt Bautzen bei. Zwischen Salzenforst und dem Abzweig Schmochtitz soll die Staatsstraße bis August für rund 90.000 Euro einen neuen Belag bekommen.

Eine neue Brücke wird bis September über die Lomschanke in Milkel gebaut. Sachsen bezahlt dafür rund 320.000 Euro.

Hier baut der Kreis: Straßen, Brücken, Stützmauern

In zwei Ortsteilen von Großharthau beißen die Bagger zu: Seit 2018 wird an der Ortsdurchfahrt von Seeligstadt gebaut - Kosten: rund 8,7 Millionen Euro. Im November soll alles fertig sein. In Bühlau beginnt im Juli der Bau einer Stützmauer für 465.000 Euro.

Im Pulsnitzer Ortsteil Großnaundorf werden bis zum Herbst neben einer Brücke auch drei Stützmauern entlang einer Kreisstraße erneuert. Der Kreis lässt sich das fast 3,4 Millionen Euro kosten.

Seit 2020 wird für 2,8 Millionen Euro die Ortsdurchfahrt von Kleinbautzen erneuert. Die Arbeiten sollen im Juli 2022 enden.

Eine rund 1,9 Millionen Euro teure neue Durchfahrt erhält bis Dezember Koblenz zwischen Knappen- und Silbersee.

Noch bis Juli dauert der Ausbau der Ortsdurchfahrt von Häslich in der Gemeinde Haselbachtal. Fahrzeuge rollen dann hier auf einer rund 880.000 Euro teuren Straße.

Dem Ende entgegen geht die Erneuerung der Ortsdurchfahrt von Tätzschwitz. Die etwa 800.000 Euro teuren Arbeiten begannen im September 2020.

Eine neue Brücke entsteht für 410.000 Euro über das Hänelwasser in Prietitz, einem Ortsteil von Elstra.

Die Sommerferien will der Landkreis nutzen, um die Fahrbahn zwischen Burkau und dem Abzweig Säuritz zu erneuern. Die Kosten sollen sich auf etwa 150.000 Euro belaufen.

In Bornitz, einem Ortsteil von Radibor, wird für 60.000 Euro die Ortsdurchfahrt erneuert.

Dafür wartet der Landkreis noch auf Fördergelder

In Soritz, einem Ortsteil von Kubschütz, will der Landkreis ab September für rund 550.000 Euro eine Brücke erneuern. Allerdings wartet das Landratsamt noch auf die beantragten Fördermittel.

Das gilt auch für den Neubau einer Brücke im Kamenzer Ortsteil Wiesa, geplant ab August. Die Arbeiten sollen ein Jahr dauern und etwa 1,5 Millionen Euro kosten.

Ebenso wartet der Kreis auf Fördermittel für die Ortsdurchfahrt von Maukendorf, den Neubau eines Radweges zwischen Maukendorf und Wittichenau sowie den Straßenbau zwischen Tätzschwitz und Geierswalde.

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Zwei weitere Projekte musste der Landkreis schon verschieben: den Neubau einer Stützmauer in Lichtenberg bei Pulsnitz sowie die Ortsdurchfahrt im Königsbrücker Ortsteil Gräfenhain. Die Fördermittel wurden bereits 2018 beantragt, sagt Kreissprecherin Cynthia Thor. „Wir gehen aber davon aus, dass diese nicht dem Rotstift zum Opfer gefallen sind, sondern vom Freistaat Sachsen bis 2022 noch gefördert werden.“

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