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Bauen und Wohnen

Studie: Corona macht Wohnen wichtiger

Deutschland hat in den letzten Monaten verstärkt renoviert und umgebaut. Das Zuhause ist und bleibt uns extrem wichtig, und wir lassen es uns etwas kosten.

© pixabay.com/Anrita1705 (Symbolfoto)

Die Corona-Beschränkungen haben die Menschen häuslicher werden lassen. Für die Mehrheit der Deutschen ist das eigene Zuhause nach eigenen Angaben seit der Pandemie wichtiger geworden. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie "Wohnen nach Corona" der PSD Bank Nord, für die 1.000 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland befragt wurden.

Das Zuhause gehört für 73 Prozent der Deutschen zu den wichtigsten Dingen im Leben - und liegt damit noch vor einer glücklichen Partnerschaft (64 Prozent) und Zeit mit der Familie (62 Prozent). Selbst bei den 18- bis 24-Jährigen steht das Zuhause mit 69 Prozent Wichtigkeit an erster Stelle. Die persönliche Wohnsituation hat durch die Pandemie an Relevanz gewonnen. 55 Prozent der Deutschen geben konkret an, dass ihnen die "vier Wände" in der Corona-Zeit spürbar deutlich geworden sind.

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Ausgabebereitschaft ist gestiegen

Bundesweit haben drei Viertel der Bevölkerung die Lockdown-Monate für wohnliche Umgestaltungen bereits genutzt beziehungsweise kurzfristige Umgestaltungen geplant. 40 Prozent haben Maßnahmen vorgezogen, die sie eigentlich erst für einen späteren Zeitpunkt eingeplant hatten. Ähnlich viele haben geplante wohnliche Veränderungen ausgeweitet.

Ein Drittel der Befragten gibt an, dass ihre Ausgabebereitschaft für wohnliche Veränderungen seit der Pandemie grundsätzlich gestiegen ist.

Smart-Home-Technik noch vor Arbeitszimmer

Am häufigsten betreffen die Umgestaltungen die klassischen Bereiche Wandgestaltung, Gartengestaltung, Fußbodenbeläge und Einrichtungsgegenstände. Immerhin elf Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten in Smart-Home-Technik investiert. Weitere 17 Prozent planen dies in den kommenden Monaten.

Die Ergebnisse sind für Eigentümer wie Mieter vergleichbar. In jedem vierten bundesdeutschen Haushalt standen oder stehen Investitionen in ein Arbeitszimmer beziehungsweise Arbeitsbereich auf der To-Do-Liste. "Gerade in Zeiten des anhaltenden Homeoffice-Trends wird eine intelligente Steuerung der Immobilie immer gefragter, so dass sich die Aufrüstung um Smart-Home-Technologie - sozusagen zum ,Smart-Home-Office' - zunehmender Beliebtheit erfreut", sagt André Thaller, Vorstandsvorsitzende der PSD Bank Nord.

Für anstehende und geplante Umbau- und Umgestaltungsmaßnahmen will der Studie zufolge ein Sechstel der Befragten einen Kredit aufnehmen. 30 Prozent zahlen diese mit Ersparnissen, die eigentlich für Urlaube und andere pandemiebedingt ausgefallene Aktivitäten gedacht waren. Der Rest finanziert die Maßnahmen mit laufendem Einkommen oder extra für Renovierungen und ähnliches vorgesehene Rücklagen.

Zu hohe Wohnkosten vermeiden

Insgesamt sind die Deutschen im Durchschnitt bereit, 37 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für Wohnkosten auszugeben. Dazu gehören die Miete beziehungsweise Finanzierungsrate sowie alle Nebenkosten inklusive Instandhaltungskosten.

"Es ist absolut verständlich, dass den Menschen ihr Zuhause wichtiger geworden ist und sie dieses so großzügig und schön wie möglich gestalten möchten. Ein Anteil der Wohnkosten am verfügbaren Haushaltsnettoeinkommen von 30 Prozent beziehungsweise bei Eigentümern 33 Prozent ist üblich und lässt im Allgemeinen ausreichend Spielraum für Vermögensbildung und Unvorhergesehenes", so André Thaller.

Mit steigendem Anteil der Wohnkosten wird es aber umso wichtiger, bei Finanzierungen auf gut stemmbare Monatsraten, eine langfristige Sicherung der Zinsen und Möglichkeiten zur Ratenanpassung zu achten, um Gehaltsschwankungen, Veränderungen der Lebensumstände und unerwartete Ausgaben abfedern zu können. (ots)

Über die Studie: Für die bevölkerungsrepräsentative Studie "Wohnen nach Corona" wurden im Auftrag der PSD Bank Nord 1.000 Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren bundesweit befragt. Die Umfrage wurde im April 2021 online durchgeführt.

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