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Wo in Pirna neuer Wohnraum entsteht

Laut einer Prognose soll die Einwohnerzahl bis 2035 stetig ansteigen. Das liegt vor allem an der regen Bautätigkeit. Hunderte Wohnungen sollen hinzukommen.

Neues Wohnprojekt Sandsteingärten: rund 100 Wohnungen, verteilt auf mehrere Häuser.
Neues Wohnprojekt Sandsteingärten: rund 100 Wohnungen, verteilt auf mehrere Häuser. © Visualisierung: www.seidelstudio

Die einwohnerstärksten Zeiten sind in Pirna seit 45 Jahren vorbei. Die bisherige Rekordmarke verbuchte die Stadt 1975. Damals lebten 49.469 Menschen in Pirna, so viele, wie nie zuvor - und auch danach nicht mehr.

Seitdem ging es stetig bergab, Jahr für Jahr verlor die Stadt Einwohner. Doch 2011 kam die Trendwende: seither steigt die Bevölkerungszahl wieder an, aktuell sind es rund 39.500 Einwohner.

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Geht es so weiter, kann Pirna sogar in nicht allzu ferner Zeit das Ziel aus dem Projekt "40.000 plus" erreichen. Laut der Bevölkerungsprognose aus dem Jahr 2019 könnte die Bevölkerung bis 2035 auf über 40.000 Einwohner anwachsen.

Das liegt zum einen an den seit Jahren steigenden Geburtenzahlen, vielmehr aber noch an dem regelrechten Bauboom in der Stadt, mit dem starker Zuzug einhergeht. In den kommenden Jahren soll weiterer Wohnraum hinzukommen, und damit auch mehr Menschen. Sächsische.de erklärt, wie Zuwachs und Bautätigkeit zusammenhängen.

Was besagt die Bevölkerungsprognose für Pirna?

Laut der Bevölkerungsprognose steigen zwar die Geburtenzahlen, sie liegen aber noch immer hinter der Zahl der Sterbefälle. 2018 beispielsweise wurden 333 Pirnaer Kinder geboren, dagegen stehen 604 Sterbefälle. Aufgrund dieser natürlichen Entwicklung verliert die Stadt statistisch gesehen rund 300 Menschen jährlich.

Zuwachs generiert die Stadt vor allem aus Zuzug. 2018 verließen 1.521 Menschen Pirna, 1.895 zogen nach Pirna. Auf diese Weise gewinnt Pirna statistisch gesehen jährlich zwischen 300 und 400 Einwohner dazu.

Dieser Wanderungsgewinn resultiert vor allem daraus, dass Menschen aus Dresden und aus dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge vermehrt ihren Lebensmittelpunkt nach Pirna verlagern - sei es wegen der gut ausgebauten Infrastruktur oder der in Pirna noch immer erschwinglichen Mieten und Kaufpreise für Wohneigentum - speziell im Vergleich zu Dresden.

Nach Aussage der Stadt korrespondiert die wachsende Einwohnerzahl mit der Zahl der zusätzlich fertiggestellten Wohnungen. Wie sich dieser Zuwachs verteilt, zeigt ein Beispiel an Eigenheimen: von 2012 bis 2018 wurden in Pirna 316 Ein- und Zweifamilienhäuser fertig, in diese Häuser zogen 1.012 Menschen. 52 Prozent von ihnen stammen aus Pirna, 33 Prozent aus Dresden, neun Prozent aus dem Landkreis, sechs Prozent aus anderen Regionen.

Funktioniert dieses Zusammenspiel weiterhin, setzt sich der Aufwärtstrend laut der Prognose "40.000 plus" weiter fort. Dieses Szenario basiert einerseits auf dem Wanderungsverhalten sowie der Geburten- und Sterberaten analog der Jahre 2015 bis 2018.

Zusätzlich berücksichtigt das Szenario die künftige Bauland- und Wohnungsentwicklung. Demnach sollen in den nächsten Jahren Hunderte von Eigenheim-Bauplätzen sowie Wohnungen in sanierten oder neu gebauten Häusern hinzukommen. Bleibt die Nachfrage nach den Quartieren aus Dresden und dem Umland so hoch wie bisher, könnten 2035 dann 41.245 Menschen in Pirna leben.

Welche Wohnungen sind in Pirna bereits fertig?

Im Bereich Eigenheime sind in den letzten Jahren viele Baugrundstücke hinzugekommen. Auf der Vogelwiese in Copitz entstand ein neues Wohngebiet mit vielen Einfamilienhäusern. Zudem entwickelte die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna (SEP) das Wohngebiet "Mädelgraben" mit rund 30 Bauplätzen, ein Großteil davon ist bereits bebaut. Einzelne Baugrundstücke kamen in Graupa und in Mockethal dazu.

Zudem entstanden von 2015 bis 2018 in Pirna 390 sanierte oder neu gebaute Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Das zählen unter anderem zwei Mehrfamilienhäuser an der Lindenstraße in Copitz, die ein privater Investor errichten ließ, ebenso wie zwei Mehrfamilienhäuser an der Otto-Walther-Straße. Auch an der Mühlenstraße entstanden Mehrfamilienhäuser.

Die Fira-Gruppe sanierte das frühere Strömungsmaschinen-Konstruktionsgebäude auf dem Sonnenstein, es beherbergt rund 70 Wohnungen. Auch Gebäude der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein wurden zu Wohnungen umgebaut. Das alte Strömungsmaschinen-Speisehaus dient heute ebenfalls als Wohnhaus. Weitere Wohnungen entstanden in der Häuserzeile Breite Straße 4 bis 8, die die SEP sanieren ließ. Neue Wohnungen gibt es darüber hinaus im ehemaligen Kreisjugendamt am Thälmannplatz.

Des Weiteren kamen in jüngster Zeit neue Wohnungen hinzu in der ehemaligen Fensterfabrik Hengst an der Maxim-Gorki-Straße, 42 Stück; die Sanierung wurde Anfang 2020 beendet. Auch im Scheunenhofcenter in der Pirnaer Innenstadt gibt es jetzt 65 Wohnungen.

Wo sind neue Wohnungen und Häuser in Pirna geplant?

In den kommenden Jahren wird es noch mehr Platz für Eigenheime geben. Im Ortsteil Cunnersdorf plant ein privater Investor ein Wohngebiet mit 27 Bauplätzen, auch im neuen Baugebiet an der Hohen Straße sind Eigenheime geplant. Darüber hinaus gibt es Baugrundstücke an der Reutlinger Straße auf dem Sonnenstein, in Graupa sowie im Bereich Mockethal/Zatzschke. Zudem lässt Pirna das Gebiet Jessen per Bebauungsplan neu ordnen, auch hier soll es künftig zusätzlichen Platz für Eigenheime geben.

Auch im Wohnungssektor ist viel geplant: So lässt die Firma "VKSH Invest" auf dem früheren Gelände der Sandsteinwerke an der Siegfried-Rädel-Straße in der Pirnaer Innenstadt den Wohnpark "Sandsteingärten" errichten, rund 100 Wohnungen, verteilt auf mehrere Häuser. Im Sommer 2020 war Baustart.

Die Firma "SMG Immobilien" plant auf dem Areal der früheren Marmeladenfabrik an der B172 einen neuen Wohnpark mit acht Einzelhäusern und insgesamt 80 Wohnungen, der Baustart ist für Mitte 2021 vorgesehen.

In einer der ehemaligen Roten Kasernen, Rottwerndorfer Straße 48, entstehen 48 Wohnungen, ebenso 60 Wohnungen am alten Landratsamt an der Zehistaer Straße. Im Baugebiet "Mädelgraben" sind ebenfalls Mehrfamilienhäuser geplant. Im sogenannten "Palazzo di Finanzia" am Tischerplatz entstehen 18 Wohnungen, das Bauvorhaben soll noch in diesem Jahr beendet werden.

Ebenso plant ein privater Investor zwei Mehrfamilienhäuser im Baugebiet an der Hohen Straße hinterm Hanno. Und noch ein Großprojekt wartet darauf, realisiert zu werden: auf dem Gelände der ehemaligen Fleischfabrik an der Max-Schwarze-Straße ist ein großes Wohngebiet geplant mit 115 Wohnungen, verteilt auf mehrere Häuser.

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