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Turow-Umfrage: Schnelle Einigung zu Grube gewünscht

Der Turow-Betreiber veröffentlicht Ergebnisse einer Umfrage in Deutschland, Polen und Tschechien. Doch es bleiben wichtige Fragen offen.

Der Streit um die Grube Turow entzweit die Anwohner im Dreiländereck.
Der Streit um die Grube Turow entzweit die Anwohner im Dreiländereck. © Rafael Sampedro (Archiv)

Der Energiekonzern und Betreiber der Kohlegrube in Turow, PGE, hat eine Umfrage im Dreiländereck veröffentlicht. Demnach wünscht sich die Mehrheit der 1.000 Befragten - vor allem in Tschechien - dass der Konflikt zwischen den Ländern um den Kohleabbau schnell gelöst wird, und zwar durch einen zwischenstaatlichen Kompromiss zwischen Polen und Tschechien. Aktuell befasst sich mit der Rechtmäßigkeit des Kohleabbaus der Europäische Gerichtshof (EuGH). Tschechien klagt in dieser Sache.

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Die mit 92 Prozent große Mehrheit der Befragten in der Region Bogatynia geht dabei nicht davon aus, dass die Grube noch in diesem Jahr geschlossen wird. Derzeit gilt eigentlich ein Beschluss des Gerichtes, bis zum Ende des EuGH-Verfahrens die Bagger still stehen zu lassen und keine Kohle abzubauen. Da sich Polen an dieses zeitweilige Abbauverbot nicht hält, drohen hohe Strafzahlungen.

Generell ist sich eine große Mehrheit (96 Prozent) der befragten Polen bewusst, dass das Ende des Kohleabbaus nahe ist. Die meisten rechnen jedoch mit einem Zeitraum zwischen zehn und 20 Jahren, den es brauche, um neue Strukturen nach der Kohle zu entwickeln.

Wie seriös diese Umfrage ist und wie genau das Institut gearbeitet hat, bleibt allerdings fraglich: Auftraggeber ist nach Angaben des Onlineportals Zgorzelec.info das Unternehmen PGE selbst. Durchgeführt worden sei die Befragung von einem Umfrageinstitut namens iAnswer.pl, dessen Homepage zwar professionell gemacht aussieht, allerdings nur mit Blindtext - also ohne tatsächliche Inhalte - bestückt ist. Die Umfrage soll zwischen dem 20. Juli und dem 8. August dieses Jahres erfolgt sein. Dabei habe man 600 Personen aus Bogatynia, 200 aus Olbersdorf und 200 aus Hradek nad Nisou in Interviews befragt.

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