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Arbeit und Bildung

Anschub für den Erfolg im Job

Mit geförderter Weiterbildung machen die Arbeitsagenturen Beschäftigte fit für neue Herausforderungen – und entlasten die Unternehmen.

Ohne Weiterbildung geht es nicht. Bei der Finanzierung entlasten Sachsens Arbeitsagenturen die Unternehmen um bis zu hundert Prozent.
Ohne Weiterbildung geht es nicht. Bei der Finanzierung entlasten Sachsens Arbeitsagenturen die Unternehmen um bis zu hundert Prozent. © AdobeStock

Bis zum Jahr 2030 werden in Sachsen mehr als 300.000 Arbeitskräfte fehlen. Eine Lücke, die die Wirtschaft schon jetzt vor Probleme stellt. Längst haben sich die Positionen auf dem Arbeitsmarkt umgekehrt. Hatten Unternehmen noch in den sogenannten Nuller-Jahren die Wahl aus vielen Bewerbern, bleiben heute oft selbst gut dotierte Stellen unbesetzt, weil sich kein geeigneter Kandidat dafür findet. Und so steht statt der Fachkräfterekrutierung heute in vielen Personalabteilungen eher die Fachkräftesicherung im Fokus. Was können, was müssen Unternehmen tun, um gute Mitarbeiter zu halten und zu motivieren, mit den je nach Branche teils rasanten Entwicklungen auf den Märkten mitzuhalten?

Ziemlich sicher ist: Ohne Weiterbildung ist da nichts zu machen. Die aber kostet Zeit und Geld. Letzteres müssen Betriebe zunehmend nicht selbst bezahlen. Arbeitsagenturen und Jobcenter finanzieren inzwischen die Qualifizierung von Beschäftigten zu bis zu hundert Prozent.

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Das ist auch deshalb wichtig, weil die Aufhebung vieler pandemiebedingter Beschränkungen inzwischen zu einem leichten Aufschwung in vielen Wirtschaftszweigen geführt hat. Firmen wollen oder müssen sogar wieder neue Stellen setzen, um Aufträge termingerecht erfüllen zu können. Im August habe die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen mit 43.700 einen neuen Rekordwert erreicht, heißt es aus den sächsischen Arbeitsagenturen. Der gemeinsame Arbeitgeberservice will deshalb effektiv bei der Fachkräftesicherung unterstützen.

Bereits 2020 wurden demnach im Rahmen der Qualifizierungsoffensive fast 2.000 beschäftigte Frauen und Männer gefördert, in diesem Jahr waren es bis Mai fast 700. Demografie, Digitalisierung und Strukturwandel und damit auch die Sicherung der einheimischen Fachkräfte seien die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt, so Reinhilde Willems, Geschäftsführerin Operativ der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit. „Wer in Weiterbildung seiner Beschäftigten investiert, sichert die Zukunft seiner Unternehmens. Qualifizierung ist der Schlüssel, um mit dem dynamischen Fortschritt mithalten zu können und konkurrenzfähig zu bleiben. Der Arbeitgeberservice berät zu den Weiterbildungsmöglichkeiten und steht für Fragen rund um die Finanzierung zur Verfügung“, sagt sie. Und verweist auf die passgenaue Beratung interessierter Männer und Frauen. „Egal, ob berufliche Neuorientierung, Aufstieg oder beruflicher Wiedereinstieg - bei uns gibt es mit der Berufsberatung im Erwerbsleben eine professionelle Unterstützung für alle Interessierten“, so Reinhilde Willems.

Was sollten Firmen beim Thema Weiterbildungen beachten?

Weiterbildungen können gefördert werden, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Bedarf von mehr als 120 Stunden sehen und an einer zertifizierten Bildungsmaßnahme teilnehmen. Alter und Qualifikation der Teilnehmer oder die Größe des Betriebes spielen dabei keine Rolle. Gefördert werden kann, wenn der Berufsabschluss und die letzte Förderung vier Jahre zurückliegen. Unterschiede gibt es nur in der Förderhöhe. Für Beschäftigte ohne Berufsabschluss ist der Zugang in eine geförderte Weiterbildung mit dem Ziel einen Berufsabschluss zu erwerben noch einfacher. Seit Jahresbeginn können Arbeitgeber mit nur einem Sammelantrag die Förderung der beruflichen Weiterbildung für mehrere Mitarbeiter beantragen.

Wie geht es nach der Antragstellung weiter?

Ist ein Unternehmen an Weiterbildung für seine Mitarbeiter interessiert, berät ein persönlicher Ansprechpartner beim Arbeitgeberservice. Auch eine Arbeitgeberhotline ist geschaltet und natürlich gibt es die entsprechenden Informationen online.

Bei Interesse kommen die Mitarbeiter zum Gespräch auch vor Ort ins Unternehmen und geben Tipps zur Planung und Umsetzung von Qualifizierungsmaßnahmen sowie zur Beantragung der Förderleistungen.

Was konkret wird durch die Arbeitsagentur gefördert?

Die Arbeitsagenturen können Arbeitgeber mit einer vollen oder teilweisen Übernahme der Lehrgangskosten sowie einem anteiligen Zuschuss zum Arbeitsentgelt unterstützen. Kosten und Zuschüsse werden je nach Unternehmensgröße bis zu 100 Prozent übernommen. Je kleiner das Unternehmen, desto höher der Zuschuss. Zudem wird ein pauschalierter Arbeitgeberanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag gewährt.

Wo finden Beschäftigte Informationen zu möglichen Weiterbildungen?

Auch hier helfen die Arbeitsagenturen weiter. Wer bereits im Erwerbsleben steht, sich weiterbilden, um - oder ganz neu orientieren möchte, findet hier spezialisierte Ansprechpartner. Die helfen bei der Suche nach dem passenden Angebot und der Erstellung des ganz persönlichen Karriereplans. Auch Finanzierungsmöglichkeiten können hier geprüft und die konkreten Ideen durch die Kontakte zu Arbeitgebern, Kammern und Verbänden rasch auf den Weg gebracht werden.

Wer erst einmal allein auf Erkundungsreise gehen will, kann das über das Online -Selbsterkundungstool New Plan tun.


Kontakt für interessierte Betriebe über den Arbeitgeberservice per Telefon oder Internet.

www.arbeitsagentur.de/m/newplan/

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