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Bauen und Wohnen

Sicher wohnen in Radon Risikogebieten

Das radioaktive Edelgas Radon (Rn) ist farb- und geruchlos und niemand kann es schmecken. Und doch kommt es überall auf der Erde in verschiedenen Konzentrationen vor.

© Bildquelle: Elly Fairytale via Pexels

Es entsteht im Boden in uranhaltigem Gestein, welches schon seit dem Urknall Bestandteil des blauen Planeten ist. Das Gas bewegt sich in den Bodenporen vorwärts und gelangt somit an die Erdoberfläche. In der freien Atmosphäre verflüchtigt sich der Stoff schnell, bevor sich eine gefährliche Konzentration ansammeln kann. Zum Problem wird es in Häusern, wenn es über die erdberührenden Wände oder durch das Fundament ins Hausinnere eindringt. Deshalb kann es besonders bei schlechter Raumbelüftung zu Ansammlungen kommen, die ein großes gesundheitsgefährdendes Potenzial aufweisen. Ist Radon doch nach dem Rauchen der zweitgrößte lungenkrebsauslösende Faktor.

Die Isotope des Edelgases sind allesamt radioaktiv. Dabei stellt Radon nicht die eigentliche Gefahrenquelle dar. Es sind die Zerfallsprodukte des Gases, welche den weitaus größten Strahlungsanteil weltweit aufweisen. In der Lunge zerfällt das Gas nämlich weiter und es entstehen winzige Staubpartikel und Tröpfchen, die dann im Organ verbleiben und nicht mehr ausgeatmet werden. Die von ihnen ausgehende Strahlung kann das Erbgut von Lungenzellen derart schädigen, dass Krebs entsteht. So wird Radon seit 1987 als Karzinogen klassifiziert, erst zu Ende dieses Jahres allerdings müssen die Bundesländer besonders gefährdete Regionen ermitteln und bekannt geben. Deshalb empfiehlt es sich, im eigenen Haus den Gehalt von Radon zu messen. Dieser Vorgang ist nicht teuer und die Messinstrumente können bei internationalen Herstellern für Radondetektoren günstig erworben werden und die Anbieter der Detektoren können auch die Auswertung der benutzten Detektoren vornehmen. Dies ist ein recht einfaches Verfahren, da man die kleinen Plastikdöschen einfach in einem Umschlag einschickt und das Ergebnis per Email erhält. 

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Vorkommen von Radon

Das Vorkommen von Radon ist überall in der Luft nachgewiesen. Allerdings ist seine Verteilung in Deutschland regional ungleichmäßig ausgeprägt, wie auf der Radonkarte des Bundesamtes für Strahlenschutz (BFS) nachzuprüfen ist. Die Verteilung ist abhängig vom Urangehalt des Bodens. Uran hat sein hauptsächliches Vorkommen im Granit. Die deutschen Mittelgebirge besitzen einen hohen Granitanteil und so befinden sich die gefährdetsten Gebiete im Schwarzwald, im Bayerischen Wald, im Fichtel- und im Erzgebirge. Deshalb wird Radon in Süddeutschland öfter in hohen Konzentrationen gemessen als nördlich der Mittelgebirge. Quellen können extrem hohe Radonanteile aufweisen und in Deutschland gehören Bad Kreuznach und einige weitere Kurorte zu den Hotspots. Zudem wird Radon besonders konzentriert in der Nähe von Abraumhalden ehemaliger Bergwerke gemessen.

Innerhalb von Gebäuden ist der Radongehalt abhängig vom Baugrund, der Bausubstanz und des Baumaterials. Je durchlässiger diese sind, desto mehr Radon kann in die Räume vordringen. Im Jahresmittel beläuft sich die Konzentration in Wohnräumen um die 50 Becquerel. Der Wert ist allerdings sehr schwankend und exakte Angaben sind nur mit einem Messgerät zu ermitteln. Radon ist leicht wasserlöslich und gelangt deshalb auch in Wasserleitungen und im Trinkwasser in die Gebäude. Das BFS empfiehlt, das 100 Becquerel pro Liter nicht überschritten werden sollten.

Maßnahmen gegen Radonstrahlung in den eigenen vier Wänden

Zuerst ist zu messen, ob das eigene Haus übermäßig viel Radonstrahlung aufweist. Das geht aber nicht an einem einzelnen Tag. Experten raten zu einem Messverfahren, welches sich über ein ganzes Jahr hinzieht. Dadurch werden sämtliche Strahlen aufgenommen. Erste direkte Maßnahme gegen die Konzentration von radioaktiver Strahlung ist ein regelmäßiges Durchlüften. Da dies vor allem im Winter nicht immer durchführbar ist, lohnt sich zusätzlich eine Abdichtung der Wasser- und Heizungsleitungen sowie der Tür zum Keller.

Aber auch danach kann das Gas noch Zugang zu den Wohnräumen finden. Dann wird es der Betroffene nicht vermeiden können, Radon-Fachleute um Rat zu fragen. Diese finden auch versteckte Risse im Mauerwerk des Kellers und haben das Know-how, diese fachgerecht abzudichten. Zudem besteht noch die Möglichkeit, radonhaltige Luft neben oder unter dem Gebäude absaugen zu lassen.

Für Neubauten gibt das Strahlenschutzgesetz vor, dass der Zutritt von Radon für Aufenthaltsräume und Arbeitsplätze verhindert werden muss. Meist hilft dabei eine Feuchteschutzfolie oder eine solide Bodenplatte aus wasserundurchlässigem Beton. Wer umbauen möchte, kann den notwendigen Radonschutz kostengünstig in die Baumaßnahmen integrieren. 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin A. Sachse

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