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Cyber-Angriffe aufs Homeoffice gefährden Firmen

Computerkriminalität verursacht Millionenschäden in Sachsen. Eine bundesweite Studie zeigt die Sicherheitslücken.

Ein Zahlencode läuft in der Zentralstelle Cybercrime über einen Bildschirm. Die Attacken nehmen zu.
Ein Zahlencode läuft in der Zentralstelle Cybercrime über einen Bildschirm. Die Attacken nehmen zu. © dpa

Dresden. Firmen in Deutschland sind nur unzureichend vor Angriffen auf ihre Computersysteme geschützt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).

„Unser Radar hat angeschlagen, deshalb haben wir diese Studie gemacht“, sagt BSI-Präsident Arne Schönbohm. 20 Prozent der IT-Ausgaben in Unternehmen seien eigentlich für eine ausreichende Cyber-Sicherheit nötig. Doch jedes zweite Unternehmen investiere weniger als zehn Prozent. Mit Folgen.

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Während der Corona-Krise sind acht Prozent der befragten 1.000 Unternehmen digital angegriffen worden, vielfach mit coronaspezifischen Themen und Mails. Jedes vierte attackierte Unternehmen hat dabei existenzbedrohende oder sehr schwerwiegende Schäden erlitten. Die Folgen sind für kleine Firmen oft heftiger gewesen als für große, kommt die Studie zum Schluss. Die Cyber-Attacken jedoch richteten sich vor allem gegen große Unternehmen.

Jedes vierte Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten sei der BSI-Studie zufolge im letzten Jahr attackiert worden. Diese Größenordnung sei auch für Sachsen zutreffend, teilte das sächsische Innenministerium auf Anfrage mit. Die für Sachsen offiziell erfassten Schäden durch Computerkriminalität in Firmen und privat betrugen 2020 insgesamt 2,7 Millionen Euro. Im unmittelbaren Zusammenhang mit Corona hat das Bundeskriminalamt für Sachsen im Zeitraum Januar bis Juli 2020 insgesamt 22 Straftaten erfasst, deutschlandweit waren es mehr als 600. Dabei zählt eine Phishing-Welle als eine Tat mit hunderten Betroffenen und Strafanzeigen.

Angreifer nutzen Corona-Notstand

Von den neu eingerichteten Websites war der Anteil an schwer schädigenden binnen eines Monats um 569 Prozent gestiegen, hat das Bundeskriminalamt analysiert. Daten von McAfee zeigen, dass Deutschland eines der am häufigsten cybermäßig angegriffenen Länder mit Covid-19-Bezug ist. 95.311 Angriffe wurden im ersten Halbjahr 2020 registriert.

Die Datensicherheit der Firmen ist vor allem durch private Technik im Homeoffice gefährdet. Nur 42 Prozent der Unternehmen bieten ausschließlich firmeneigene Technik fürs Homeoffice an, geht aus der BSI-Studie hervor. 13 Prozent indes arbeiten mit privater Technik, vor allem kleine Unternehmen.

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