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Bautzener müssen mehr fürs Gas zahlen

Wie andere Versorger erhöhen auch die städtischen Energie- und Wasserwerke ab Januar den Preis fürs Gas. So wirkt es sich aus.

Von Tilo Berger
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Wer sein Essen auf einem Gasherd zubereitet, wird dafür ab 2022 auch in Bautzen tiefer in die Tasche greifen müssen.
Wer sein Essen auf einem Gasherd zubereitet, wird dafür ab 2022 auch in Bautzen tiefer in die Tasche greifen müssen. © dpa

Bautzen. Etwa 6.500 Gas-Kunden der Energie- und Wasserwerke Bautzen (EWB) müssen ab Januar 2022 mehr bezahlen. Wie das Unternehmen mitteilt, kostet eine Kilowattstunde Erdgas dann 1,43 Cent mehr als jetzt. Zurzeit liegt der Preis für eine Kilowattstunde bei 9,53 Cent. Der jährliche Grundpreis erhöht sich ab Januar nicht.

An einem Beispiel verdeutlichen die EWB, was die Preiserhöhung für einen Haushalt bedeutet: Die Bewohner eines 120 Quadratmeter großen Einfamilienhauses, das im Jahr 18.000 Kilowattstunden Gas verbraucht, bezahlen dafür bisher rund 1.715 Euro. Künftig werden es etwa 260 Euro mehr sein.

Zu dem Anstieg führen laut EWB vor allem die selben Gründe, wegen denen derzeit viele Versorger Preiserhöhungen ankündigen oder schon umsetzen: die neue Kohlendioxid-Steuer und höhere Beschaffungskosten für Erdgas.

Erdgas auf dem Weltmarkt knapper - und damit teurer

25 Euro Steuer pro verursachter Tonne Kohlendioxid müssen seit Anfang 2021 alle Unternehmen zahlen, wenn sie Erdgas, Heizöl, Diesel und Benzin verkaufen. Das soll fossile Brenn- und Kraftstoffe unattraktiv machen und den Umstieg auf klimafreundlichere Energien ankurbeln.

Bisher konnten die EWB diesen Anstieg noch abfedern, jetzt nicht mehr. Denn die Beschaffungskosten für Erdgas haben sich in diesem Jahr mehr als vervierfacht. Das liegt unter anderem an nur unvollständig gefüllten Gasspeichern in Russland, aber auch an Naturkatastrophen wie einem Hurrikan vor der amerikanischen Küste - die USA mussten deshalb ihre Erdgasförderung unterbrechen, was den Rohstoff knapper machte.

Fernwärme wird nur wenig teurer

Gäbe das Unternehmen die in diesem Jahr gestiegenen Einkaufspreise vollständig an die Kunden weiter, würde die Teuerung noch viel deutlicher ausfallen, stellt Geschäftsführer Kai Kaufmann klar: "Wir kaufen Erdgas in mehreren Tranchen zu verschiedenen Zeitpunkten über zwei bis drei Jahre im Voraus ein. Deshalb schlagen nur Teile der Beschaffung auf den Preis durch."

Da die EWB ihre Fernwärme zu 100 Prozent aus Gas erzeugen, werden sich die höheren Einkaufspreise auch hier bemerkbar machen - allerdings fällt die Erhöhung aufgrund langfristiger Lieferverträge deutlich glimpflicher aus und wird sich für die Verbraucher auch erst 2023 bemerkbar machen.