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Energiekrise: Katar beschließt Gaslieferungen nach Deutschland

Qatar Energy liefert ab 2026 für 15 Jahre, USA streiten hohe Profite durch LNG-Lieferungen nach Europa ab, Energiekrise lässt Eierpreise steigen - unser Newsblog zur Energiekrise.

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Blick auf eine Flüssiggas-Pipeline am Nordsee Gas Terminal. Der katarische Energieriese Qatar Energy und Deutschland haben nach katarischen Angaben ein Gaslieferabkommen geschlossen.
Blick auf eine Flüssiggas-Pipeline am Nordsee Gas Terminal. Der katarische Energieriese Qatar Energy und Deutschland haben nach katarischen Angaben ein Gaslieferabkommen geschlossen. © Marcus Brandt/dpa (Symbolfoto)

Energiekrise in Sachsen und Deutschland - das Wichtigste in Kürze:

10.26 Uhr: Strommangellage ist Wort des Jahres in der deutschsprachigen Schweiz

Strommangellage - das ist das Wort des Jahres in der deutschsprachigen Schweiz. Das Wort tauchte nach einer Analyse von Datenbanken häufig im Sprachgebrauch auf, wie die Jury der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Dienstag mitteilte. Sie wählt daraus und aus Publikumsvorschlägen jeweils die markantesten Wörter und stellt sie in eine Rangliste.

Das Wort beschreibt eine eventuell eintreffende Stromknappheit. Es war vor allem seit Sommer in aller Munde, weil die Regierung seitdem für den Fall einer Strommangellage an einem Stufenplan mit im schlimmsten Fall massiven Nutzungseinschränkungen gearbeitet hat.

In der französischsprachigen Schweiz ist nach zahlreichen Boykottaufrufen etwa vor den Olympischen Spielen in China oder der Fußballweltmeisterschaft in Katar das Wort des Jahres "boycotter". Es wurde auch vermehrt in anderen Zusammenhängen verwendet: etwa statt "sich bei Wahlen enthalten" "Wahlen boykottieren", oder als Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel "Fleisch boykottieren".

Eine Frau steckt ein Stromkabel in eine Mehrfachsteckdose. Strommangellage - das ist das Wort des Jahres in der deutschsprachigen Schweiz. Das Wort tauchte nach einer Analyse von Datenbanken häufig im Sprachgebrauch auf.
Eine Frau steckt ein Stromkabel in eine Mehrfachsteckdose. Strommangellage - das ist das Wort des Jahres in der deutschsprachigen Schweiz. Das Wort tauchte nach einer Analyse von Datenbanken häufig im Sprachgebrauch auf. © Jessica Lichetzki/dpa (Symbolfoto)

9.21 Uhr: Katar gibt Abkommen über Gaslieferungen nach Deutschland bekannt

Der Energieriese Qatar Energy hat laut Katars Energieminister Saad Scharida al-Kaabi Abkommen über Flüssiggaslieferungen nach Deutschland geschlossen. Das Gas solle an das US-Unternehmen Conoco Phillips verkauft werden, das es weiter nach Brunsbüttel liefere, sagte der Minister am Dienstag in der katarischen Hauptstadt Doha. Die Lieferung soll 2026 beginnen und mindestens 15 Jahre laufen. Jährlich sollen bis zu 2 Millionen Tonnen geliefert werden. Mehr zu den geplanten Gaslieferungen lesen Sie im Artikel Katar will Deutschland Flüssiggas liefern

7.27 Uhr: Geflügelhalter rechnen mit weiter steigenden Eierpreisen

Geflügelhalter rechnen mit weiter steigenden Eierpreisen in Deutschland. Vor Weihnachten dürften nach Einschätzung der Erzeuger vor allem die preisgünstigen Eier aus Bodenhaltung teurer werden. "Bei den preiswerten Eiern wird es am ehesten knapp", sagte der Präsident des Zentralverbands der deutschen Geflügelwirtschaft, Friedrich-Otto Ripke.

Bei den teureren Eiern aus Biohaltung oder aus Freilandhaltung rechne er derzeit nicht mit knapper werdender Ware. Zuletzt seien die Kunden wegen der hohen Inflation sehr preissensibel gewesen und hätten eher zur günstigeren Ware gegriffen. Mehrere Faktoren verteuern derzeit die Eierpreise. Welche das genau sind, erfahren Sie hier im Artikel.

Dienstag, 5.28 Uhr: USA: Machen keinen Profit mit LNG-Lieferungen nach Europa

Das Weiße Haus hat den Vorwurf zurückgewiesen, die USA würden von überhöhten Preisen bei Lieferungen von Flüssiggas (LNG) nach Europa profitieren. "Das ist eine falsche Behauptung. In Wirklichkeit haben die USA LNG mobilisiert, um Europa bei der Vorbereitung auf den Winter zu helfen", sagte ein Regierungsvertreter in einer Telefonschalte für Journalistinnen und Journalisten am Montagabend (Ortszeit). Der überwiegende Teil des LNG aus den USA werde über "transparente langfristige Verträge" mit ausländischen Energiehandelsunternehmen exportiert. Darunter seien mehrere europäische Unternehmen, die das Flüssiggas dann an den europäischen Endverbraucher weiterverkaufen würden.

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine benötigt Europa Ersatz für russische Energielieferungen. Eine Alternative ist LNG. Bisher erhalten Deutschland und andere europäische Länder das unter hohem Druck tiefgekühlte und per Schiff in flüssiger Form transportierte Erdgas vor allem aus den USA. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) warf vor einigen Wochen manchen Staaten, die Erdgas exportieren, überhöhte Preise vor. "Einige Länder, auch befreundete, erzielen teils Mondpreise", sagte er.

18.10 Uhr: Westpark-Center in Zittau schließt Bad

Seit Montag ist die Schwimmhalle im Zittauer Westpark-Center zu. Der Kundendienst hat am Vormittag alles außer Betrieb genommen. Und das bis 2. April 2023. Die Sauna bleibt in dieser Zeit nur noch drei Tage die Woche geöffnet. "Weil wir diese exorbitanten Heizkosten nicht stemmen können", begründet Geschäftsführer Heiko Wasser den Schritt. Davon betroffen sind Physiotherapien, Reha-Sportler, Vorschul- und Babyschwimmen. Normalerweise nutzen wöchentlich rund 1.200 Gäste das erst vor zwei Jahren modernisierte Becken samt Halle. Um wenigstens einen Teil von ihnen zu halten, werden nun Kurse "im Trockenen" angeboten - soweit möglich.

16.25 Uhr: Bundesumweltministerin gegen Gasförderung vor Borkum

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) drängt auf ein Aus der niederländischen Gasförderpläne vor dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. "Am besten wäre es, das Gasförderprojekt zu stoppen", sagte Lemke der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zu Beginn der 14. Wattenmeerkonferenz am Montag in Wilhelmshaven. Sie bezog sich auf Pläne des niederländischen Unternehmens One-Dyas, ab Ende 2024 aus einem Feld zwischen der niederländischen Insel Schiermonnikoog und der ostfriesischen Insel Borkum Gas zu fördern.

Gefördert werden soll sowohl in niederländischen als auch in deutschen Hoheitsgebieten. Die niederländischen Behörden gaben im Juni grünes Licht für die Förderung. Für die Förderung auf deutscher Seite ist noch das Planfeststellungsverfahren notwendig.

"Es geht nicht an, dass das wertvolle Ökosystem Wattenmeer geschädigt und sein Unesco-Status aufs Spiel gesetzt wird, um für einige wenige Jahre Erdgas zu fördern", unterstrich Lemke. Wenn ein Stopp des Projektes "wegen des gewaltigen Drucks durch die Energiekrise nicht mehr gelingt, muss ohne Wenn und Aber Tag und Nacht gewährleistet sein, dass der Schutz des Wattenmeeres Vorrang hat." Sie hoffe dabei auf ein eindeutiges Bekenntnis der Niederlande.

Vertreter Deutschlands, Dänemarks und der Niederlande kamen am Montag in Wilhelmshaven zur mehrtägigen Wattenmeerkonferenz zusammen. Gastgeberland Niedersachsen erwartet rund 250 Teilnehmer. Lemke sagte ihre Teilnahme krankheitsbedingt kurzfristig ab.

13.25 Uhr: Projekt in Tschechien will Energie beim Bierausschank einsparen

Im Bierland Tschechien leiden die Wirte wie auch andernorts in Europa unter den hohen Energiekosten. Ein neues Forschungsprojekt soll nun ausloten, welches Einsparpotenzial sich im Bierausschank verbirgt. Man nehme den ganzen Ablauf vom Fass im Keller über den Zapfhahn bis hin zum Spülbecken für die Gläser mit Sensoren unter die Lupe, sagte der Sprecher der Brauerei Pilsner Urquell, Zdenek Kovar, am Montag. Das Brauhaus aus Pilsen (Plzen) übernimmt den Großteil der Kosten von umgerechnet knapp 250 000 Euro.

Im Zuge des Projekts "Intelligenter Ausschank" werden insgesamt mehr als 1000 Sensoren in 45 Kneipen installiert - vom kleinen Dorfgasthaus bis zum städtischen Biertempel. Über ein Jahr lang sollen dann die Daten gesammelt werden. Das sei nötig, um ein Bild über den Energieverbrauch in den verschiedenen Jahreszeiten und bei schwankender Besucherfrequenz zu erhalten, erläuterte Kovar. Gemessen werden unter anderem die Temperatur des Bieres an verschiedenen Stellen sowie Wasser- und Stromverbrauch der einzelnen Geräte.

An dem Vorhaben sind Forschende der Technischen Universität in Prag und weitere Partner wie die Firma Microsoft beteiligt. Ziel ist es, mit konkreten Verbesserungsvorschlägen bis zu 30 Prozent des Energieverbrauchs einzusparen, ohne dass sich die Qualität des Bieres verschlechtert. Jiri Mokry vom Prager Restaraunt "Katr" begrüßte das Projekt. Für ihn als Wirt sei es keine Lösung, das Licht auszuschalten, die Küche zu schließen und die Heizung herunterzudrehen. Nach Branchenangaben tranken die Tschechen im vorigen Jahr pro Kopf 129 Liter Bier. Damit liegt das Nachbarland Deutschlands weltweit an der Spitze.