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Braunkohleförderer Leag kauft Pellethersteller in Wismar

Der Braunkohleförderer Leag erwirbt sein viertes Pelletierwerk. Für den Vorstand ist das nur ein Deal auf dem Weg zu einem der größten Produzenten von grünem Strom.

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Auch mit der Produktion von Pellets will das Energieunternehmen Leag die bisherige Dominanz der Braunkohle abbauen.
Auch mit der Produktion von Pellets will das Energieunternehmen Leag die bisherige Dominanz der Braunkohle abbauen. © Archivfoto: André Schulze

Cottbus. Das Energieunternehmen Leag will die Wismar Pellets GmbH kaufen. Man wolle damit das eigene Produktions- und Angebotsportfolio erweitern, teilte die Leag am Donnerstag in der Konzernzentrale in Cottbus mit.

Der Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern habe 110 Mitarbeiter. Die Leag werde alle übernehmen, hieß es. Die Belegschaft in Wismar produziere jährlich etwa 256.000 Tonnen Holzpellets für die Erzeugung von grüner Wärme und grünem Strom. Der Kauf stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Bundeskartellbehörde.

Leag-Vorstand Philipp Nellessen betonte, mit dem Zukauf setze man den "Transformationskurs konsequent fort" und stärke die "Position im Bereich der nachwachsenden biogenen Energieträger". Die Leag baue diesen Bereich bewusst aus, "um schrittweise den bislang dominierenden Anteil an Braunkohlenprodukten abzubauen". Bis 2030 wolle die Leag zu einem der größten grünen Strom-, Wärme- und Brennstoffproduzenten Deutschlands werden.

Mit der Insolvenz des einst weltweit größten Pellet Herstellers in Wismar hatten Tausende Anleger ihr Geld verloren. Anfang März begann der Prozess gegen den ehemaligen Geschäftsführer.
Mit der Insolvenz des einst weltweit größten Pellet Herstellers in Wismar hatten Tausende Anleger ihr Geld verloren. Anfang März begann der Prozess gegen den ehemaligen Geschäftsführer. © dpa

2022 hatte die Leag bereits drei Pelletierwerke in Löbau, Oranienbaum und Schwedt erworben. Die nun erworbene Wismar Pellets GmbH gehörte zuvor der insolventen German Pellets GmbH. Gegen dessen ehemaligen Geschäftsführer hat Anfang März am Landgericht Schwerin ein Prozess begonnen. Die Anklage wirft ihm Insolvenzverschleppung, Betrug, Bankrott und Steuerhinterziehung vor. (SZ/uwo)