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Sächsische Stromfirma testet Warnkegel mit Beeper

Jeder kennt die geringelten Kegel vor Baustellen. Jetzt versucht das Unternehmen Mitnetz Strom, den Arbeitsschutz zu modernisieren.

Von Georg Moeritz
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Dieser Warnkegel ist nicht nur zu sehen, er lässt auch von sich hören - bei Annäherung.
Dieser Warnkegel ist nicht nur zu sehen, er lässt auch von sich hören - bei Annäherung. © Mitnetz Strom

Dresden. Dass Arbeitsschutz an erster Stelle steht, behaupten viele Unternehmen von sich. Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Mitnetz Strom aus dem Chemnitzer Energiekonzern Envia-M sagt das ebenfalls. Doch am Montag teilte das Unternehmen mit Zentrale in Kabelsketal bei Halle mit, es teste eine neue Warntechnik. Die soll vor allem die Arbeiter an Strommasten und elektrischen Anlagen schützen.

Das Unternehmen stellt seit diesem Monat neuartige Sicherheitspylone auf - das sind mobile Warneinrichtungen wie die gestreiften Kegel, aber mit einem Zusatz-Element. Mitnetz-Mitarbeiter tragen künftig einen Beeper, der bei Annäherung an den Kegel einen Warnton abgibt. Laut Mitnetz kennzeichnet der Sicherheitspylon einen Warnbereich bis 30 Meter. Mit dem Warnton werde den Mitarbeitern der Gefahrenbereich noch einmal "aktiv bewusst", damit er besser aufpasse oder gar nicht erst weitergehe.

Dirk Sattur, Technischer Geschäftsführer von Mitnetz Strom, sagt, die Sicherheitspylone seien "einfach zu bedienen, haben aber eine große Wirkung". So könne das Unternehmen seine Netzmonteure und deren Leben noch besser schützen.

Beeper an der Kleidung: Das Warngerät bekommt Signale vom Pylon.
Beeper an der Kleidung: Das Warngerät bekommt Signale vom Pylon. © Mitnetz Strom

Vor Strommasten werden die Pylone aufgestellt, wenn dort gearbeitet wird. Aber laut Sattur geht es nicht nur um Arbeiten an Masten. "Wir denken, dass wir diese auch auf weiteren Baustellen einsetzen können", sagte er. Seit April habe das Unternehmen technische Sicherheitslösungen aus anderen Branchen im Umfeld von Freileitungen ausprobiert. Die Warneinrichtungen werden mit Akku betrieben und halten Temperaturen zwischen minus 20 und plus 60 Grad aus.

Die Stromnetzfirma verzeichnet nach eigenen Angaben sieben Unfälle auf rund 1.000 Mitarbeiter im Jahr. Das liege unter dem Durchschnitt von 16, den die Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse für das Jahr 2019 für alle Mitgliedsbetriebe angegeben habe. Doch jeder Unfall sei einer zu viel. Mitnetz untersuche die Fälle und leite daraus Schutzmaßnahmen ab. "Insgesamt weisen wir immer proaktiv auf die Sicherheit hin", sagte der Firmenchef.

Mindestens einmal jährlich werden den Angaben zufolge Partnerfirmen zum sicheren Arbeiten in der Nähe von elektrischen Anlagen geschult. Für Mitarbeiter gebe es auch Fahrsicherheitstrainings, dabei geht es auch um Fahrzeuge mit Hubarbeitsbühnen und anderer Spezialtechnik. Mitnetz sensibilisiert nach eigenen Angaben auch Feuerwehr-Mitarbeiter über die Gefahren bei Einsätzen nahe elektrischer Anlagen. Mitnetz Strom ist für 73.000 Kilometer Leitungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen zuständig.