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Spaßbad treibt Stadtwerke Zeulenroda in Zahlungsunfähigkeit

Vor 25 Jahren eröffnete die thüringische Kleinstadt Zeulenroda ein Spaßbad. Seit dem vorigen Jahr ist es geschlossen. Und jetzt haben die Stadtwerke Insolvenz beantragt.

Von Ulrich Wolf
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Die Brunnenfigur des Karpfenpfeifers steht vor dem Rathaus im ostthüringischen Kleinstadt Zeulenroda. In der Nachbarschaft liegt der Sitz der nun insolventen Stadtwerke GmbH.
Die Brunnenfigur des Karpfenpfeifers steht vor dem Rathaus im ostthüringischen Kleinstadt Zeulenroda. In der Nachbarschaft liegt der Sitz der nun insolventen Stadtwerke GmbH. © Bodo Schackow/dpa-Archiv

Zeulenroda/Jena. Ein 1997 eröffnetes Spaßbad ist der Stadtwerke Zeulenroda GmbH finanziell zum Verhängnis geworden. Das kommunale Unternehmen beantragte beim Amtsgericht Jena Insolvenz. Der Geraer Anwalt Harald Heinze soll nun als vorläufiger Verwalter retten, was noch zu retten ist.

Im Mittelpunkt seiner Bemühungen wird das Freizeitbad Wakiki stehen. Es ist seit dem 1. Januar 2023 geschlossen, weil es saniert werden sollte. Der Baustart fiel bislang jedoch aus, der Stadtrat hat einen benötigten Zuschuss von fast einer Million Euro im Mai abgelehnt. Die Stadtwerke betreiben außer dem Freizeitbad zwei Strandbäder und eine Seebühne.

Die Geschäftsjahre 2021 und 2022 hatten die Stadtwerke mit Verlusten abgeschlossen, unter anderem weil das Strandbad 2022 wegen fehlenden Personals nicht geöffnet werden konnte. 2023 flossen dann nach der Wakiki-Schließung fast keine Erlöse mehr in die Kasse.

Vorläufiger Verwalter macht Hoffnung

Verwalter Heinze hat dennoch Hoffnung. Er sagte der Ostthüringer Zeitung, es hätten sich bereits erste Interessenten für das Wakiki gemeldet. Er sehe das Bad aufgrund der Besucherzahlen als einen touristischen Leuchtturm. "Aus regionaler Sicht ist das unbedingt erhaltenswert", sagte er.

Auch die erst im Juni gewählte neue Zeulenrodaer Bürgermeisterin Heike Bergmann von einer unabhängigen Wählervereinigung hofft einen Erhalt des Freizeitbades. Im Jahresabschluss 2022 der Stadtwerke hatte es noch geheißen, der Freistaat Thüringen habe die Betreiber ermuntert, nahe dem Bad "weitere Beherbergungsmöglichkeiten im Sinne der Direktanbindung zu prüfen und den Standort damit noch attraktiver zu machen".

Von der Pleite der Stadtwerke nicht betroffen sind Strom-, Erdgas- und Wärmeverbraucher. Dies liefert weiterhin die Energiewerke Zeulenroda, die zu 74 Prozent der Thüringer Energie AG (Teag) gehören. Das insolvente Stadtwerk hält daran lediglich 26 Prozent.