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Turow: Betreiber will weg vom Kohle-Strom

PGE reagiert damit auf eine Klage der Umweltorganisation Greenpeace. Auch die EU meldet sich zu Wort.

Noch wird hier Kohle produziert: Kraftwerk Turow.
Noch wird hier Kohle produziert: Kraftwerk Turow. © Matthias Weber/photoweber.de

Der Kraftwerksbetreiber PGE hat seine Pläne vorgestellt, wie er bis 2050 klimaneutral Strom erzeugen wird. So will das Unternehmen in Niedrig- und Null-Emissionsquellen sowie in die Netz-Infrastruktur investieren, wie es mitteilt. Bisher stammt der erzeugte Strom zu 80 Prozent aus Stein- und Braunkohle. Im Unternehmen gibt's nun Teams, die sich mit der Umstellung beschäftigen und Projekte erarbeiten sollen. Dem gehören Spezialisten aus den Bereichen Investitionen, Entwicklung, Innovationen an, aber auch aus der Leitungsebene von PGE sowie den Direktionen in Turow und Belchatow. Das Konzept ordnet sich in die vom Klimaministerium vorgelegte Energiepolitik Polens bis 2040 ein. 

Damit reagiert der Betreiber auch auf eine Klage der Umweltorganisation Greenpeace, die diese im März gegen das Unternehmen einreichte. Sie fordert, dass PGE seine Strategie vollständig ändert - weg vom Kohlestrom. Seither läuft ein Mediationsverfahren. In dem erläuterte der Betreiber unter anderem, wie er bereits durch Investitionen die CO2-Emissionen verringert hat und die Stromlieferungen stabil hält. Trotzdem hält er an den Plänen fest, die Grube in Turow zu erweitern - mit Folgen für Deutschland und Tschechien. Aktuell laufen Bohrungen, um die Auswirkungen messen zu können. Zudem bereitet Tschechien eine Klage gegen Turow vor.

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In Polen hatten sich aber auch rund 30.000 Menschen an einer Petition beteiligt, die sich gegen die vorzeitige Schließung des Tagesbaus und Kraftwerks richtet. Die Europäische Kommission versteht die Sorgen um den Erhalt der Arbeitsplätze und die Gewährleistung der Energie-Unabhängigkeit, wie sie in ihrer jetzt veröffentlichten Antwort mitteilt. Allerdings liegt ihr wegen der Verlängerung der Konzession auch eine Beschwerde vor, nach der Polen gegen EU-Recht verstoßen haben soll. Ob dem so ist, muss die Kommission nun klären.

Gleichzeitig erklärte sie sich bereit, die Mitgliedstaaten der Europäischen Union beim Erreichen der Klimaneutralität zu unterstützen. Das heißt: Den Übergang in erneuerbare Energiequellen, verbunden mit dem schrittweisen Rückzug aus der Kohle und Verringerung der Emissionen. Mindestens 150 Milliarden Euro sollen von 2021 bis 2027 für die am stärksten betroffenen Regionen eingesetzt werden, um die gesellschaftlich wirtschaftlichen Folgen zu glätten.

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