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Welche Elektroheizung kostet am wenigsten?

Angesichts extremer Gaspreise suchen viele nach alternativen Wärmequellen. Die Stiftung Warentest hat untersucht, was Radiatoren, Heizdecken, Klimaanlagen und Co taugen.

Von Wolfgang Mulke
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Die Angst vor einem kalten Winter lässt viele derzeit Heizlüftern, Radiatoren oder Heizdecken kaufen.
Die Angst vor einem kalten Winter lässt viele derzeit Heizlüftern, Radiatoren oder Heizdecken kaufen. © dpa-tmn

Berlin. Die Aussicht auf einen kalten und teuren Winter bereitet den meisten Menschen Sorgen. Gesucht sind Alternativen zur teuren Gasheizung. Dazu trägt auch die Furcht vor Versorgungsengpässen beim Gas bei. Sollte es dazu kommen und dieser Brennstoff bei den privaten Verbrauchern ausgehen, droht ihnen eine kalte Zeit. Die Thermen müssten danach erst einmal vom Fachmann in Betrieb genommen werden. Angesichts der dann vielen betroffenen Anlagen würde das lange dauern.

So ist der Boom bei elektrischen Heizgeräten auch zu erklären. Bis zum Sommer wurden rund 600.000 Heizlüfter und Radiatoren verkauft. Hier und dort waren sie gar nicht mehr vorrätig. Ein Blick in die Online-Shops der Fachhändler zeigt, dass momentan wieder Geräte verfügbar sind. Nun hat die Stiftung Warentest die verschiedenen Möglichkeiten, mit Strom zu heizen, untersucht. Die Ergebnisse in der neuen Ausgabe der Zeitschrift test sind eindeutig. Elektrische Heizungen sind teuer und am Ende womöglich gar nicht so sicher wie geglaubt. Denn der plötzliche Betrieb vieler Radiatoren auf einmal könnte die Stabilität des Stromnetzes gefährden.

„Strom statt Gas, teurer Spaß“, lautet das Fazit der Verbraucherschützer. Fünf Varianten der elektrisch erzeugten Wärme haben sie anhand des Verbrauchs an einem Modell-Fernsehabend untersucht. Vier Stunden sollte die Heizung laufen, dabei werden 2.000 Watt benötigt. Die 30 Quadratmeter große Stube wird von 16 auf 20 Grad erwärmt. Das Ergebnis ist laut den Testern eindeutig.

Die Heizdecke:

„Vorn liegen die Heizdecken“, stellen die Autoren fest. Ein Haushalt mit zwei Personen kommt über die sechs kalten Monate mit zusätzlichen Kosten von 50 Euro weg, wenn sich beide abends nur in die Kuscheldecke mit Stromanschluss hüllen. Pro Stunde und Decke liegen die Kosten bei drei Cent. Der Grund liegt auf der Hand. Statt die Luft des gesamten Raumes zu erwärmen, heizen die Decken nur die Personen. Der Nachteil ist auch offensichtlich. Warm wird es nur, solange man in die Decke eingewickelt ist. Dafür sind auch die Anschaffungskosten mit rund 50 Euro vergleichsweise niedrig.

Bleibt die Gasheizung kalt, sind elektrische Wärmequellen nur bedingt eine gute Alternative
Bleibt die Gasheizung kalt, sind elektrische Wärmequellen nur bedingt eine gute Alternative © dpa

Heizlüfter und Co.

Preisgünstig in der Anschaffung sind dagegen Heizlüfter, die man etwa ab 50 Euro kaufen kann. Doch bei einem Verbrauch von 2.000 Watt entstehenden Kosten von 70 Cent in der Stunde ist der Betrieb enorm teuer. Auch sollten sie nicht dauerhaft eingeschaltet bleiben, da die Geräte überhitzen können. Weit verbreitet sind auch Radiatoren. „Stromfresser de luxe“ nennen die Verbraucherschützer die schweren Heizkörper. Im Geschäft werden sie ab einem Preis von rund 80 Euro angeboten. Doch mit 70 Cent pro Stunde ist die elektrisch erzeugte Wärme hier auch sehr kostspielig. Über die gesamte Winterperiode summieren sich die Kosten hier auf fast 500 Euro.

Infrarotheizung

Schließlich haben die Warentester sich auch Infrarotheizungen angeschaut. Die Anschaffung ist mit Kosten von 100 Euro und mehr vergleichsweise teuer. Dafür kostet der Betrieb mit 34 Cent pro Stunde weniger als beim Radiator. Doch die Platten wirken nur, wenn eine Person direkt angestrahlt wird. Es müssen also eventuell zwei oder mehr Infrarotheizungen installiert werden.

Klimaanlage

Der Sieger in der Sparte Effizienz überrascht. Es ist die Klimaanlage. Sie arbeitet mit einer Wärmepumpe, die Wärme aus der Umgebungsluft draußen holt, und mit einem Kilowatt Strom lassen sich so mehrere Kilowatt Wärme ins Zimmer holen. Doch das hat nicht nur einen finanziell hohen Preis. Die Anlagen sind teuer und wartungsintensiv. Außerdem verursachen sie einen Luftzug und ein Betriebsgeräusch. Als Kaufpreise hat Finanztest zwischen 1.000 und 2.000 Euro ermittelt. Dazu kommen Installationskosten von 1.300 Euro. Die laufenden Kosten werden auf 20 Cent pro Stunde beziffert.

Andere Wärmequellen

Vor anderen Wärmequellen warnen die Tester. Weder Bügeleisen, noch Backöfen oder Kochplatten sind zum Heizen geeignet. Gefährlich wird es, wenn in der Wohnung der Holzkohlegrill angezündet wird. Dabei entsteht giftiges Kohlenmonoxid. Im schlimmsten Fall kann dies tödlich enden. Gewarnt wird auch von Gas-Heizpilzen oder Camping-Kochern.

Den Verantwortlichen für eine stabile Stromversorgung in Deutschland treibt der Boom bei elektrischen Heizungen Sorgenfalten auf die Stirn. Denn der plötzliche Betrieb vieler Radiatoren und Heizlüfter könnte Ausfälle im Stromnetz nach sich ziehen. Das Netz ist auf einen durchschnittlichen Verbrauch in den Wohnungen ausgerichtet. „In der Regel können in Wohngebieten alle Haushalte gleichzeitig je 800 Watt verbrauchen“, erklären die Experten der Stiftung Warentest. Ein Radiator oder ein Heizlüfter ziehen aber schon mal 2.000 Watt Leistung aus dem Netz. Schalten die Verbraucher viele davon an, ist das Netz schnell überlastet. Es droht der zeitweilige Stromausfall. Dann bleibt es in der Wohnung nicht nur kalt, es funktionieren auch alle andere strombetriebenen Geräte nicht mehr.

Den ganzen Beitrag lesen Sie ab 20.10. in der Novemberausgabe der Zeitschrift test (6,90 Euro) oder online z. T. kostenpflichtig unter: www.test.de/elektrisch-heizen