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Wirtschaft in Sachsen - Das Wochen-Briefing

Globalfoundries-Chef: "Halte nicht so viel von Quoten" + Kommt jetzt der Energiepreisdeckel? + Fit-Geschäftsführer zieht sich zurück

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Globalfoundries-Chef Thomas Caulfield will mehr Frauen für die Branche begeistern - und im Dresdner Werk investieren.
Globalfoundries-Chef Thomas Caulfield will mehr Frauen für die Branche begeistern - und im Dresdner Werk investieren. © Matthias Rietschel

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Guten Morgen,

was wären unsere Städte ohne Restaurants und Läden? Wir finden es schon anstrengend, dass spontanes Essengehen wegen reduzierter Öffnungszeiten nicht mehr einfach möglich ist. Jetzt ist die Gefahr real, dass der Lieblingsitaliener um die Ecke oder der asiatische Mittagsimbiss ganz schließen könnte. Zwei von fünf Gastronomen denken ernsthaft darüber nach, ihr Geschäft aus wirtschaftlichen Gründen aufzugeben. Bei den Einzelhändlern ist es jeder Fünfte. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Freiberger Softwarefirma Lexware unter 2.800 Soloselbstständigen. Das ist mehr als ein Hilferuf, die kleinen Dienstleister funken S.O.S.

Denn nach zweieinhalb Jahren Corona-Pandemie sind die Reserven aufgebraucht. Und anders als während der Lockdowns werden die Kunden in der Energiekrise kein Geld sparen, das sie später ausgeben werden können, im Gegenteil.

Die kleinen und mittleren Unternehmen brauchen ganz dringend Hilfe. Das steht fest. Doch ist ein Gaspreisdeckel das richtige Instrument? Die Gasnachfrage, unabhängig von der finanziellen Situation der Kunden, zu subventionieren, kann für den Staat unfassbar teuer werden. Denn er muss den Gasversorgern die Differenz zum Weltmarktpreis bezahlen und die Entwicklung dieses Preises liegt außerhalb seiner Kontrolle. Da kann die Bundesregierung auch gleich die Milliarden an Russland und Norwegen überweisen.

Passgenauer wären Einkommenspauschalen an alle Haushalte, die zum Beispiel weniger als 2.000 Euro netto im Monat zur Verfügung haben sowie Zuschüsse für Unternehmen mit niedrigen bis mittleren Umsätzen. Wichtig ist jetzt aber erst einmal, dass sich die Politik überhaupt auf substanzielle Hilfen einigt.

Da ich Sie nicht mit all den Energie-Sorgen in den Tag entlassen will, sei zum Schluss noch auf den sächsischen Gründerinnenpreis verwiesen, der vergangenes Wochenende in Leipzig verliehen wurde. So viel Kreativität, Engagement für Nachhaltigkeit und unternehmerischer Mut sollten ansteckend sein.

Bleiben Sie "Wirtschaft in Sachsen" gewogen,

herzlichst,

Ihre Nora Miethke, Leiterin Wirtschaftsredaktion sächsische.de

Das Wichtigste aus Sachsens Wirtschaft

Globalfoundries-Chef: "Ich halte nicht so viel von Quoten"

Der Vorstandschef von Globalfoundries, Thomas Caulfield, unterstützt Pläne der EU, bis 2030 einen weltweiten Anteil an der Halbleiterproduktion von 20 Prozent zu erreichen. "Also ich mag den Fakt, ein hohes Ziel zu setzen, denn das treibt die Aktion und wandelt das Verhalten", sagt er im Interview mit saechsische.de. "Wir werden auch mehr in Dresden und Deutschland machen." Caulfield spricht außerdem darüber, wie er mehr Frauen für die Branche begeistern will.

Günther: Krise mit Energiewende überwinden

Müssen mehr Kohle- und Atomkraftwerke länger laufen, oder muss die Energiewende beschleunigt werden? Auf dem Ostdeutschen Energieforum in Leipzig will Sachsens Energie- und Klimaschutzminister Wolfram Günther (Grüne) heute Forderungen nach mehr Großkraftwerken zurückweisen. Der Minister sagte zu sächsische.de, die Energiewende sei der Schlüssel, um die Krise zu überwinden. Sächsische Wirtschaftsverbände hatten in dieser Woche gefordert, alle Energieträger in die Energieerzeugung einzubeziehen. Der Minister sagte, er schließe sich zwar der Forderung an, alle verfügbare Energie zu nutzen. Doch für ihn heiße das, riesige ungenutzte Dachflächen für Fotovoltaik zu nutzen und Windenergie auszubauen. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) brachte hingegen längere Laufzeiten von Atomkraftwerken und neue Deals mit Russland ins Spiel.

Derweil fordern die Bundesländer einen Energiepreisdeckel für Strom, Gas und Wärme, um die Kosten-Explosionen für Privathaushalte und Unternehmen zu begrenzen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Sonderkonferenz der Ministerpräsidenten zum geplanten Entlastungspaket III am Mittwochabend. Die Finanzierung ist aber noch nicht geklärt. Das Wichtigste zur Energiekrise gibt es in unserem Newsblog.

Geschäftsführer von Fit zieht sich zurück

Eine Ära geht zu Ende: Nach fast 30 Jahren zieht sich Eigentümer und Geschäftsführer Wolfgang Groß zum 1. Oktober aus dem operativen Geschäft des Wasch-, Spülmittel- und Kosmetik-Hersteller fit in Hirschfelde zurück. Der 70-Jährige "konzentriert sich nun auf die strategische Weiterentwicklung der Gesellschaft", heißt es. An der Spitze der Geschäftsführung rückt Thomas Niebergall nach.

Vorzeigesiedlung fürs Heizen mit Sonnenkraft

In Chemnitz ist eine Vorzeigesiedlung für Wohnungsbau mit Solarthermie entstanden. Errichtet hat sie das Chemnitzer Bauunternehmen Fasa AG. 17 von den insgesamt 26 Wohnhäusern werden zur Hälfte bis fast komplett mit großen Solarthermieanlagen an den Fassaden und Balkonbrüstungen beheizt. Fasa-Chef Ullrich Hintzen ist von den Vorzügen der Solarthermie überzeugt. Er kritisiert aber, dass Solarthermie noch keine Lobby hat.


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