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Sparkasse verzichtet auf Tilgung

Joachim Hoof, Vorstandschef der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, geht "verhalten optimistisch" ins neue Jahr.

Joachim Hoof, Vorstandschef der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, verspricht den Firmenkunden auch Hilfe in Corona-Zeiten.
Joachim Hoof, Vorstandschef der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, verspricht den Firmenkunden auch Hilfe in Corona-Zeiten. © Sven Ellger

Viele vom Lockdown betroffene Restaurantbesitzer und Einzelhändler sind Kunden der Sparkassen. Wann sie wieder Kreditraten zurückzahlen werden können, ist unklar. Joachim Hoof, Vorstandschef der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (OSD) versicherte am Mittwoch: „Wir stehen unseren Firmenkunden – kleinen Selbständigen ebenso wie größeren mittelständischen Unternehmen – in dieser außerordentlichen Situation schnell und unbürokratisch zur Seite.“

2020 hat die Sparkasse die Firmen mit Tilgungsaussetzungen für bestehende Darlehen unterstützt. Privatpersonen und Unternehmen konnten drei bis sechs Monate die Tilgung aussetzen und gewannen damit finanziellen Spielraum und Zeit. Insgesamt verzichtete das regionale Kreditinstitut befristet auf Tilgung von Darlehen in Höhe von rund 300 Millionen Euro. Davon entfielen etwa 60 Millionen Euro auf Privatkunden.

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Von November 2019 bis November 2020 ist der Kreditbestand um 714 Millionen Euro auf insgesamt fast acht Milliarden Euro gestiegen. Das Plus speist sich vor allem aus dem Kreditneugeschäft. Hier legte die Sparkasse erneut zu. Im Vergleich zum November des Vorjahres wurden 141 Millionen Euro mehr an Kreditmitteln ausgereicht – insgesamt 1,57 Milliarden Euro.

Besonders erfreulich sei, dass es in diesem Jahr kaum Kreditausfälle gab. Ungeachtet dessen hat die Sparkasse Ihre Vorsorgeaufwendungen für mögliche Ausfälle erhöht. „Die Finanzierung des regionalen Mittelstandes und die private Immobilienfinanzierung waren auch in diesem Jahr das Rückgrat unseres erfolgreichen Kreditgeschäftes“, resümiert Hoof.

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Noch ist die oft prognostizierte Insolvenzwelle nicht im Mittelstand angekommen. Hoof schätzt ein: „Natürlich wird dieses Ausnahmejahr auch Spuren in unserer Bilanz hinterlassen. Trotzdem sind wir verhalten optimistisch“. Der ostsächsische Mittelstand habe in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass er mit Kreativität und Mut das tue, was einen Unternehmer ausmacht: nach vorn schauen und etwas unternehmen, so Hoof.

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