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Volksbank Dresden-Bautzen: Gewinn schrumpft

Die Dresdner Volksbank zahlt weniger Dividende. Dabei hat sie zuletzt schon gespart.

Spar-Bilanz: Thomas Müller leitet die Volksbank Dresden-Bautzen von der Villa Eschebach in der Dresdner Neustadt aus.
Spar-Bilanz: Thomas Müller leitet die Volksbank Dresden-Bautzen von der Villa Eschebach in der Dresdner Neustadt aus. © Archiv: André Wirsig

Dresden. Sechs Filialen geschlossen und den Vorstand verkleinert - für die Volksbank Dresden-Bautzen war das Corona-Jahr 2020 ein Spar-Jahr. Am Donnerstag teilte Vorstandssprecher Thomas Müller zudem mit, dass die Besitzer der Genossenschaftsbank weniger Geld bekommen: Die Dividende schrumpft von vier auf zwei Prozent.

Müller zog trotzdem ein "insgesamt zufriedenstellendes Fazit" über das "außergewöhnliche" Geschäftsjahr. Die Vertreterversammlung habe vor zwei Wochen als Live-Stream stattgefunden, Abstimmungen erfolgten schriftlich.

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Die Kunden geben der sächsischen Volksbank immer mehr Geld. Die Kredite wachsen aber nicht im gleichen Tempo. Müller berichtete von 13,1 Prozent Zuwachs der Kundeneinlagen, sodass die Volksbank Dresden-Bautzen zum Jahresende 2,313 Milliarden Euro auf den Konten hatte.

Die Summe der ausgeliehenen Gelder stieg um 5,6 Prozent auf 948 Millionen Euro, wozu 230 Millionen Euro neu zugesagte Kredite beitrugen. Müller betonte, die Bank habe Wirtschaft und Privatpersonen mit einem eigenen Kreditprogramm und mit Tilgungsaussetzungen in der Krise unterstützt. Über die eigenen Geldanlagen der Bank verriet Müller, dass in zusätzliche Solaranlagen investiert werde. Für dieses Jahr plane das Geldinstitut mit einer "grünen Stromausbeute" von 6,5 Millionen Kilowattstunden, das sei das Fünffache des eigenen Verbrauchs.

Weitere "Verschlankungen" soll Kosten senken

Der Gewinn der Volksbank schrumpfte - das hatte Müller angesichts von Corona bereits vor einem Jahr angekündigt. Die Bank könne dennoch rund 6,5 Millionen Euro zurücklegen, doch voriges Jahr waren rund neun Millionen Euro in Rücklagen gegangen. Der Gewinn aus dem Bankgeschäft ("Betriebsergebnis vor Bewertung") schrumpfte von 16,5 auf 14,6 Millionen Euro.

Vorstand Müller kündigte an, dass die Volksbank trotz aller Hilfsmaßnahmen mit "Wertberichtungen" rechnen müsse. Die Höhe lasse sich "derzeit nur schwer vorhersagen". Die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Kombination mit der andauernden Niedrigzinsphase seien eine Belastung fürs Geschäft. Müller will die Kosten durch weitere "Verschlankung" senken, verspricht aber zugleich eine exzellente Betreuung der Kunden.

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Zum April vorigen Jahres hatte die Volksbank Dresden-Bautzen sechs von 31 Filialen geschlossen, darunter Dresden-Cossebaude, Königswartha und Wilthen. Die Zahl der Beschäftigten war 2019 um 18 auf 356 verringert worden, jetzt nennt die Bank 352, darunter 24 Auszubildende. Vorstandsmitglied Tilman Römpp ging Ende November in den Ruhestand, damit schrumpfte der Vorstand auf die beiden Mitglieder Thomas Müller und Remo Teichert. Die Bank war 2017 durch Fusion zweier etwa gleich großer Nachbarn entstanden.

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