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Volksbank Pirna legte 2020 trotz Corona zu

Kreditvolumen, Kundenzahl und Gewinn steigen. Manche Firmen müssen aber jetzt einen Negativzins zahlen.

Die Volksbank Pirna hat im vergangenen Jahr ein Betriebsergebnis von 2,2 Millionen Euro erzielt und konnte ihr Eigenkapital mit 1,2 Millionen Euro stärken.
Die Volksbank Pirna hat im vergangenen Jahr ein Betriebsergebnis von 2,2 Millionen Euro erzielt und konnte ihr Eigenkapital mit 1,2 Millionen Euro stärken. © SZ/Uwe Soeder

Wenn die Volksbank Pirna zur Vertreterversammlung einlädt, wähnen sich die Teilnehmer mitunter als Gäste von zwei verschiedenen Veranstaltungen. Einerseits geht Bankvorstand Hauke Haensel stets hart mit der Politik der Bundesregierung und der Europäischen Zentralbank ins Gericht. Da fallen Sätze wie "Das unendliche Gelddrucken der EZB und deren Manipulierung der Zins- und Kapitalmärkte – für das jeder Bankvorstand wegen Untreue im Gefängnis säße - ist nichts anderes als eine sauber geplante Massenenteignung der Sparer." Oder: "Am Ende der Kanzlerschaft von Frau Merkel ist der Abstieg Deutschlands aus der Champions League zu bilanzieren." Andererseits aber, so Haensel, habe die Volksbank einmal mehr blendende Ergebnisse produziert.

Seit Jahren schon sieht sich das Pirnaer Geldinstitut auf der Erfolgsspur. Auch 2020 wurde - trotz Corona - mit einem positiven Betriebsergebnis von 2,2 Millionen Euro abgeschlossen. Das sind rund 500.000 Euro mehr als im Vorjahr. Sowohl beim Zinsüberschuss als auch beim Provisionsüberschuss konnte das Unternehmen zulegen. Gleichzeitig gelang es, weiteres Eigenkapital zu bilden. 1,2 Millionen Euro aus dem Betriebsergebnis wurden für diesen Zweck verwendet.

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Kreditvolumen seit 2015 verdoppelt

Die Volksbank versteht sich als regionaler Partner für Gewerbetreibende, Landwirte, Handwerker und Händler. Die Nachfrage nach Krediten wuchs 2020 in diesem Bereich. So sei das Kreditvolumen um knapp 20 Prozent auf 338 Millionen Euro gewachsen. "Allein in den vergangenen fünf Jahren haben wir das Kundenkreditvolumen damit verdoppelt", sagt Volksbank-Vorstand Hauke Haensel. Trotzdem war es nicht möglich, das bei der Volksbank angelegte Geld gänzlich als Darlehen herauszugeben.

So musste das Haus 143.000 Euro Negativzinsen auf eigene Einlagen zahlen. 2021 werden hochgerechnet sogar 300.000 Euro fällig sein. Daher hat die Volksbank nun damit begonnen, ihrerseits Verwahrentgelte zu verlangen. Dies betrifft seit diesem Jahr Firmenkunden ab einem "freien Vermögen" von 350.000 Euro aufwärts. "Für bestehende Privatkundenverbindungen wollen wir auch in Zukunft keine Negativzinsen berechnen", heißt es aber gleichzeitig vom Vorstand.

Volksbank-Chef Hauke Haensel: "Das unendliche Gelddrucken der EZB und deren Manipulierung der Zins- und Kapitalmärkte ist nichts anderes als eine sauber geplante Massenenteignung der Sparer."
Volksbank-Chef Hauke Haensel: "Das unendliche Gelddrucken der EZB und deren Manipulierung der Zins- und Kapitalmärkte ist nichts anderes als eine sauber geplante Massenenteignung der Sparer." © Marko Förster

Eine wichtige Säule beim Kreditgeschäft sind Immobilienfinanzierungen, die zu 50 Prozent zum Kreditwachstum beigetragen haben. Man habe durch die Vermittlung von Immobilien und mit einer passenden Finanzierung 230 Kunden geholfen, Wohnträume zu realisieren. In der Immobiliensparte arbeitet die Volksbank seit fast zehn Jahren mit der Pirnaer Geva-Gruppe zusammen.

Auch die hauseigene Goldwelt bezeichnet Haensel als Erfolgsmodell. Der Verkauf hat sich seit der Eröffnung 2016 verfünffacht und sich zuletzt nochmals verdoppelt. "2020 konnten wir Transaktionen mit einem Gesamtwert von knapp elf Millionen Euro abwickeln, 2021 liegen die Verkäufe erneut auf Kurs zweistelliger Millionenbetrag", so Haensel.

Trotz Corona geht es mit der Volksbank nach seinen Angaben auch 2021 weiter aufwärts. Das hat aber für das Haus auch eine Schattenseite: Das Geschäftsvolumen wächst schneller als das Eigenkapital, obwohl in den vergangenen Jahren stets ein beträchtlicher Teil des Betriebsergebnisses in eine Erhöhung des Eigenkapitals floss. "Dies ist als momentaner Effekt vertretbar, kann aber nicht beliebig oft wiederholt werden", heißt es dazu von dem Unternehmen. Ziel seien damit nicht nur gute Erträge. "Wir müssen weiter größtes Augenmerk darauf legen", so Haensel, "unsere hohe Eigenkapitalquote zu erhalten."

In einer früheren Version dieses Artikels war der Bilanzgewinn von 306.000 Euro als zentrale Kenngröße genannt worden. Im Interesse der besseren Vergleichbarkeit haben wir ihn durch das Betriebsergebnis nach Bewertung (z.B. abgeschriebene Forderungen ersetzt). Dieses betrug vergangenes Jahr 2,2 Mio. Euro.

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