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Warum eine Bank aus Österreich in Dresden öffnet

Die Oberbank aus Linz hat eine Filiale an der Altmarkt-Galerie in Dresden eingerichtet. Andere Banken ziehen sich zurück - was bieten die Österreicher?

Während andere Banken in Dresden Filialen schließen, hat die Oberbank aus Oberösterreich sich an der Altmarktgalerie niedergelassen.
Während andere Banken in Dresden Filialen schließen, hat die Oberbank aus Oberösterreich sich an der Altmarktgalerie niedergelassen. © Foto: SZ/Georg Moeritz

Dresden. Während die Commerzbank ihr Filialnetz drastisch verkleinert und Sparkassen kleinere Zweigstellen schließen, setzt eine Bank aus Österreich auf Expansion: Die Oberbank AG mit Sitz in Linz hat eine Filiale in Dresden an der Wallstraße nahe der Altmarktgalerie eröffnet.

In Städten wie Magdeburg und Cottbus lässt Generaldirektor Franz Gasselsberger gerade mögliche Standorte untersuchen. „Wir werden die Filialexpansion fortsetzen“, sagte er am Dienstag bei einem Online-Pressegespräch. Die Oberbank hat 176 Filialen, auch in der Slowakei. In Leipzig und Chemnitz hat sie ebenfalls Filialen eröffnet.

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Andere Banken haben Dresdner Filialen aufgegeben

Andere Banken haben sich in den vergangenen Jahren aus Dresden zurückgezogen. Die privaten Bankhäuser Lampe und Löbbecke schlossen ihre Büros. Auf der Wilsdruffer Straße ist an der ehemaligen Filiale der Deniz Bank (Wien) AG zu lesen, dass der "persönliche Service" mit dem April vorigen Jahres eingestellt wurde. Aber "Banking bequem von zu Hause aus" sei möglich.

Rund um die Uhr sei die Bank auf der Internetseite erreichbar, auch eine Telefonnummer zur Kundenbetreuung steht dabei. Die Commerzbank hat einen Teil ihrer sächsischen Filialen wegen Corona vorübergehend geschlossen, einige aber voriges Jahr dauerhaft - etwa in Löbau und Bischofswerda. Nun will sie ihr Netz überall in Deutschland drastisch verkleinern und Personal abbauen.

Filialen in Deutschland sichern Selbstständigkeit daheim

Laut Gasselsberger ist der Beratungsbedarf der Kunden in der Corona-Zeit gestiegen. Er glaube nicht, dass Commerzbank und Deutsche Bank mit Personalabbau „das Schiff wieder klarmachen“ könnten. Vielmehr seien engagierte Mitarbeiter nötig.

"Mehr Zeit für Sie" steht als Werbung im Schaufenster der Oberbank in der Dresdner Innenstadt - nicht weit von einer Filiale der Postbank, die zur Deutschen Bank gehört. Bei der Expansion in Deutschland finde die Oberbank Personal und Marktpotenzial, sagte Gasselsberger. Sie verbinde die Leistungspalette einer Großbank mit der Flexibilität und Schnelligkeit einer Regionalbank.

Aus Veröffentlichungen der Oberbank geht hervor, dass ihr Mitbesitzer Unicredit ihr die Unabhängigkeit streitig macht. Die Oberbank betont, dass sie als selbstständige Bank ständig neue Filialen eröffne. Als "Anhängsel einer anderen Bank" würde sie dagegen manche Fachabteilungen verlieren, und "so manche Filiale würde geschlossen werden". Sie wäre dann eine unscheinbare Regionalbank, die ständig um ihre Existenzberechtigung kämpfen müsste. Demnach dient die Eröffnung neuer Filialen auch der Sicherung der Eigenständigkeit der Bank mit rund 24 Milliarden Euro Bilanzsumme.

Keine Negativzinsen für Privatkunden

„Wir stehen vor dem größten Wirtschaftsaufschwung der Nachkriegszeit“, sagte der Bankdirektor. „Die Leute haben Geld.“ Er erwarte einen Konsumrausch, sobald ausreichend Menschen geimpft seien und Reisen und Ausgehen wieder möglich würden.

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Die Oberbank will auch ihr digitales Angebote ausweiten. Sie habe täglich 3.300 Filialbesucher, aber 100.000 Online-Kundenkontakte. Für Spareinlagen bietet sie laut Aushang in Dresden wie andere nur 0,01 Prozent Zinsen. Gasselsberger sagte, für Privatkunden gebe es keine Negativzinsen. 70 Prozent des Geschäfts mache die Bank aber mit Industrie und Mittelstand. Hauptkonkurrent seien die Sparkassen.

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