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Wirtschaft

US-Börsen: Dow Jones knickt ein

Grund ist unter anderem die offenbar schlechte Wirksamkeit des Johnson & Johnson-Impfstoffs. Währenddessen geht der Gamestop-Skandal an die Justiz.

Am Devisenmarkt profitierte der Euro von überwiegend überraschend gut ausgefallenen Wachstumsdaten aus großen Euroländern.
Am Devisenmarkt profitierte der Euro von überwiegend überraschend gut ausgefallenen Wachstumsdaten aus großen Euroländern. © dpa

New York. An der Wall Street hat sich die Stimmung nach dem kurzen Lichtblick vom Donnerstag wieder stark verdüstert. Alle wichtigen Aktienindizes lagen am Freitag jeweils rund zwei Prozent im Minus. Als Gründe für die Talfahrt wurden unter anderem sowohl die Furcht vor Marktverwerfungen durch den Aufbau spekulativer Positionen bei einzelnen Aktien genannt als auch die Enttäuschung über den Impfstoff von Johnson & Johnson.

Wochenverlust so hoch wie seit Oktober nicht mehr

Der Dow Jones Industrial riss am Freitag die Marke von 30 000 Punkten und sackte am Ende um 2,03 Prozent auf 29 982,62 Punkte ab. Der daraus resultierende Wochenverlust von 3,27 Prozent ist immerhin der höchste seit Oktober letzten Jahres. Auf Monatssicht steht ein Minus von rund 2 Prozent zu Buche.

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Mit dem S&P 500 ging es am Freitag um 1,93 Prozent auf 3714,24 Zähler nach unten. Unter den Technologie-Indizes fiel der Nasdaq 100 um 2,09 Prozent auf 12 925,38 Punkte.

Experten warnen vor heiß gelaufenen Aktienmärkten

Zuletzt warnten Experten auch wieder verstärkt vor inzwischen zu heiß gelaufenen Aktienmärkten, nachdem die Börsen jüngst Rekordhöhen erklommen hatten. Zur allgemeinen Verunsicherung trug jüngst neben immer neuer Lockdowns rund um den Globus auch der fortdauernde Kampf zwischen im Internet organisierten Privat- und Kleinspekulanten einerseits und den auf fallende Kurse setzenden professionellen Hedgefonds andererseits bei.

Diese Großinvestoren gerieten durch das Kräftemessen in große wirtschaftliche Schwierigkeiten und mussten deshalb zum Teil Milliarden-Verluste abschreiben, was Börsianern zufolge wegen der engen Verflechtungen der Hedgefonds mit anderen Marktakteuren zu Verwerfungen am Gesamtmarkt führen kann.

Robinhood kündigt Lockerung der Beschränkungen an

Die Aufregung um die extremen Kurskapriolen der Aktien von Gamestop, AMC und anderer Unternehmen am Finanzmarkt erreichte derweil endgültig die politische Ebene. Hintergrund ist der große Ärger über Handelsrestriktionen, durch die die Anleger sich bei einer Gewinnstrecke ausgebremst sehen. Vor allem der Online-Broker Robinhood geriet dadurch massiv in die Kritik und in den Verdacht, Privatanleger gegenüber Wall-Street-Großinvestoren zu benachteiligen.

Nach dem Sturm der Empörung und ersten Klagen von Anlegern, die sich um Kursgewinne gebracht sehen, kündigte Robinhood zuletzt an, die Handelsbeschränkungen für die Wertpapiere wieder zu lockern. Daraufhin zogen die Kurse des Videospiel-Händlers Gamestop um 68 Prozent und die der Kinokette AMC Entertainment um 54 Prozent an.

Impfstoffwirksamkeit enttäuscht Anleger

Im Dow sackten derweil die Anteilscheine von Chevron um mehr als vier Prozent ab. Der zweitgrößte US-Ölkonzern kämpft in der Corona-Krise weiter mit Nachfrageproblemen.

Die ebenfalls im Dow gelisteten Papiere von Johnson & Johnson (J&J) fielen um 3,6 Prozent. Der Pharmakonzern will zwar für seinen Corona-Impfstoff Anfang Februar in den USA einen Antrag auf eine Notfallzulassung stellen. Der entsprechenden zulassungsrelevanten Studie zufolge erreichte das Vakzin der J&J-Tochter Janssen in den Tests aber nur eine Wirksamkeit von 66 Prozent, was Anleger enttäuschte.

Impfstoff-Entwickler Novavax im Aufwind

Mit Novavax hatte derweil ein anderer Impfstoff-Entwickler viel bessere vorläufige Ergebnisse zum Vorschein gebracht: Eine Wirksamkeit des proteinbasierten Mittels von rund 90 Prozent trieb hier die Papiere um 65 Prozent nach oben.

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Am Devisenmarkt profitierte der Euro von überwiegend überraschend gut ausgefallenen Wachstumsdaten aus großen Euroländern und notierte bei 1,2135 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,2136 (Donnerstag: 1,2091) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8239 (0,8270) Euro. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) fiel um 0,09 Prozent auf 137,16 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe stieg im Gegenzug auf 1,08 Prozent. (dpa)

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