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Wirtschaft

Inflation könnte auf 6 Prozent steigen

Ein Ende des Anstiegs der Verbraucherpreise ist vorerst nicht in Sicht - im Gegenteil. Die Bundesbank rechnet im November mit einem weiteren Sprung.

In Deutschland steigen die Verbraucherpreise nach Ansicht der Bundesbank weiter deutlich an.
In Deutschland steigen die Verbraucherpreise nach Ansicht der Bundesbank weiter deutlich an. © Francisco Seco/AP/dpa (Symbolbild)

Frankfurt/Main. Die Bundesbank hält einen sprunghaften Anstieg der Inflation in Deutschland auf knapp 6 Prozent im November für möglich. Im Oktober war der harmonisierte Verbraucherpreisindex HVPI, den die EZB für ihre Geldpolitik heranzieht, in Deutschland auf 4,6 Prozent gestiegen. In diesem Monat könnte die Rate "sogar knapp 6 Prozent betragen", schrieb die Notenbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.

Einen Teil des Anstiegs führt die Bundesbank auf Sondereffekte wie die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer in Deutschland ab Sommer 2020 in der Corona-Krise zurück. Seit Beginn dieses Jahres gelten wieder die alten Steuersätze.

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Der Sondereffekt aus der Mehrwertsteuer entfällt ab Januar 2022. "Dann sollte die Inflationsrate spürbar zurückgehen, obwohl die kräftig gestiegenen Marktnotierungen für Erdgas vermutlich zum Großteil erst nach dem Jahreswechsel an die Verbraucher weitergegeben werden", schrieb die Notenbank. Die Experten rechnen damit, dass die Teuerungsrate in den folgenden Monaten des kommenden Jahres nach und nach abnimmt. "Sie könnte aber noch für längere Zeit deutlich über 3 Prozent bleiben."

In diesem Zusammenhang beurteilt die Notenbank die Pläne der möglichen neuen Bundesregierung kritisch, den Mindestlohn gegen Ende des Jahres 2022 auf 12 Euro je Stunde zu erhöhen. Dies hätte "nicht zu vernachlässigende Ausstrahlungseffekte" auf die darüber liegenden Lohngruppen, erläuterte die Bundesbank.

Notenbank: Das ist nur vorübergehend

"Auch hierdurch dürfte sich der Lohndruck künftig verstärken." Dahinter steht die Sorge vor einer Spirale aus steigenden Preisen und steigenden Löhnen, für die Ökonomen bislang noch keine Anzeichen sehen. Zudem könnte eine solche politische Vorgabe die unabhängige Mindestlohnkommission entwerten, argumentierte die Bundesbank.

Die Europäische Zentralbank strebt für den Währungsraum der 19 Länder eine jährliche Teuerungsrate von 2 Prozent an und ist zumindest zeitweise bereit, ein moderates Über- oder Unterschreiten dieser Marke zu akzeptieren. Aus Sicht der Notenbank ist der jetzige Anstieg der Inflation vorübergehend.

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Europas Währungshüter lassen sich daher nicht zu einem rascheren Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes drängen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekräftigte jüngst, dass die Notenbank die Wirtschaft auch dann weiter unterstützen werde, wenn die akute Pandemie-Notlage beendet sei. "Wir nehmen diese Phase der höheren Inflation nicht auf die leichte Schulter", versicherte Lagarde. Die EZB dürfe aber "angesichts vorübergehender oder angebotsbedingter Inflationsschocks nicht zu einer vorzeitigen Straffung der Geldpolitik übergehen." (dpa)

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