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Gasverbrauchern in Sachsen droht ein teurer Winter

Die Preise für Erdgas steigen und steigen, die Speicher sind weniger gefüllt als üblich. Mehrere sächsische Versorger haben bereits Erhöhungen angekündigt.

Die Großhandelspreise für Erdgas steigen und steigen - Verbrauchern droht ein teurer Winter.
Die Großhandelspreise für Erdgas steigen und steigen - Verbrauchern droht ein teurer Winter. © dpa

Essen. Viele Sachsen haben im kühlen September schon die Heizung in Betrieb genommen, und für Oktober müssen sie zudem mit steigenden Preisen rechnen. Das Vergleichsportal Check 24 berichtete am Montag, dass bundesweit 50 Versorgungsunternehmen die Gaspreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt haben.

Zum Oktober erhöhen beispielsweise die Sachsen-Energie mit ihren Marken Enso und Drewag sowie die Stadtwerke Görlitz die Gaspreise. Der Chemnitzer Stadtwerke-Nachfolger Eins Energie hatte schon zum August die Preise erhöht. Doch die Erhöhungen treffen die meisten Verbraucher nun zum Beginn der Heizperiode. Wer beispielsweise 12.000 Kilowattstunden Erdgas verbraucht, muss nach der Preiserhöhung um je 0,66 Cent bei Enso und Drewag fast 80 Euro mehr pro Jahr einkalkulieren. Sie hatten zuletzt 2018 die Preise erhöht.

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Fast jeder zweite Haushalt betroffen

Noch stärker schlägt die Preiserhöhung der Stadtwerke Görlitz zu Buche, die allerdings seit 2017 nicht erhöht hatten. Dort sollen nun 1,19 Cent mehr pro Kilowattstunde bezahlt werden. Bei 12.000 Kilowattstunden im Jahr macht das fast 143 Euro mehr aus. Die Jahresgrundpreise bleiben bei diesen Unternehmen gleich.

Einige Stadtwerke hatten zu Jahresanfang die Preise erhöht, darunter die Meißener. Dort waren sowohl die Verbrauchspreise als auch die Jahresgrundpreise erhöht worden. Preisvergleiche sind zusätzlich dadurch erschwert, dass die Unternehmen mehrere Tarife zur Auswahl bieten – manchmal auch Rabatte, wenn Kunden sich für längere Zeit an sie binden.

Deutschlandweit beheizt annähernd jeder zweite Haushalt seine Wohnung mit Gas. Noch im Frühjahr 2020 konnten sich die Verbraucher über sinkende Kosten freuen. Nach Beginn der Corona-Pandemie waren die Gaspreise im Keller. Doch seit dem vergangenen Winter hat sich das grundlegend geändert.

Unterirdische Speicher gleichen aus

Die Einfuhrpreise für Erdgas, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle ermittelt werden, sind allein von Januar bis Juli um 42 Prozent gestiegen. An den Spotmärkten, wo Gas kurzfristig gehandelt wird, haben sich die Preise für Erdgas seit Beginn des Jahres sogar mehr als verdoppelt.

Experten sehen einen ganzen Strauß von Gründen für diese Entwicklung: So hat sich nach dem Wiederanlaufen der Wirtschaft die weltweite Nachfrage wieder normalisiert. Dies führt zu steigenden Preisen. Hinzu kommt, dass die Gasspeicher in Europa nach dem vergleichsweise kalten Winter 2020/21 noch nicht wieder komplett aufgefüllt sind. Die über ganz Deutschland verteilten unterirdischen Speicher gleichen vor allem im Winter Verbrauchsspitzen aus. (mit dpa)

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