merken
Wirtschaft

GDL scheitert mit Klage gegen Tarifeinheitsgesetz

In den meisten Bahn-Betrieben gilt der Vertrag mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Das wollten die Lokführer nicht hinnehmen - ohne Erfolg.

Die Lokführergewerkschaft GDL ist mit ihrem Vorgehen gegen die Tarifeinheit bei der Deutschen Bahn vor dem Arbeitsgericht Berlin gescheitert.
Die Lokführergewerkschaft GDL ist mit ihrem Vorgehen gegen die Tarifeinheit bei der Deutschen Bahn vor dem Arbeitsgericht Berlin gescheitert. © Soeren Stache/dpa (Symbolbild)

Die Deutsche Bahn wendet das sogenannte Tarifeinheitsgesetz (TEG) bei den eigenen Betrieben zu Recht an - die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist am Dienstag mit einer Klage gegen die Anwendung vor dem Landesarbeitsgericht Berlin gescheitert. Das Gesetz sieht vor, dass bei zwei Gewerkschaften in einem Betrieb nur die Tarifregelungen der größeren Arbeitnehmervertretung angewendet werden. Bei der Deutschen Bahn konkurriert die GDL mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) um Mitglieder.

Das Gesetz gibt es seit 2015. Bis Ende vergangenen Jahres regelte aber ein Grundlagentarifvertrag bei der Bahn, dass auch die Tarifverträge der GDL angewendet wurden. Doch dieser Vertrag ist ausgelaufen. Seit diesem Jahr gilt deshalb das TEG in den rund 300 Betrieben des Konzerns. Dagegen hatte die Gewerkschaft geklagt. Die Regelung sei verfassungs- und europarechtswidrig, zudem seien die Voraussetzungen einer Anwendung nicht gegeben. Dem widersprach das Gericht: Das Gesetz sei nicht verfassungswidrig, entsprechend stützten sich die Unternehmen der Bahn zutreffend auf diese Regelung.

Anzeige
Halsschmerzen? Hier gibt’s Tipps aus der Apotheke!
Halsschmerzen? Hier gibt’s Tipps aus der Apotheke!

Im Herbst kämpfen viele Menschen mit Viren und Co. Mit den richtigen Maßnahmen wird Schlimmeres verhindert.

Laut Bahn hat die GDL lediglich in 16 Betrieben eine Mehrheit bei den Mitgliedern. In 71 Betrieben sind die Mehrheitsverhältnisse zwischen GDL und EVG demnach unklar. Ein notarielles Verfahren soll hier bald Klarheit schaffen. Darauf hatten sich Bahn und GDL in den vergangene Woche beendeten Tarifverhandlungen geeinigt.

An der Klage hielt die Gewerkschaft indes fest. Sie richtete sich gegen den Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband der Mobilitäts- und Verkehrsdienstleister (AGV MOVE), in dem die Deutsche Bahn organisiert ist.

Weiterführende Artikel

GDL und Bahn einigen sich auf Tarifvertrag

GDL und Bahn einigen sich auf Tarifvertrag

Montagelang ließen die Lokomotivführer Reisende zittern, nun gibt es einen Kompromiss. Völlig ausgeschlossen sind Streiks aber trotzdem nicht.

Was ist dran an den Vorwürfen der GDL gegen die Bahn?

Was ist dran an den Vorwürfen der GDL gegen die Bahn?

Laut Gewerkschaft stopfen sich Vorstand und Führungskräfte die Taschen voll und gönnen den Lokführern nichts. Sächsische.de fragte nach.

"Das Tarifeinheitsgesetz wirkt und funktioniert", teilte Verbands-Hauptgeschäftsführer Florian Weh am Dienstag mit. "Das zeigt der jüngste Tarifabschluss mit der GDL. Wichtig ist nun, diese Rahmenbedingung nicht mehr in Frage zu stellen und nach vorn zu schauen." Die GDL äußerte sich zunächst nicht. (dpa)

Mehr zum Thema Wirtschaft