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Schneller zu neuen Medikamenten

Das Dresdner Startup PharmAI geht eine Kooperation mit der Münchner Firma NanoTemper Technologies ein.

Gründerteam von PharmAI: Christoph Leberecht (l.), Joachim Haupt und Florian Kaiser.
Gründerteam von PharmAI: Christoph Leberecht (l.), Joachim Haupt und Florian Kaiser. © PR

Die Pandemie zeigt, wie wichtig es ist, passende Medikamente möglichst schnell und einfach zu finden und zu entwickeln. Eine jetzt begonnene Zusammenarbeit zwischen dem Dresdner Start-up PharmAI und dem weltweit agierenden Münchner Unternehmen NanoTemper Technologies hat genau das zum Ziel.

Die beiden Partner verbinden künftig ihr Knowhow in innovativen Produkten. Diese sollen es unter anderem auch kleinen Laboren ermöglichen, in die Wirkstoffforschung einzusteigen. Damit ließen sich zum Beispiel verstärkt Medikamente gegen seltene Krankheiten erforschen, deren Entwicklung für große Pharmaunternehmen aktuell eher unrentabel ist.

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NanoTemper Technologies ist seit Jahren führend in der Entwicklung von Geräten und Software-Lösungen für die Analyse von Biomolekülen. Dafür kombinieren die Münchner verschiedene optische Messmethoden, die mittels Lichts wichtige Aussagen über Mole-küle erlauben: zu Größe, Beschaffenheit, Haltbarkeit oder zur möglichen Verwendung als Wirkstoff. Die Software von PharmAI wiederum findet mit Hilfe künstlicher Intelligenz in großen Datenbanken auf der Basis von Proteinstrukturdaten passende Wirkstoffkandidaten. „Wir wollen diese Kompetenzen nun bündeln, um einen Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen“, erklärt Philipp Baaske, einer der beiden Geschäftsführer von Nano Temper Technologies. Virtuelles Screening werde immer wichtiger. „Kunden möchten sich jedoch nicht zeitauf-wendig mit Messwerten auseinandersetzen, sie wollen neue Erkenntnisse gewinnen und in ihrer Arbeit nutzen. Genau dabei helfen wir”, so Baaske.

Für Joachim Haupt, Geschäftsführer von PharmAI, ist die Zusammenarbeit deshalb ein nächster logischer Schritt. „Unsere Software macht hilfreiche Vorhersagen über Wirkstoffkandidaten und reduziert Millionen von Möglichkeiten auf eine überschaubare Größe”, erläutert er. Für PharmAI eröffnen sich durch die Kooperation Marktbereiche, in denen das Start-up bisher noch nicht tätig war. „Lebensrettende Medikamente und Therapien auf den Markt zu bringen, ist wichtiger denn je, betont Haupt. PharmAI wurde 2019 als Spin-Off der Technischen Universität gegründet. (SZ/nm)

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