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Firmen schlagen zu - Gewerbegebiet ist voll

In Leutersdorf wird eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Dafür sorgt die Gemeinde mit ortsansässigen Unternehmen. Das schafft auch 2021 neue Jobs.

Leutersdorfs Bürgermeister Bruno Scholze am Anfang des Gewerbegebietes, das jetzt nachdem 2021 noch zwei Firmen bauen, komplett belegt ist.
Leutersdorfs Bürgermeister Bruno Scholze am Anfang des Gewerbegebietes, das jetzt nachdem 2021 noch zwei Firmen bauen, komplett belegt ist. © Matthias Weber/photoweber.de

Aus einer Fläche voller Industriebrachen, durchsetzt mit Altlasten aus zig Jahrzehnten Textilindustrie, ist in Leutersdorf ein Gewerbegebiet entstanden, das in diesem Jahr bis auf den letzten Flecken vergeben sein wird. "Hier haben wir eine richtige Erfolgsgeschichte für unseren Ort geschrieben. Und das alles mit ortsansässigen Firmen", sagt Bürgermeister Bruno Scholze (CDU). Und er freut sich auch deshalb, weil 2021 damit wieder neue Arbeitsplätze in der Gemeinde entstehen. Denn zwei Firmen aus dem Ort wollen in diesem Jahr auf den zwei noch freien Flächen im Gewerbegebiet investieren. "Dann ist unser Gewerbegebiet komplett belegt", freut sich der Bürgermeister.

Rund 3,5 Hektar ist das Gewerbegebiet an der Geschwister-Scholl-Straße in Leutersdorf groß. Zu DDR-Zeiten gehörte das Gebiet zum Textilbetrieb Lautex. Treuhänderisch verwaltet, tat sich hier viele Jahre nichts. Nach der Jahrtausendwende erwarb die Gemeinde schließlich einen Großteil des Areals. 2005 kaufte die Gemeinde dann das letzte verbliebene Stück der ehemaligen Veredlung aus der Insolvenzmasse von Lautex, schildert Bruno Scholze. Und im Jahr darauf war dieses Teilstück des künftigen Gewerbegebietes bereits schon an das Textil-Unternehmen Kindermann GmbH verkauft.

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Werder baut eine neue Produktionshalle

Das wohl mit nach außen bekannteste Leutersdorfer Unternehmen im Gewerbegebiet dürfte die Werder Bedachungen GmbH sein. Und die will sich jetzt vergrößern. "Wir bauen noch eine neue Produktionshalle", sagt Geschäftsführer André Werder. In Zeiten von Corona rechnet er, dass es mit dem Bau dafür aber erst im letzten Quartal 2021 losgehen könnte. Für die neue Produktionshalle werden dann weitere Mitarbeiter gebraucht.

Die großen Garagen, die derzeit noch auf dem künftigen Standort der neuen Produktionshalle stehen, weichen dem Neubau. Der Reifenservice Michael Thomas, der bisher einen Teil davon nutzte, ist bereits an einen anderen Standort in Leutersdorf umgezogen. "Der liegt nur etwa 300 Meter entfernt. Und so bleibt auch er der Gemeinde erhalten", schildert der Bürgermeister.

Baufirma siedelt sich neu an

Bauen will in diesem Jahr im Gewerbegebiet ebenso die Firma 1A-Meisterbau GmbH. Das Leutersdorfer Bau-Unternehmen verlegt dann seinen Firmensitz nur um ein paar Hundert Meter von der "Folge 1" auf das Grundstück Sachsenstraße, Ecke Kellerstraße. Mindestens ein Büro-Gebäude, vielleicht aber auch noch eine Halle für die Baumaschinen will Geschäftsführer Torsten Franke hier im wesentlich günstiger gelegenen Standort bauen. "Ich kann es im Moment nicht sagen, aber in diesem Jahr soll es schon noch werden", sagt er.

Im Gewerbegebiet ansässig sind bereits die Firmen Laserschneiden & Metallbau Ralf Speerschneider, LST Laserschweißtechnik Krause und die E. Raiss GmbH + Co. Baustoffhandel KG. Letztere hat 2019 erst eine weitere große Halle für den Verkauf und die Lagerung von Streusalz und Düngemitteln errichtet.

"Ich hoffe, Sie machen das Richtige und es geht gut", hatte der Insolvenzverwalter beim Verkauf der ehemaligen Lautex-Grundstücke und leeren Gebäude darauf Bürgermeister Bruno Scholze mit auf den Weg gegeben, erinnert der sich. Die Gebäude waren leer und verfallen, vieles davon war nur noch abrissreif. Der Boden teilweise mit Altlasten behaftet, es gab eine alte Tankstelle, viele Probleme und noch mehr Fragezeichen.

Auch das ganze Gebiet drumherum hat sich gewandelt

Eine Million Euro sind in die Sanierung des Gebietes geflossen. 900.000 Euro erhielt Leutersdorf dafür an Fördermitteln. Dennoch musste die Gemeinde 100.000 Euro an Eigenmitteln beisteuern. "Aber das alles hat sich gelohnt", sagt Bruno Scholze.

Und nicht nur das Areal des Gewerbegebietes hat sich gewandelt - auch das Drumherum. Um die Grundstücke besser abgrenzen zu können, hat die Gemeinde die Geschwister-Schollstraße durch das Gebiet verlängert. Der letzte Straßenbereich davon ist erst 2020 grundhaft ausgebaut und dabei ein neuer Regenwasserkanal und andere Medien verlegt worden. Etwa 300.000 Euro sind in dieses Projekt noch einmal investiert worden.

Zudem wurde ein Fußweg gebaut und der Bach, der durch das Gewerbegebiet fließt, wieder frei gelegt. Der war nämlich von Lagerhallen und anderen Gebäuden überbaut gewesen. Da, wo das Gewerbegebiet an der Sachsenstraße - der Hauptstraße durch den Ort - angrenzt, gibt es jetzt eine neue Bushaltestelle mit Busbucht.

Und wie die SZ bereits berichtete, tut sich auch allerhand auf der anderen Seite des Gebietes. Die neuen österreichischen Schloss-Besitzer kommen mit der Sanierung des Herrenhauses gut voran. Allerdings ruhen die Bauarbeiten derzeit wegen des Lockdowns. Nach dem Abriss der alten Lautex-Gebäude haben wir jetzt von der Sachsenstraße sogar wieder freie Sicht auf das Schloss", sagt der Bürgermeister. Aus einem riesigen Schandfleck mit Industriebrachen ist nach 20 Jahren ein Gebiet geworden, auf das Leutersdorf stolz sein kann.

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