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Tante-Emma-Laden behauptet sich seit 30 Jahren

Im Gewerbehof Jänkendorf versorgt Silke Kunzendorf die Menschen mit Lebensmittel. Sie danken es ihr auf besondere Art.

Silke Kunzendorf und ihre Mitarbeiterin Liana Filter feiern das 30-jährige Bestehen ihres "Silkes Laden" in Jänkendorf. Pfarrer, Bürgermeister und Bürger des Ortes gratulierten und dankten ihr am Donnerstag.
Silke Kunzendorf und ihre Mitarbeiterin Liana Filter feiern das 30-jährige Bestehen ihres "Silkes Laden" in Jänkendorf. Pfarrer, Bürgermeister und Bürger des Ortes gratulierten und dankten ihr am Donnerstag. © André Schulze

Der Auflauf maskierter Menschen vor ihrem Geschäft kommt Silke Kunzendorf doch etwas seltsam vor. So einen Andrang wie Donnerstagfrüh hatte die Geschäftsfrau schon lange nicht mehr vor "Silkes Laden". Das hatte aber einen guten Grund: Die Jänkendorfer wollten zum Geschäftsjubiläum gratulieren und ihrer "Tante Emma" Danke sagen.

Seit 30 Jahren führt Silke Kunzendorf ihren Laden im Gewerbehof von Jänkendorf. Dass ihr auf Initiative von Pfarrer Helmut-Andreas Spengler der Bürgermeister Horst Brückner, Kinderschloss-Leiterin Monika Künast und Mitarbeiter vom gegenüberliegenden Bauhof Blumensträuße überreichen, das hat sie "total überwältigt", wie sie sagt. Mit so viel Aufmerksamkeit hat die 55-Jährige nicht gerechnet.

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Keine große Feier wie zum 20. Jubiläum

Mit einem Transparent und Blumensträußen dankten die Jänkendorfer. Auch Bürgermeister Horst Brückner überreichte Silke Kunzendorf einen Strauß.
Mit einem Transparent und Blumensträußen dankten die Jänkendorfer. Auch Bürgermeister Horst Brückner überreichte Silke Kunzendorf einen Strauß. © André Schulze

Zum 20. Jubiläum gab es schon mal einen großen Auftritt, da wurde richtig gefeiert. Zum 30. sind nur Glückwünsche vor dem Geschäft möglich - und das mit Abstand und Maske. Silke Kunzendorf und ihre Mitarbeiterin Liana Filter haben sich dennoch sehr gefreut. Empfinden beide es als eine Wertschätzung ihrer Arbeit, wenn sich die Jänkendorfer bei ihnen mit Blumen bedanken.

Dabei ist Silkes Laden in Jänkendorf nicht die einzige Versorgungseinrichtung in der Gemeinde Waldhufen. Bürgermeister Horst Brückner ist froh darüber, dass Diehsa ebenso einen Dorfladen und einen Fleischer hat, Nieder Seifersdorf einen Bäcker und den BHG-Laden und Thiemendorf einen Bäcker, der nicht nur seine Backwaren führt. "Was die Versorgung unserer Bürger mit Lebensmitteln betrifft, sind wir in der Gemeinde gut aufgestellt", fasst der Bürgermeister zusammen.

Lieber in die Selbstständigeit

Vor gut 30 Jahren stand vor Silke Kunzendorf die Frage: arbeitslos werden oder sich selbstständig machen? Denn die Frau aus Ullersdorf hatte zuvor in der Küche des Kreisbetriebes für Landtechnik gearbeitet. Genau an der Stelle, wo sie seit dem 1. Januar 1991 ihr Geschäft führt. Zusammen mit ihrem Mann Dietmar kaufte sie das Gebäude, das einst Küche und Kantine beherbergte und baute sich im Erdgeschoss ihre neue Existenz auf und aus. Begonnen hat alles mit Backwaren vom Niesyker Bäcker Melchior. In den folgenden Jahren wurde das Sortiment an Waren erweitert, eine Lotto-Annahmestelle kam hinzu, so dass Silke Kunzendorf die Grundversorgung im Ort absichern kann.

In diesen Wochen ist die Geschäftsfrau froh darüber, dass sie weiter öffnen darf. Nicht nur, um ihren beiden angestellten Frauen Arbeit und Lohn zu geben, sondern auch, um für ihre Kunden da zu sein. "Nicht wenige bevorzugen in diesen Zeiten lieber einen kleinen Laden als den Großmarkt zum Einkaufen, um das Infektionsrisiko gering zu halten", ist ihre Erfahrung.

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