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Der erste Doppel-Matratzentest

Die Stiftung Warentest hat große Matratzen-Modelle untersucht. Nicht nur das Ergebnis von Dauer-TV- Werber Bett1.de überrascht.

Gute Nacht!
Gute Nacht! © 123rf

Zusammenrollen in der Mitte des Bettes, Aufwachen bei jedem Seitenwechsel des Partners – ein Bett zu teilen, kann auch unangenehme Seiten haben. Das weiß jeder, der schon mal auf einer Horrormatratze übernachtet hat. Bislang hat sich die Stiftung Warentest nicht darum gekümmert, inwieweit der Nebenschläfer die Qualität der eigenen Nachtruhe beeinträchtigt. In ihrer aktuellen Zeitschrift test, die am Donnerstag erscheint, ändert sie das.

Zum ersten Mal kauften und untersuchten die Tester dafür sieben absatzstarke Schaumstoffmatratzen, auf denen zwei Personen Platz haben. Sie sind 140 mal 200 Zentimeter groß. Um einen Vergleich zu haben, testeten sie die gleichen Modelle ebenfalls in Normalgröße. Auch die unterschiedlichen Härten der Liegeseiten von Duo-Matratzen sind erstmals untersucht worden – sofern sie deklariert waren.

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Auch günstige Matratzen gut

Egal, ob die Modelle preisgünstig oder teuer sind, besser als befriedigend hat keine Matratze abgeschnitten. Aber auch nicht schlechter. So hat das billigste Modell, die Meradiso von Lidl (116 Euro), mit 2,6 das zweitbeste Testergebnis, das teuerste Modell, die Highway 220 Comfeel plus von Schlaraffia (900 Euro), mit 3,2 das schlechteste Ergebnis erzielt. Der Preis allein sagt also auch weiterhin nichts über die Qualität aus. Selbst der Dauerstreber, die preiswerte Bodyguard von Bett1.de, bekommt dieses Mal nur eine 3+. An der Werbung, es handele sich um die „beste jemals getestete Matratze“ kam man lange Zeit kaum vorbei.

Für die Warentest-Wertung war wichtig, ob die Matratze lange hält, der Bezug waschbar ist und sich darauf Knötchen bilden, ob sich die Bettauflage gut transportieren und wenden lässt, ob sie Schadstoffe enthält und unangenehme Düfte ausstrahlt. Am relevantesten aber waren Liegeeigenschaften, wie Druckverteilung, Punktelastizität, Nachschwingverhalten oder Schulterklappeffekt – und der Zusammenrolleffekt. Die Tester haben ihn mit zwei Walzen nachgestellt. Eine von beiden wird so lange in Richtung der anderen geschoben, bis sie von selbst gegeneinander kullern.

Drei der Matratzen konnten das nicht verhindern: Schlaraffia, Bodyguard (feste Seite) und Traumland (mittelfeste Seite). Den Schlaf kann auch stören, wenn sich der Partner umdreht. Die Erschütterung, die dabei durch die Matratze bebt, konnten nur zwei Modelle fast gänzlich verhindern: die Meradiso und die Bodyguard (feste Seite). Alle Matratzen sind aber so gebaut, dass sich die doppelte Belastung nicht auf die Abstützeigenschaft der eigenen Seite auswirkt. Ist der Mann dick und die Frau schlank, sinkt sie auf keiner Auflage automatisch genauso tief ein wie er.

Beruhigend ist, dass die Tester in keinem der Modelle Schadstoffe finden konnten. Die Matratzen rochen weder drei noch 28 Tage nach dem Auspacken unangenehm. Weil sich ihre Bestandteile alle einfach trennen lassen, erhielten sie ebenfalls in puncto Entsorgung ein „sehr gut“. Auch das kann einen ruhig schlafen lassen.

Alle Ergebnisse lesen Sie in Test, Ausgabe 3/2021 oder auf www.test.de (z. T. kostenpflichtig)

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