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Kleine Brauerei steht wegen Corona still

Das Brauhaus in Nieder Seifersdorf spürt direkt die Folgen der geschlossenen Gaststätten. Umso wichtiger ist der Werksverkauf.

Logistiker Olaf Wiedmer, Brauer Torsten Scholz und Geschäftsführer Andreas Görnitz (v. l.) lenken die Geschicke der Nieder Seifersdorfer Brauerei. Die Schließung der Gastronomie macht auch dem Brauhaus sehr zu schaffen.
Logistiker Olaf Wiedmer, Brauer Torsten Scholz und Geschäftsführer Andreas Görnitz (v. l.) lenken die Geschicke der Nieder Seifersdorfer Brauerei. Die Schließung der Gastronomie macht auch dem Brauhaus sehr zu schaffen. © André Schulze

Der Aufsteller an der Straße verrät: In Nieder Seifersdorf verkauft das Brauhaus weiterhin sein Bier. Das ist momentan neben dem Bierverkauf in Lebensmittelgeschäften und Getränkehandlungen die einzige Möglichkeit für die kleine Brauerei, Umsatz zu machen. Deshalb wird vor allem auf lokalen Facebook-Seiten für die drei Sorten Festbier kräftig geworben. Verkauft wird der Gerstensaft in 0,33er Flaschen oder im fünf Liter fassenden Partyfass. Durch den Verkauf ihrer Biersorten zählt das Brauhaus als Getränkehändler und darf zu diesem Zweck auch in der Corona-Zeit offen sein. Unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln, ergänzt Geschäftsführer Andreas Görnitz.

Dass seit Dezember die Gaststätten wieder geschlossen sind, das macht nicht nur den Gastwirten zu schaffen, sondern auch den Lieferanten wie den Brauereien. Betroffen davon ist das Brauhaus in Nieder Seifersdorf. "Wir erleben derzeit einen massiven Einbruch unseres Absatzes", sagt Geschäftsführer Andreas Görnitz. Dabei hat er nicht nur die fehlenden Gaststätten und Restaurants im Blick.

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Auch das ganze Vereinsleben liegt am Boden. Gerade am Jahresende, wo Weihnachtsfeiern und Jahreshauptversammlungen normalerweise angesagt sind, herrscht Ebbe. Somit ist auch in diesem Bereich kein Umsatz zu machen. Vor dem zweiten Lockdown hat Andreas Görnitz noch Lieferverträge mit zwei Gastwirten abgeschlossen. "Als wir liefern wollten, mussten sie schließen", sagt der Geschäftsführer. Denn der zweite Lockdown grätschte genau in das Gewinnen und Beliefern von neuen Kunden.

Bierfest soll es im Mai geben

"Daran halten wir fest", bekräftigt Görnitz. Denn statt brauen ist jetzt werben angesagt, um den Absatz wieder anzukurbeln. Ursprünglich sollten in diesem Jahr 600 Hektoliter gebraut werden. Derzeit ist das Brauen von Bier erst einmal eingestellt. Abgefüllt und verkauft wird das in den Kesseln vorhandene Bier. Wann die Bierbrauer ihre Kapazitäten wieder hochfahren, hängt vom Ende des Lockdowns und der Öffnung der Gastronomie ab. Prognosen dazu will in Nieder Seifersdorf keiner geben. Aber Hoffnung darauf haben alle. Aus gutem Grund: Am 9. Mai, ein Sonntag, soll es ein Bierfest geben und der Biergarten öffnen. Aus der Erfahrung früherer Feste, sind sie immer ein Magnet nicht nur für Bierfreunde. Daran haben die Bierbrauer auch in diesem Jahr keinen Zweifel. Die Frage ist nur, ob das so aufgeht oder die Pandemie weiter für Einschränkungen sorgt?

Der Aufsteller an der Straße zeigt an, der Werksverkauf im Brauhaus im ehemaligen "Stadt Löbau" ist weiterhin geöffnet.
Der Aufsteller an der Straße zeigt an, der Werksverkauf im Brauhaus im ehemaligen "Stadt Löbau" ist weiterhin geöffnet. © André Schulze

Flaschen werden gewaschen

An den Vorhaben und Investitionen hält die kleine Brauerei fest. So wurde noch im alten Jahr eine neue Waschanlage für Bierflaschen angeschafft. Damit können die Pfandflaschen gewaschen und wieder befüllt und müssen nicht mehr eingelagert werden. An seinem Gaststättenprojekt bleibt Andreas Görnitz ebenso dran. "Das läuft weiter", versichert der Nieder Seifersdorfer. Den Eröffnungstermin hat er aber bereits auf nächstes Jahr, also 2022, verschoben. Zeitiger ist das nicht zu schaffen. Gegenwärtig wird das neue Gasthaus geplant. Zu der Gaststätte mit eigener Küche soll ein kleiner Saal für Familienfeiern und der Werksverkauf mit einem Laden kommen.

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Derweil ist weiter Klinkenputzen angesagt. Dazu sind Andreas Görnitz und seine beiden Mitarbeiter - Brauer und Betriebsleiter Torsten Scholz und Olaf Wiedmer als Fachmann für Vertrieb und Logistik - weiter auf Kundenakquise. Dabei ist es den drei Herren wichtig, nicht nur Gastronomen von ihrem Bier zu überzeugen, sondern auch Einzelhändler und Einkaufsmärkte. Nicht nur hier im Landkreis - bis nach Dresden - soll sich das Nieder Seifersdorfer Bier einen guten Namen machen.

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