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Die Genussschmuggler von Zittau

Jan Peters und Manuel Kuntz haben jetzt einen Delikatessen-Laden in der Lessingstraße eröffnet. Die Corona-Pandemie hatte daran einen großen Anteil.

Jan Peters und Manuel Kuntz haben ihren Laden "Der GenussSchmuggler" in der Lessingstraße in Zittau eröffnet.
Jan Peters und Manuel Kuntz haben ihren Laden "Der GenussSchmuggler" in der Lessingstraße in Zittau eröffnet. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Jan Peters und Manuel Kuntz sind schon viel in der Welt herumgekommen. Im Elsass, in Bangkok und Paris, in Singapur und auf Sylt standen sie am Herd. Sie kochten im Sternerestaurant ebenso wie in der Wirtshausküche, in Kantinen oder bei Konzerten. So wurden beispielsweise auch bereits die "Rolling Stones" und Marius Müller-Westernhagen von den beiden bekocht.

Nun wollen die kochenden Weltenbummler die Zittauer kulinarisch verführen. In der Lessingstraße haben sie den kleinen Laden "Der GenussSchmuggler" eröffnet. Hier bieten sie eigene Kreationen wie Salate, Aufstriche, Dressings oder Pestos an. Auch Snacks zum Mitnehmen gibt es bei den "GenussSchmugglern".

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Wie kommen ein waschechter Berliner und ein gebürtiger Thüringer, die noch dazu in den verschiedensten Küchen rund um den Erdball gestanden haben, ausgerechnet nach Zittau? Die Liebe war's. Bei einem Kocheinsatz lernte Jan Peters die Fotografin Carla Schmidt kennen - und so verschlug es den heute 39-Jährigen vor sieben Jahren in die Mandaustadt. Von Zittau aus ging es immer wieder in die Welt hinaus, so kochte Jan Peters zum Beispiel vor zwei Jahren in Riad in Saudi-Arabien.

Kochen im Ausland während Corona-Krise nicht möglich

Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie war es Jan Peters und Manuel Kuntz nicht mehr möglich, in fernen Ländern zu kochen. Es gab keine Fußballspiele mit Zuschauern mehr, Konzerte oder Musikfestivals wurden abgesagt und auch Catering war kaum noch möglich. Mietköche wurden deshalb auch nicht mehr gebraucht.

"Was tun?", fragten sie sich. Den Traum von einem eigenen kleinen Restaurant hatten sie schon lange. Nun wollten sie ihn endlich verwirklichen. In der ehemaligen Filiale der Zittauer Bäckerei Rönsch in der Lessingstraße fanden sie die passenden Räumlichkeiten. Der Laden ist nur zwei Minuten von seiner Wohnung entfernt, berichtet Jan Peters. Das sei ein Hauptgrund gewesen, sich außerhalb der Innenstadt anzusiedeln.

Bereits in den vergangenen Wochen, in denen die frühere Bäckereifiliale für die neue Nutzung umgebaut wurde, haben sie viel Zuspruch bekommen. Die Zittauer konnten ihre Delikatessen auch schon probieren. In den vergangenen Monaten produzierten sie ihre Dressings, Aufstriche und Salate fürs "Café Weber" in der Reichenberger Straße.

Da Jan Peters ein Faible für Patisserie hat und seine Frau zudem viele Hochzeitstorten fotografierte, entstand der Kontakt zu dem traditionsreichen Café. Der 39-Jährige bot den Inhabern seine Hilfe an.

Am 22. März 2020 war es soweit, Konditormeisterin Elise Weber bat sie um Unterstützung. In der Folge stellte Jan Peters Törtchen in Form einer Klopapier-Rolle her. Etwa 200 Stück in der Woche. Fast den ganzen Tag war er damit beschäftigt - so groß war die Nachfrage. Das Interesse ließ irgendwann nach und deshalb verfolgten sie nun verstärkt die Idee eines eigenen Ladens. Mit dem "Café Weber" arbeiten die "GenussSchmuggler" aber weiterhin zusammen. Sie liefern ihnen Salate und Aufstriche, Webers versorgen sie ihrerseits mit Brot und Brötchen.

2009 in der Eifel kennengelernt

Auch andere regionale Produkte haben Jan Peters und Manuel Kuntz in ihr Sortiment aufgenommen, so Honig und Eierlikör. Und sie sind noch mit weiteren Produzenten aus der Gegend im Gespräch. Das Angebot an selbst hergestellten Delikatessen wollen sie ebenfalls nach und nach erweitern. Manuel Kuntz plant beispielsweise Grillsaucen zu kreieren und dann zu verkaufen.

Die beiden 39-Jährigen sind inzwischen ein eingespieltes Team. 2009 hatten sie sich in der Eifel kennengelernt. Damals retteten sie zusammen eine Hotelküche in Adenau - unweit des Nürburgrings - vor dem wirtschaftlichen Untergang. Sie schrieben neue Speisekarten, holten regionale Lieferanten ins Boot, optimierten die Zahlen und umwarben potenzielle Gäste. In der Folge gründeten sie die "Roadcook Devils" und standen fortan als Team in den verschiedensten Küchen am Herd. Und so war es auch klar, dass sie bei ihrem jüngsten Projekt "Der GenussSchmuggler" zusammenarbeiten - auch wenn Manuel Kuntz in Dresden wohnt und immer nach Zittau pendelt.

Warum sie ihren Laden ausgerechnet "GenussSchmuggler" genannt haben? Darauf hat Jan Peters eine einfache Erklärung: Sie "schmuggeln" sozusagen kulinarische Einflüsse und neue Kochtechniken in die Oberlausitz ein. Natürlich hat auch die Oberlausitz Genüsse, mit denen sie ihre Gäste kulinarisch verwöhnen wollen. Als Beispiel nennt Jan Peters den Zittauer Zwiebelkuchen.

Hin und wieder werden sie sicher Fernweh bekommen, meint Jan Peters. Und auch mal wieder in der Welt unterwegs sein. Jetzt wollen sie erst mal die Zittauer geschmacklich verwöhnen. Die fernen Länder haben sie dennoch ganz nah: Am Schaufenster wurden alle Länder und Regionen verewigt, in denen sie bisher tätig waren.

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