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Löbaus erster Schwibbogen

Die Merkur-Drogerie bietet einen Lichterbogen mit Motiven aus der Stadt am Berge. Allerdings war er schon das erste Mal ausverkauft - wie das Zittauer Pendant.

Heiko Seitz mit seinem Löbauer Schwibbogen.
Heiko Seitz mit seinem Löbauer Schwibbogen. © Matthias Weber

Heiko Seitz hat den Bogen raus - den ersten Löbauer Schwibbogen jedenfalls. So schnell wie der Geschäftsführer der Merkur-Drogerie in Löbau das leuchtende Halbrund in seinem Geschäft den Kunden präsentiert hat, so schnell waren die ersten zehn Stück auch schon über den Ladentisch gegangen und die nächsten fünf Bögen vorbestellt. "Das hätte ich gar nicht erwartet, dass der Schwibbogen so großes Interesse findet", sagt der Löbauer leicht verblüfft. Auch der Preis von 120 Euro war beim Erfolg dieses speziellen, aber recht spät eingetroffenen Weihnachtsschmucks kein Hindernis, wichtiger schien Seitz' Kunden zu sein, ein exklusives Geschenk aus der Stadt am Berge in den Händen zu halten.

Apropos Berg: Der Löbauer Berg mit dem Gusseisernen Turm und dem benachbarten Schafberg haben selbstverständlich Platz auf dem Schwibbogen gefunden. Ebenso sind - zentral angeordnet - das Löbauer Rathaus sowie flankierend das Haus Schminke und die Nikolaikirche deutlich zu erkennen. Für die Motivauswahl ist Heiko Seitz selbst verantwortlich. "Ich hatte schon vor einiger Zeit eine Anfrage einer Firma aus Schmiedeberg im Erzgebirge, ob ich Interesse an so einem Bogen hätte", erklärt er den Werdegang. Im Juli habe er nun aber die Gelegenheit ergriffen und einige Fotos mit Motiven an das Unternehmen geschickt. Dort hat man dann erste Muster entworfen und hergestellt. "Anfang November war dann die Version gefunden, bei der ich gesagt habe: So können wir es machen", schildert Seitz.

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Vier Oberlausitzer Bögen im Repertoire

Dass das Unternehmen Schmiedeberger Service-Atelier mit den individuellen Bögen bereits Erfahrungen gesammelt hat, ist in manchen Fenstern auch in der Oberlausitz durchaus zu sehen: "Aus der Region gibt es neben Löbau auch Bögen mit Motiven aus Zittau, Bautzen und Görlitz von uns", bestätigt Grafikerin Sindy Triebe auf SZ-Nachfrage. In allen Fällen haben lokale Händler der Firma Gestaltungs-Vorschläge gemacht, so dass diese Händler dann auch die Exklusiv-Rechte an den Bögen erwerben. So auch beim Zittauer Bogen, den es seit zwei Jahren im Kunstgewerbe-Laden Erika Müller in der Frauenstraße gibt, wo derzeit ebenfalls alle Bögen bereits vergeben sind. "Wir haben in den vergangenen Jahren zunehmend beobachtet, dass es einen Trend zu solchen Bögen auch aus kleineren Städten oder Dörfern gibt, diese Heimatliebe versuchen wir einzufangen", bestätigt Frau Triebe. Auch für kleinere Orte sei das eine Option, wenn mindestens 30 solcher Bögen abgenommen werden, erklärt sie.

Gefertigt werden diese Spezialbögen per Laser. "Die Details an unseren Bögen sind so filigran und detailreich, dass das mit einer Laubsäge oder als Schnitzarbeit nicht machbar wäre", sagt Sindy Triebe. Eigentlich ist das Schmiedeberger Service-Atelier eine Werbeagentur, hat sich aber mit ihrem Holzkunst-Zweig auf diese Weise ein zweites Standbein geschaffen. Rund zehn Jahre fertigt die Firma nun schon die speziellen Schwibbögen und lastet dadurch die ohnehin vorhandenen Lasermaschinen besser aus.

Heiko Seitz ist froh über diese Möglichkeit, denn ein geschnitzter Bogen aus dem Erzgebirge mit Löbau-Motiv wäre ungleich kostenintensiver gewesen. So aber kann er seinen Kunden etwas Einmaliges anbieten und sich damit von Drogerieketten und großen Märkten abheben. "Es ist keine Massenware, sondern Qualität zum erschwinglichen Preis", betont Seitz.

Beliebtes Geschenk für Ex-Löbauer

So ähnlich wie bei Uhrmachermeister Seffner es im vergangenen Jahr mit seinem exklusiven Löbau-Kettenanhänger ergangen ist, hat auch Heiko Seitz mit seinem Schwibbogen die Erfahrung gemacht, dass die Bögen nicht unbedingt in Löbau bleiben: Viele Kunden kaufen ihn als Geschenk für ehemalige Löbauer, die dann ihre Heimat in der Ferne leuchten lassen können: "Der erste Kunde hat mir gleich gesagt, dass er den Bogen nach Magdeburg an einen ehemaligen Löbauer verschickt, ein anderer wollte ihn aus diesem Grund in die USA versenden", erzählt er.

Die Löbau-Schwibbögen will er künftig nicht nur um die Advents- und Weihnachtszeit im Angebot haben, sondern das ganze Jahr über. Sollten dann die ersten 30 Stück verkauft sein, kann er bei dem Schmiedeberger Unternehmen weitere bestellen. Er selbst hat auch noch kein Exemplar im Fenster stehen, bestätigt er und lacht. Aber das hat ja auch noch etwas Zeit. Derzeit läuft der Verkauf in der Drogerie weiter, die ja trotz Corona-Lockdown weiterhin öffnen darf.

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