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Onlinehandel ist der Krisenprofiteur

Die Corona-Krise hat unsere Welt verändert wie kaum ein einzelnes Ereignis zuvor.

© Bildquelle: Preis_King

Und niemand weiß, wie lange die Beschränkungen im Alltag noch aufrechterhalten werden. Die Wirtschaft hat die Maßnahmen der Regierungen deutlich gespürt. Denn immer mehr Menschen meiden Restaurants, aber auch stationäre Geschäfte und steigen stattdessen auf Onlineshopping um. Sogar Personen, die bisher ausschließlich im stationären Handel eingekauft haben, bestellen ihre Waren des täglichen Bedarfs nun über das Internet, da sie Angst haben, sich anzustecken, wenn sie mit zu vielen anderen Menschen in Kontakt kommen.

Der Onlinehandel wächst und wächst

Der Onlinehandel hat in den letzten Monaten stark an Marktanteil zugelegt und damit die Tausenden Ladengeschäfte ersetzt, die nun nicht mehr so stark frequentiert werden wie vor den Maßnahmen gegen Corona. Ein besonders starkes Wachstum ist dabei in einem Bereich zu verzeichnen, der zuvor eher ungern online abgewickelt wurde. Denn der Online-Lebensmittelhandel ist im zweiten Quartal um über 20 % gewachsen. Auch die Sektoren Tiernahrung und Drogerieartikel konnten stark zulegen. Menschen aller Altersgruppen probierten in den letzten Monaten auch aus, online Lebensmittel einzukaufen, um nicht nur vom stationären Handel abhängig zu sein.

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Die Profiteure des gewandelten Einkaufsverhaltens

Wer neben den Lebensmittelhändlern, die ihre Produkte auch online anbieten, noch zu den Unternehmen mit starken Zuwächsen zählt, sind natürlich auch Paketdienste. DHL beispielsweise konnte im bisherigen Geschäftsjahr einen Umsatzzuwachs von rund 16 Prozent verzeichnen. Denn schließlich müssen alle Bestellungen auch ausgeliefert werden. Auffallend ist auch, dass nicht nur bei den großen Playern bestellt wird, sondern auch viele Nischenanbieter dank dem neuen Bewusstsein für Onlineshopping eine Chance erhalten haben. Ein Sektor, der extremes Wachstum an den Tag legen konnte, sind E-Zigaretten und Liquids. Denn Liquids zählen zu den Einkäufen, die auch in größerer Menge auf Vorrat bestellt werden können und damit den Besuch im stationären Handel obsolet machen.

Wachsender E-Commerce bei E-Zigaretten

Wer das Dampfen gewohnt ist, der möchte im nächsten Lockdown nicht ohne ausreichend Vorrat dastehen. Dass viele Raucher die letzten Monate genutzt haben, um sich ausreichend einzudecken, davon konnte auch der Betreiber dieses ​Liquid Online-Shop​ ein Lied singen. Denn in der Zeit des Lockdowns waren die Lager leer, denn die Verkäufe schnellten um über 70 % nach oben. Die Folgeeffekte sind noch heute spürbar, was bedeutet, dass viele Neukunden gewonnen werden konnten und zahlreiche Menschen, die bisher nur oder vorwiegend stationäre ihre Rauchwaren bezogen haben, auf den Geschmack gekommen sind und auch weiterhin bequem online bestellen möchten. Grundsätzlich werden in Deutschland hauptsächlich Liquids vertrieben, die in der EU hergestellt werden. Dadurch kam es kaum zu ernsten Lieferengpässen, da der Markt wenig abhängig von Importen etwa aus Asien ist. In anderen Branchen hingegen waren solche Engpässe sehr wohl zu beobachten, denn Biker, die z.B. ein Ersatzteil für eine Gangschaltung kaufen wollten, konnten dieses nirgends ordern, denn inzwischen lassen fast alle Zubehöranbieter in Asien produzieren und von dort kam lange Zeit einfach mal gar nichts. 

Anhaltender Trend zu Online-Bestellungen

Die Corona-Krise hat zahlreiche Kunden umdenken lassen und vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben dazu bewogen, Waren online einzukaufen. Dieser Trend dürfte sich weiter fortsetzen. Denn aufgrund dessen, dass viele Betriebe von verordneten Schließungen betroffen waren oder die Kunden auch einfach ausblieben, da sie den Kontakt zu anderen meiden wollten, haben auch Unternehmen, die bisher keinen Online-Shop betrieben haben, nun aufgrund des Drucks auch die Möglichkeit zu Onlinebestellungen geschaffen. Für die Kunden ergibt sich daraus nun eine weitbreitere Vielfalt. Denn waren vor Corona nur wenige große Player am Markt vertreten, haben sich zu diesen nun auch kleinere und mittlere Unternehmen gesellt, sodass die Auswahl an Anbietern sich heute deutlich größer erweist. Unternehmen, die es jetzt schaffen, Kunden für sich zu gewinnen, haben wahrscheinlich die Chance, damit langfristige Stammkunden zu halten.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin Ann. Mar. 

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