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Ladeneröffnung in Radeberg mitten in der Krise

An der Hauptstraße bietet Lidiya Ulbrich-Wagner eine Vielzahl von Düften an. Warum sie sich für Radeberg entschieden hat - und das Wagnis inmitten der Pandemie.

Von Thomas Drendel
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Lidiya Ulbrich-Wagner hat in der Hauptstraße 21 in Radeberg ihr Parfümgeschäft Equivalenza eröffnet. Ehrenamtlich ist sie auch noch als Prüferin für die Industrie- und Handelskammer (IHK) tätig.
Lidiya Ulbrich-Wagner hat in der Hauptstraße 21 in Radeberg ihr Parfümgeschäft Equivalenza eröffnet. Ehrenamtlich ist sie auch noch als Prüferin für die Industrie- und Handelskammer (IHK) tätig. © Christian Juppe

Radeberg. Erneut hat ein leerstehendes Geschäft in Radeberg einen Nachmieter gefunden. In die Ladenräume an der Ecke Hauptstraße/Berggasse ist Lidiya Ulbrich-Wagner mit ihrem Parfümgeschäft Equivalenza eingezogen. Zuletzt war hier ein Lederwarengeschäft untergebracht. Die Inhaber schlossen aus Altersgründen. Seit mehr als einem Jahr standen die Räume leer. „Für uns waren sie genau das Richtige“, sagt die Geschäftsfrau. Sie stammt aus Dohna bei Pirna und pendelt jetzt täglich nach Radeberg. „Wir wollten seit längerem ein solches Geschäft eröffnen und haben uns in mehreren Orten umgesehen“, erzählt sie.

Auf den Laden in Radeberg sind sie bei einem Anruf im Rathaus aufmerksam gemacht worden. „Wir haben mit Wirtschaftsreferent Marco Wagner gesprochen. Er hat uns das Ladenlokal genannt. Wir sind dann hingefahren und wussten sofort, das ist genau das, was wir suchen“, sagt ihr Mann Mirko Wagner, der ebenfalls im Geschäft arbeitet.

Keine Marken im Sortiment

Jetzt ist der Eckladen nicht wiederzuerkennen. Der Verkaufsraum ist hell gestaltet mit modernen Möbeln. Eine Zwischenwand wurde eingezogen. Wenn man das Geschäft betritt, fällt zuerst der angenehme Duft auf. „Wir haben hier 130 Parfüms“, sagt die Inhaberin. Aber anders als in anderen Kosmetikgeschäften stehen hier keine Flacons mit Marken-Namen in den Regalen. Vielmehr reihen sich hier zahlreiche kugelrunde Glasbehälter aneinander. Alle sind mit einer Nummer versehen. „Das sind unsere aufwendig komponierten Düfte. Jede Zahl steht für ein Parfüm“, sagt Lidiya Ulbrich-Wagner. Für ausgewählte Noten gibt es auch Deos, Lotionen und anderes.

Die Düfte sind in farblich unterschiedlichen Regalen aufgeteilt. Im ersten stehen die eher fruchtigen Noten, dann die orientalischen Düfte, im dritten und vierten frische und holzige Düfte. „Natürlich haben wir die passenden Noten für Frauen und Männer. Wer zu uns kommt, kann sich das Passende heraussuchen.“ Angeboten werden die Düfte in 30, 50 und 100 Milliliter-Flacons. Die Preise liegen deutlich unter denen renommierter Marken. Wer sein Parfüm aufgebraucht hat, kann im Geschäft sein Fläschchen wieder auffüllen lassen.

"Natürlich ist es ein Wagnis"

Die Geschäftsfrau ist durch ein ähnliches Geschäft in Pirna auf Equivalenza gestoßen. „Mir haben die Düfte gefallen. Irgendwann habe ich mir gesagt, so ein Geschäft will ich auch.“ Sie und ihr Mann haben sich mehrere Tage am Firmensitz von Equivalenza in Barcelona umgesehen und Schulungen mitgemacht. „Wir wollten wissen, wie die Firma arbeitet, ob sie zu uns passt. Nach den vier Tagen in Spanien waren wir überzeugt. Es ist ein großes Unternehmen mit weltweit 700 Filialen“. Jetzt betreiben sie das Geschäft als Franchisenehmerin.

Natürlich sei es ein Wagnis, gerade in dieser schwierigen Zeit ein Geschäft zu eröffnen, sagt Mirko Wagner. „Wir wussten, dass in Radeberg am dritten Adventswochenende der Weihnachtsmarkt stattfindet. An diesen Tagen wollten wir unbedingt schon geöffnet haben. Das ist uns gelungen. Doch leider fiel der Weihnachtsmarkt aus. Ich hoffe aber, dass vielleicht im nächsten Jahr Normalität einzieht und es wieder bergauf geht.“

Für diese Zeit haben sie schon Pläne. „Wir können uns Duftabende vorstellen, Frauen- oder auch Männerrunden. Wir wollen langfristig in Radeberg bleiben.“