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Sachsens Wirte erhöhen die Preise etwas

Die Inflationsrate in Sachsen ist nicht mehr so hoch wie im Mai. Doch manche Preiserhöhungen sind den Kamenzer Statistikern schon aufgefallen.

Die Biergärten sind wieder offen. Das Statistische Landesamt in Kamenz findet in der Gastronomie etwas höhere Preise als vor einem Jahr.
Die Biergärten sind wieder offen. Das Statistische Landesamt in Kamenz findet in der Gastronomie etwas höhere Preise als vor einem Jahr. © dpa

Dresden. Nach monatelanger Corona-Pause müssen Sachsens Wirte und Hoteliers sich entscheiden: Verlangen sie höhere Preise, um wenigstens einen Teil ihrer Einbußen aus der Krisenzeit auszugleichen? Oder versuchen sie, mit moderaten Preisen mehr Gäste zu bekommen und Gelegenheitsbesucher zu Stammgästen zu machen? Erste Erkenntnisse des Statistischen Landesamts in Kamenz zeigen: Bisher sind die Nach-Corona-Preise in Sachsens Gastgewerbe zwar gestiegen, aber nicht stark.

Ein sächsischer Gaststättenbesuch in diesem Juni kostete 2,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für die Übernachtung in Hotels und Gasthöfen wurden 1,3 Prozent mehr verlangt. Demnach halten sich die meisten Wirte mit Preis-Erhöhungen zurück. Ausnahme: die derzeit besonders beliebten Campingplätze. Von acht Prozent höheren Preisen im Vorjahresvergleich wissen die Statistiker.

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Ihren Tabellen liegen allerdings nur Stichproben zugrunde. Sie nennen typische Preise, keinen Durchschnitt aus sämtlichen Betrieben. Außerdem kamen die Statistiker wegen Corona noch nicht wieder überall hin. "Qualitätseinbußen" in den Tabellen wegen Einschränkungen bei der Preisermittlung seien möglich, heißt es im Kamenzer Monatsbericht über die Inflation.

Bäcker verlangen mehr

Die Verbraucherpreise insgesamt sind im Juni weiter gestiegen, aber nicht mehr so schnell wie zuvor. Für den Mai hatte das Statistische Landesamt von 2,4 Prozent Inflationsrate berichtet, im Juni lag sie nun bei 2,1 Prozent. Gemeint ist die Preiserhöhung für einen typischen Warenkorb innerhalb eines Jahres. Darin sind auch Dienstleistungen und Mieten enthalten.

Die Preise für Nahrungsmittel blieben im Jahresvergleich fast konstant, schreibt das Statistische Landesamt. Obst und Gemüse sind jetzt etwas billiger als vor einem Jahr. Brot und Getreideerzeugnisse dagegen kosten 2,3 Prozent mehr, also erhöhten außer Gastwirten auch viele Bäcker die Preise.

Als große Preistreiber fallen weiterhin die Kraftstoffe ins Auge. Ohne sie läge die Teuerung jetzt nur bei 1,4 statt 2,1 Prozent. Wer nicht tanken muss, spürt weniger Inflation. Doch Heizöl kostet jetzt in Sachsen 19,4 Prozent mehr als vor einem Jahr, Diesel 21,6 Prozent und Benzin 19,7 Prozent. Die Preiserhöhungen für Dienstleistungen in sozialen Einrichtungen werden mit acht Prozent angegeben.

Keine auffälligen Miet-Erhöhungen

Kleidung ist nach den Kamenzer Tabellen jetzt 2,4 Prozent teuer als vor einem Jahr, während Schuhe 1,1 Prozent billiger wurden. Zu den Produkten mit gestiegenen Preisen zählen auch Tabakwaren und Haushaltszubehör. Leicht gesunken sind dagegen die Ausgaben für Bildungswesen und Gesundheit sowie Telekommunikation.

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Die Mieten in Sachsen sind im Jahresverlauf kaum gestiegen: 0,7 Prozent Erhöhung der Nettokaltmieten steht in den Kamenzer Tabellen. Allerdings sind die Unterschiede je nach Lage groß. Die Strompreise stiegen um 1,4 Prozent, die Preise für Wasserversorgung und Dienstleistungen für die Wohnung um drei Prozent. Der typische Warenkorb in Sachsen wurde von Mai zu Juni um 0,3 Prozent teurer.

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