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Wirtschaft

Kein neuer Investor für Haribo-Werk in Sicht

Viele Beschäftigte des Haribo-Werkes in Wilkau-Haßlau hoffen, bei einem neuen Investor ihre Arbeit fortsetzen zu können. Doch Haribo dämpft die Erwartungen.

Das einzige sächsische Haribo-Werk schließt.
Das einzige sächsische Haribo-Werk schließt. © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild

Wilkau-Haßlau. Bei der Investorensuche für das stillgelegte Werk in Wilkau-Haßlau (Landkreis Zwickau) ist nach Angaben des Süßwarenherstellers Haribo keine schnelle Entscheidung in Sicht. Es habe erste Gespräche und Besichtigungen gegeben, sagte ein Unternehmenssprecher auf dpa-Anfrage. «Der gesamte Prozess nimmt Zeit in Anspruch.» Ein Käufer müsse zum Beispiel zuerst Geschäftspläne entwickeln und mit Banken sprechen. In einem ähnlichen Fall vor einigen Jahren in Bayern habe dies mehr als ein Jahr gedauert. Haribo hatte dort 2018 sein Werk in Unterfranken geschlossen. Derweil macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) weiter Druck und hat eine Fotoaktion gestartet.

"Die Geschwindigkeit geben die Interessenten vor", betonte der Sprecher. Im Idealfall biete ein Investor auch bisherigen Haribo-Beschäftigten neue Arbeit. Es dürften aber keine falschen Erwartungen geweckt werden, warnte er. Die Mitarbeiter seien gut beraten, sich nach einem neuen Job umzusehen. Genauere Angaben zu den Interessenten könne Haribo nicht machen - es sei Verschwiegenheit vereinbart worden. Sie kämen aus verschiedenen Branchen.

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Kündigungen könnten abgewendet werden

Der Goldbären-Hersteller hatte Ende 2020 die Produktion in Wilkau-Haßlau - seinem einzigen Werk in Ostdeutschland - eingestellt. Davon sind rund 150 Beschäftigte betroffen. Für sie wurde ein Sozialplan geschlossen.

Gewerkschaft und Politik dringen darauf, rasch mit einem Investor einig zu werden, damit das Traditionswerk und die Arbeitsplätze eine Zukunft haben. Sachsens SPD-Generalsekretär Henning Homann forderte Haribo am Donnerstag auf, für die Dauer der Verhandlungen über einen Verkauf des Werkes auf Kündigungen zu verzichten. Er warf dem Unternehmen vor, auf Zeit zu spielen. «Dieses Verhalten von Haribo sorgt zu Recht in ganz Deutschland für Empörung.»

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Auf eine baldige Entscheidung dringt auch die Gewerkschaft NGG und hat eine Fotoaktion gestartet. Auf Bildern werden Haribo-Beschäftigte mit ihrer Kündigung gezeigt. "Hinter der Initiative steht der Wunsch, dass die zugestellten Kündigungen gar nicht erst wirksam werden, es stattdessen eine direkte Nachfolgelösung gibt", erklärte Gewerkschafter Thomas Lißner. "Damit wären die Kündigungsschreiben Geschichte." Ziel sei ein direkter Betriebsübergang an einen anderen Süßwarenhersteller und die Übernahme aller Mitarbeiter. (dpa)

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