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Kein Gehalt bei verspäteter Urlaubsrückkehr

Gründe, warum ein Arbeitnehmer nach dem Urlaub später zur Arbeit erscheint, gibt es viele. Aber bei welchen büßt er sein Gehalt ein?

Auch ein defektes Auto kann der Grund für eine verspätete Rückkehr aus dem Urlaub sein.
Auch ein defektes Auto kann der Grund für eine verspätete Rückkehr aus dem Urlaub sein. © Iñaki Berasaluce/EUROPA PRESS/dpa (Symbolbild)

Ein gesperrter Flughafen, ein Pilotenstreik, ein defektes Auto: Gründe, warum ein Arbeitnehmer nach dem Urlaub nicht pünktlich zur Arbeit erscheinen kann, gibt es viele. Weil es einen unverschuldet trifft, müsste man eigentlich weiter Gehalt bekommen, mag mancher denken. Dem ist aber nicht so, sagt der Arbeitsrechtler Jürgen Markowski.

„Es ist ein Grundsatz im Arbeitsrecht: Lohn gibt es nur für Arbeit“, so Markowski. Gesetzliche oder tarifliche Regelungen, die auch für Ausfallzeiten eine Vergütung vorsehen, greifen bei einer verspäteten Urlaubsrückkehr nicht, wie Gerichtsurteile zeigen. „Leider gibt es in so einem Fall keine einschlägige Regelung und damit auch keine Lohnfortzahlung.“

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Vielmehr müssen Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber umgehend informieren, dass sie nicht rechtzeitig zurückkommen können. „Dafür sollten sie sich möglichst eine Bestätigung besorgen“, erklärt Markowski. Außerdem ist es die Pflicht eines Arbeitnehmers, sich um alternative Reisemöglichkeiten zu kümmern. Das kann heißen, mit dem Zug statt mit dem Flieger zurückzureisen.

Regeln bei Quarantäne

Eine Strafe für unverschuldet zu spätes Erscheinen gibt es allerdings nicht. „Man bekommt einfach keinen Lohn. Das Arbeitsverhältnis ruht in dieser Zeit“, erklärt der Anwalt. „Ich kann natürlich mit meinem Chef vereinbaren, dafür Urlaub zu nehmen oder, wenn ein solches vorhanden ist, mein Zeitarbeitskonto zu nutzen.“ Das ist allerdings eine Sache der Absprache. Eine Abmahnung sei nicht gerechtfertigt. „Das kann nur kommen, wenn ich eine arbeitsvertragliche Pflicht schuldhaft verletzt habe“, sagt Markowski. „Aber wenn ich den Arbeitgeber nicht informiere, können Konsequenzen drohen.“

Anders ist die Konstellation, wenn nach der Rückkehr aus dem Urlaub eine Quarantäne nötig wird. Dann gilt: „Wenn ein Gebiet nach der Abreise zur Risikoregion wird, kann der Arbeitnehmer nichts dafür“, so die Arbeitsrechtsanwältin Nathalie Oberthür. Der Lohn muss dann vom Arbeitgeber zwar nicht weiter bezahlt werden. Der Angestellte erhält aber ein Entgelt in gleicher Höhe vom Arbeitgeber. Diese wird hinterher vom Staat erstattet. Dieser Anspruch auf Entschädigung ist im Infektionsschutzgesetz geregelt. Bei einer vermeidbaren Reise in ein Risikogebiet entfällt die Entschädigung. (dpa)

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