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Zittau

Turow: Deutsche, Tschechen und Polen reden gemeinsam

Der Grubenbetreiber hat Vertreter der Nachbarländer nach Bogatynia eingeladen. Auch, um die polnische Sicht noch einmal klarzumachen.

Wie es mit dem Tagebau Turów weitergeht ist unklar. Im Dreiländereck wird heute darüber debattiert.
Wie es mit dem Tagebau Turów weitergeht ist unklar. Im Dreiländereck wird heute darüber debattiert. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Das polnische Energieunternehmen PGE als Betreiber von Grube und Kraftwerk Turów lädt heute Kommunalvertreter und Experten aus den Energiebereichen der drei Länder Polen, Tschechien und Deutschland zu einer Debatte über den Tagebau Turów in das Kulturhaus Bogatynia (Reichenau) ein. Ziel ist es laut PGE "die gemeinsamen Herausforderungen zu verdeutlichen, denen sich die Gemeinden und die lokalen Gesellschaften dieser Region im Verlauf der energetischen Transformation stellen müssen".

Debattiert wird vor allem über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Wirtschafts- und Umweltbereich, sowie über den Umgang mit den Menschen, die durch den Übergang von Kohle- zu erneuerbaren Energien betroffen sind. "Die Transformation hat Einfluss auf das Leben zigtausender Leute", sagt Dabrowski, Vorstandsvorsitzender der PGE. Gemeint sind Beschäftigte der Kohleförderung und Kohleenergie und die Einwohner der ganzen polnischen Region, die davon abhängig sind. "In Zusammenarbeit mit den örtlichen Kommunen wird es aber gelingen, Lösungen im wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und Umweltbereich zu finden".

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Leiter der Debatte ist Marcin Roszkowski, Direktor der Universität in Krakau. Für die deutschen und tschechischen Vertreter werden Dolmetscher vor Ort sein. "Die Teilnahme der Kommunalverwaltungen als direkte Vertreter der lokalen Gemeinschaften ist ein bedeutsamer Schritt", sagt Piotr Roman, Präsident der Stadt Boleslawiec. "Ein Schritt in Richtung gerechte Transformation für die Bewohner und die örtlichen Unternehmen."

Die tschechische Regierung klagte vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH), da Polen bei der Genehmigung für die Erweiterung des Tagebaus mutmaßlich gegen die europäischen Umwelt-Vorgaben Verstoßen hatte. In einem Eilentscheid legte der EuGH fest, dass die Bagger seit dem 21. Mai eigentlich stillstehen müssen, bis eine Entscheidung im Klageverfahren feststehe. Da die Grube aber weiterhin betrieben wird, forderte die tschechische Regierung beim EuGH, von Polen ein tägliches Zwangsgeld von fünf Millionen Euro zu erheben. Deutschland hatte aus diplomatisch-nachbarschaftlichen Gründen von einer Klage abgesehen.

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