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Kretschmer: Porsche kann es gegen Tesla schaffen

Dem Ministerpräsidenten ist der Hype um Tesla-Gründer Elon Musk offenbar etwas zu viel. Auf einem Empfang in Dresden stellt er sich hinter deutsche Autobauer.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer besuchte am Mittwoch das Leipziger Porsche-Werk.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer besuchte am Mittwoch das Leipziger Porsche-Werk. © dpa/Jan Woitas

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) redet gern frei. Das Abweichen vom vorbereiteten Redemanuskript wirkt erfrischend, aber manchmal vielleicht auch etwas verstörend wie etwa beim traditionellen Summer Barbecue der deutsch-amerikanischen Handelskammer Amcham Donnerstagabend in Dresden. 

Da hatten sich mehr als 100 sächsische Freunde Amerikas – darunter viele Vertreter der 130 Unternehmen mit US-Beteiligung im Freistaat  – im Kurländer Palais versammelt, um den neuen US-Generalkonsul In Leipzig, Kenichiro Toko, willkommen zu heißen und im großen Jubiläumsjahr der Deutschen Einheit die sächsisch-amerikanischen Beziehungen  zu feiern.

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Doch statt der erwarteten Dankesworte für die zahlreichen und zum Teil großen US-Investitionen von IBM, Amazon oder Johnson Controls in den vergangenen drei Jahrzehnten nutzte Kretschmer die Bühne, um sich hinter die deutschen Autobauer zu stellen. „Wir können das mit diesem Tesla machen. Aber es gibt überhaupt keinen Grund, gerade im Autoland Sachsen dahinter zurück zu stehen“, betonte Kretschmer. Und dann berichtete er von seinem Besuch im Leipziger Porsche-Werk am Vortag und der Besichtigung des ersten Elektromodells Taycan mit fast 700 PS. 

„Wir können auch tolle Elektroautos bauen. Und Porsche kann den Wettlauf gegen Tesla durchaus schaffen“, so Kretschmer. Offenbar ging ihm der Medienrummel um den Tesla-Gründer Elon Musk, der gerade auf Deutschlandbesuch ist, und der große Bahnhof, mit dem ihn Bundestagsabgeordnete in Berlin empfingen, etwas gegen den Strich. Deutschland könne durchaus in der Elektromobilität bestehen, dazu brauche es Technologieoffenheit und mehr Investitionen in die Ladeinfrastruktur. Da werde der Freistaat auch mehr tun, kündigte der Ministerpräsident an. Zur Erinnerung: Auch ein Staatssekretär aus dem sächsischen Wirtschaftsministerium war in die USA geflogen, um  bei Tesla  für  Sachsen als Standort für die erste Gigafactory  zu werben. Jetzt wird sie in Brandenburg gebaut.

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Auch mit indirekter Kritik an der US-Regierung unter Präsident Donald Trump sparte er nicht. Sein zehnjähriger Sohn beginne, Zeitung zu lesen und habe ihn kürzlich gefragt: „Wer ist Obama?“. Daraufhin habe er ihm erklärt: „Es gab Zeiten, da gab es den europafreundlichsten Präsidenten Amerikas, der mit uns ein sehr gutes Freihandelsabkommen abschließen wollte. Das war ein Zeitfenster, doch es ging wieder zu“, so Kretschmer. Er wünsche sich, das Chancen stärker ergriffen werden, wenn sich solche Zeitfenster öffnen. Es gelte wieder mehr Austausch zu pflegen: „Denn Amerika, Europa, Deutschland, Sachsen – wir gehören zusammen, wir stehen zusammen – auch in diesen schwierigen Zeiten“. Diesen Satz werden die Amcham-Gäste wieder gern gehört haben. 

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