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Bauern sind keine Sündenböcke

Weil die Böden mit Nitrat belastet sind, stehen die Landwirte in der Kritik. Doch ohne uns Verbraucher funktioniert die Agrarwende nicht.

© Foto: Archiv

Ältere erinnern sich vielleicht noch: Es gab Zeiten, da kam ein Braten nur sonntags auf den Tisch. Und ein Fernseher stand auch nur in der guten Wohnstube, nicht schon in fast jedem Kinderzimmer.

Ja, viele Menschen haben heutzutage einen hohen Lebensstandard, doch dieser hat seinen Preis. Für einen Braten muss ein Tier sterben, im Fernseher stecken diverse Metalle. Das Tier sollte gut gehalten und ordentlich gefüttert sein, die Rohstoffe für die Flimmerkiste schlummern in der Erde oder zumindest in anderer, zu recycelnder Technik.

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Den Preis für einen immer höheren Lebensstandard von immer mehr Menschen - der ja wünschenswert ist -, zahlt die Umwelt. Wir verlangen unserem Planeten mehr ab, als er geben kann. Das ist eine Rechnung, die irgendwann nicht mehr aufgeht.

Recht haben alle Wissenschaftler, Politiker und Gewerkschafter, die uns am Beginn einer großen Transformation sehen. Agrarwende, Energiewende, Verkehrswende - da ist oder kommt einiges in Gang. Aber das muss zuerst durch die Köpfe.

In dieser Debatte werden schnell Schuldige ausgemacht, zum Beispiel die Bauern. Die selbstkritische Frage, was die moderne Landwirtschaft mit unseren Konsum- und Lebensgewohnheiten zu tun hat, hören wir hingegen nicht so gern. Wer Umdenken oder sogar Verzicht fordert, bekommt ordentlich was zu hören.

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Die Agrarwende werden wir aber nur gemeinsam hinbekommen, Landwirte, Handel und Kunden. Das heißt auch, dass wir höhere Preise für Lebensmittel akzeptieren müssen, und einen Ausgleich für all jene schaffen müssen, die sich das nicht leisten können.

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