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Erster Spargel erst Mitte April

Die Nieschützer Spargelbauern hoffen auf eine normale Saison. Doch normal ist auch dieses Jahres vieles nicht.

Es war der 6. April vorigen Jahres, als René Heidig den ersten Spargel in Nieschütz stach. Dieses Jahr wird es etwas später.
Es war der 6. April vorigen Jahres, als René Heidig den ersten Spargel in Nieschütz stach. Dieses Jahr wird es etwas später. © Claudia Hübschmann

Diera-Zehren. Wer René Heidig von der Agrar GbR Naundörfel auf dem Handy anruft, der bekommt erst einmal eine Information. Voraussichtlich Mitte April würde der erste Spargel zum Verkauf angeboten, heißt es da. Eine zu optimistische Prognose angesichts derzeitiger Bodenfröste. "Nein", sagt Heidig, "das ist durchaus realistisch. Früher sagte man, dass der klassische Saisonstart am 20. April ist. Das wäre also eine normale Situation".

In den vergangenen Jahren habe man den Spargel wegen höherer Temperaturen früher als sonst stechen können. Das sei wegen des Bodenfrostes und fehlender Sonne diesmal nicht der Fall. Der Spargel brauche zum Wachsen eine Bodentemperatur von mindestens zwölf Grad Celsius. Ist es so kalt wie jetzt, hilft auch die dunkle Folie, die auf der Hälfte der Dämme angebracht ist, wenig. Sie soll die Sonne und Wärme einfangen.

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Auf rund zehn Hektar hat die Agrargenossenschaft Spargel angebaut, übrigens seit 1994. Im Vorjahr wurde noch auf etwa der Hälfte der Fläche geerntet. Weil auch damals schon die Gaststätten geschlossen hatten, wurde weniger Spargel verkauft.

Mehr Verkauf ab Feld

Wieviel es diesmal werden wird, kann er nicht sagen. "Die nach wie vor geschlossenen Gaststätten treffen uns schon sehr hart. Es würde ja helfen, wenn wenigstens die Außengastronomie entlang der Weinstraße öffnen könnte", sagt er . Aber selbst das sei derzeit nicht in Sicht, jedenfalls nicht während der Spargelsaison. "Wir werden wohl nicht alles aufdämmen können. Die Entscheidung schiebe ich derzeit vor mir her", so der Landwirt. Etwa die Hälfte des geernteten Spargel ging in normalen Zeiten an Gaststätten. Aber es ist eben kein normales Jahr.

Um das Edelgemüse an den Frau und an den Mann zu bringen, gehen die Spargelbauern zwar keine neuen, aber veränderte Wege. Die Direktvermarktung soll ausgebaut werden. Neben dem Verkauf unmittelbar neben dem Spargelfeld in Nieschütz gibt es auch Verkaufsstände in Meißen, Weinböhla, Radebeul und Dresden. Außerdem bieten Gärtnereien den Spargel an. "So hoffen wir, die Ausfälle der Gaststätten wenigstens etwas kompensieren zu können", sagt René Heidig.

Preis steigt etwas an

Doch hat er überhaupt genügend Erntehelfer, und können diese auch einreisen. Arbeitskräfte seien noch keine da, aber er habe welche im Portal. "Ich hoffe sehr, dass wir dann auch genügend heranbekommen", sagt er. Die Helfer kommen vor allem aus Rumänien, der Ukraine und aus Polen. Doch es gäbe auch fünf bis acht deutsche Stammkräfte, die jedes Jahr zuverlässig helfen. "Alle haben bereits zugesagt", so der Landwirt.

Wird der Spargel billiger, wenn die Nachfrage wegen geschlossener Gaststätten sinkt? Da macht René Heidig keine Hoffnungen. Der Kilopreis liege je nach Sorte und Qualität in diesem Jahr zwischen 8,90 Euro und 13,90 Euro. "Das ist etwas höher als im Vorjahr und durch den Mindestlohn und die Hygienemaßnahmen begründet", sagt er.

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Der Spargel ist für die Agrargenossenschaft ein kleines, wenn auch lukratives Nebengeschäft. Insgesamt bewirtschaftet die Agrar Naundörfel GbR, die 1991 gegründet wurde, 1.250 Hektar Ackerland. Darauf werden vor allem Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen, Winterraps, Mais und Zuckerrüben angebaut. Außerdem gibt es eine Bio-Aronia-Plantage.

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