merken
PLUS Löbau

Ministerpräsident besucht Streit-Kuhstall

Michael Kretschmer kommt zwischen zwei Terminen in der Oberlausitz zur Agrofarm Herwigsdorf. Seine Meinung zu Neubau und Kritik daran, spricht er deutlich aus.

Die Agrofarm-Vorstände Matthias Döcke (links) und Bernd Rätze (rechts) zeigten dem Ministerpräsidenten (zweiter von links) und dem Bürgermeister die Kuhstall-Baustelle.
Die Agrofarm-Vorstände Matthias Döcke (links) und Bernd Rätze (rechts) zeigten dem Ministerpräsidenten (zweiter von links) und dem Bürgermeister die Kuhstall-Baustelle. © Gemeinde Rosenbach

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat seine Oberlausitz-Termine in der vergangenen Woche zu einem Besuch bei der Agrofarm Herwigsdorf genutzt. Der Grund liegt auf der Hand: Seit Monaten kocht die Debatte um die Tierhaltung der Agrofarm im Allgemeinen und den Kuhstall im Speziellen hoch. Auch die grüne Fraktions-Chefin im Landtag, Franziska Schubert, hatte sich dazu bereits kritisch geäußert. Zuletzt protestierten Fridays for Future gemeinsam mit der Bürgerinitiative "Lebenswertes Rosenbach" direkt vor dem Stall.

Weil durch Rosenbach durch die Emotionalität der Debatte inzwischen ein spürbarer Riss geht, hatte Bürgermeister Roland Höhne schon vor Längerem bei einem Termin mit Kretschmer auch dieses Thema angeschnitten. Höhne ist als Kreissprecher beim Sächsischen Städte- und Gemeindetag (SSG) und durch seine langjährige Mitarbeit in der Partei gut vernetzt - auch mit dem Ministerpräsidenten. Im Zusammenhang mit dem Bürgergespräch in Oppach hatte sich Kretschmer nun überraschend bei Höhne für einen Vor-Ort-Termin angemeldet.

Anzeige
Sport im Dunkeln? Das geht!
Sport im Dunkeln? Das geht!

Für leidenschaftliche Sportler gilt: Es gibt kein schlechtes Wetter und auch nicht zu wenig Licht, nur falsche Kleidung.

Die Vorstände der Genossenschaft, Matthias Döcke und Bernd Rätze, zeigten Kretschmer dann vor Ort, wo die mit rund neun Millionen Euro größte Investition des Unternehmens gebaut wird. Dabei betonten sie auch, dass sie das Prinzip der Kreislaufwirtschaft, auf die auch im Landwirtschaftsministerium großen Wert gelegt wird, nutzen: Die Silage von Mais und Gras wird im Unternehmen selbst erzeugt und der anfallende organische Dünger auf den eigenen Flächen ausgebracht. Das Futter für die Schweine wird aus selbst erzeugtem Getreide im eigenen Betrieb als Hofmischung hergestellt.

Michael Kretschmer zeigte sich laut Höhne von diesem System beeindruckt und betonte, dass Landwirtschaft auch in Sachsen Zukunft haben soll. "Es ist darüber hinaus eine Investition in mehr Tierwohl und in den Erhalt wichtiger Arbeitsplätze in der Region", erklärte er in einer Pressemitteilung. Aufgabe des Freistaates sei es, "den mutigen und zupackenden Menschen in unserer Heimat zur Seite zu stehen und sie in ihren Zukunftsvorhaben zu unterstützen". Regionale Lebensmittelerzeugung, so gab sich Kretschmer zudem überzeugt, werde künftig an Bedeutung gewinnen.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Zittau und Umland lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Löbau