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Oberlausitzer Bauern fordern Ministerin zu Debatte heraus

Der Verein "Land schafft Verbindung" protestiert in Dresden bei der Agrarministerkonferenz. Bundesministerin Julia Klöckner musste Antworten geben.

Abgepasst: Landwirtschaftsministerin Julia Glöckner (links) spricht mit den Landwirten. Mit dabei: Hagen Stark aus Kemnitz (zweiter von rechts).
Abgepasst: Landwirtschaftsministerin Julia Glöckner (links) spricht mit den Landwirten. Mit dabei: Hagen Stark aus Kemnitz (zweiter von rechts). © LSV Sachsen/Hagen Stark

Mit einer Demonstration haben auch rund 50 Oberlausitzer Bauern an diesem Donnerstag die Agrarministerkonferenz der Länder in Dresden begleitet. Aufgerufen hatten dazu der Verein Land schafft Verbindung in Sachsen (LSV) und der Verband der Milchviehhalter. Dabei kamen die Landwirte auch mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ins Gespräch. "Es war eine 30-minütige, heiße Diskussion", beschreibt der Kemnitzer Landwirt Hagen Stark vom LSV-Verband. Dennoch habe man auf sachlicher Ebene über verschiedene Themen gesprochen, erklärt er.

Die aktuelle Kritik der Landwirte richtet sich vor allem gegen das "inkompetente Missmanagement" bei der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland, die den Schweinehalter zu schaffen macht. Angesprochen wurde auch die in den Augen der Landwirte verfehlte Wolfs-Politik sowie "fachlich fragliche Auflagen" für die Betriebe, die ideologisch getrieben seien und Mehrkosten bei den Höfen erzeugten, heißt es in einer Mitteilung.

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Direkt vor der Frauenkirche hatten sich die protestierenden Landwirte aufgestellt.
Direkt vor der Frauenkirche hatten sich die protestierenden Landwirte aufgestellt. © LSV Sachsen/Hagen Stark

Julia Klöckner äußerte in dem Gespräch mit den Bauern nahe der Dresdener Frauenkirche, dass die Afrikanische Schweinepest nur mithilfe Polens in den Griff zu bekommen sei. Beim Thema Wolf unterstütze sie das Schwedische Modell, das die Bejagung der Tiere in einem festgesteckten Rahmen ermöglicht. Im Zusammenhang mit dem Mercosur-Handelsabkommen zwischen der EU und Ländern Südamerikas betonte Glöckner ihr Engagement für eine klare Herkunftsbezeichnung aller Lebensmittel. Bauern kritisieren diesen Vertrag als Verkauf der deutschen Landwirtschaft zum Wohle der Industrie.

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