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Alles viel zu teuer? Das sehen die Sachsen anders

Das Ergebnis einer bundesweiten Befragung zeigt: Das Leben in Sachsen ist erschwinglich. Den Unterschied machen vor allem die Wohnkosten.

In Sachsen lässt es sich finanziell am besten leben. Das gilt vor allem bei den Mietpreisen.
In Sachsen lässt es sich finanziell am besten leben. Das gilt vor allem bei den Mietpreisen. © dpa-tmn

Dresden. Dass es in Sachsen am schönsten ist, würden viele unterschreiben – und die Einheimischen sowieso. Aber dass es sich im Freistaat auch finanziell am besten leben lässt, war noch nicht bekannt. Den „gefühlten“ Beleg liefert nun eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Teambank.

Demnach schneidet Sachsen bei den Lebenshaltungsausgaben besser ab als alle anderen Bundesländer. Dort klagen neben den Wohnkosten auch weniger Menschen über die Lebensmittelpreise. Nur 28 Prozent der Sachsen empfinden die Preise im Supermarkt als zu hoch – das sind sieben Prozentpunkte weniger als im Bundesdurchschnitt. Deutlich unter dem bundesweiten Mittelwert liegt die Unzufriedenheit auch bei den Kosten für Streamingdienste (23 im Vergleich zu 28 Prozent) sowie bei Kleidung und Schuhen (22 gegenüber 28 Prozent).

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„Obwohl in Sachsen die durchschnittlichen Einkommen geringer als im Bundesschnitt ausfallen, empfinden weniger Menschen die Lebenshaltungskosten als zu hoch“, sagt Frank Mühlbauer, Vorstandsvorsitzender der Teambank AG mit Sitz in Nürnberg. In gefragten Städten wie Hamburg oder Berlin sei die Unzufriedenheit mit den Preisen trotz höherer Durchschnittseinkommen größer. „Zurückzuführen ist das unter anderem auf die stetig steigenden Wohnkosten in den Metropolen“, erklärt der Banker.

Berliner klagen am meisten

Der Untersuchung zufolge stöhnt die Hälfte der Deutschen über zu hohe Preise für Miete und Wohneigentum. Die Mieten und Kaufpreise für Wohnraum seien vor allem den Menschen in Berlin zu hoch. 59 Prozent von ihnen klagten über zu hohe Kosten. Dahinter folgten Hamburg, Baden-Württemberg und Brandenburg. Den niedrigsten Wert habe Sachsen. Dort sind nur 38 Prozent der Befragten mit den Wohnkosten unzufrieden, gefolgt von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

„Seit Jahren führt die hohe Nachfrage in den Ballungsräumen zu steigenden Wohnkosten. Daran hat auch die Corona-Krise nichts geändert“, sagt Vorstandschef Mühlbauer. „Allerdings fällt es einigen Menschen schwerer, hohe Wohnkosten zu schultern, weil sie pandemiebedingt Einkommenseinbußen erlitten haben, etwa durch Kurzarbeit“, so der Manager.

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