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Deutschland & Welt

Streit um Satelliten-Umlaufbahnen

Elon Musk und Jeff Bezos streiten um den Platz am Himmel. Es könnte um die Vorherrschaft beim schnellen Internet aus dem All gehen.

Eine Falcon 9-Rakete von SpaceX hebt ab. Sie ist der 17. von etwa 60 Satelliten für das Starlink-Breitbandnetzwerk von SpaceX.
Eine Falcon 9-Rakete von SpaceX hebt ab. Sie ist der 17. von etwa 60 Satelliten für das Starlink-Breitbandnetzwerk von SpaceX. © AP

Washington. Raumfahrtfirmen der beiden reichsten Männer der Welt streiten um Umlaufbahnen für ihre Internet-Satelliten. Das Unternehmen SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk will von der amerikanischen Telekom-Aufsicht FCC die Erlaubnis, hunderte Satelliten seiner Starlink-Flotte näher zur Erde fliegen zu lassen. Die Firma Kuiper, die dem Online-Händler Amazon von Jeff Bezos gehört und ebenfalls ein Netzwerk aus Satelliten zur Internet-Versorgung aufbauen will, kämpft dagegen an.

Solche Streitigkeiten werden meist ohne große öffentliche Aufmerksamkeit ausgefochten, doch Musk thematisierte den Konflikt am Dienstag auf Twitter. Er argumentierte, dass es nicht im öffentlichen Interesse wäre, Starlink heute zu behindern, während Amazons Satelliten-System "bestenfalls erst in einigen Jahren einsatzbereit" sein werde.

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Amazon konterte, dass die SpaceX-Pläne die Gefahr von Kollisionen im All erhöhen und Konkurrenten in dem Geschäft lähmen würden. "Es ist ganz klar im Interesse von SpaceX, den Wettbewerb im Keim zu ersticken, aber es ist ganz bestimmt nicht im öffentlichen Interesse", hieß es in einem Tweet von Amazon.

SpaceX will zur Internet-Versorgung rund um die Welt ein Netzwerk aus etwa 12 000 Satelliten aufbauen. Inzwischen sind mehr als 1000 davon im All. Sie sind in einer Höhe von rund 550 Kilometern unterwegs. Nun würde SpaceX gern weitere gut 2800 Satelliten, die eigentlich für eine doppelt so hohe Umlaufbahn vorgesehen sind, auch in dieser Höhe installieren. Niedrigere Umlaufbahnen sind von Vorteil: Kürzerer Weg für das Signal bedeutet mehr Tempo. Deswegen würde auch Amazon gern dort aktiv sein. Amazons Firma bekam bisher eine Flotte aus gut 3200 Satelliten von der FCC gebilligt, schoss aber noch keine hoch.

Musk und Bezos sind aktuell die mit Abstand reichsten Menschen der Welt - hauptsächlich durch den Wert der Beteiligungen an ihren Unternehmen. Musk kam nach Berechnungen des Finanzdienstes Bloomberg zuletzt auf ein Vermögen von 210 Milliarden Dollar, Bezos auf 194 Milliarden.

Revolution für die globale Internet-Versorgung

Nicht zuletzt dank Musks und Bezos' Faszination beim Thema All ist die Raumfahrt in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem Spielplatz für Milliardäre geworden. SpaceX entwickelte Raketen mit wiederverwendbaren Treibstoff-Stufen und eine Raumkapsel, die inzwischen auch für Flüge zur Internationalen Raumstation ISS genutzt werden. Musk ist aber auch bekannt für seinen Traum, den Mars zu besiedeln. Bezos peilt mit seiner privaten Firma Blue Origin zunächst Weltraum-Ausflüge an - spricht aber auch davon, dass die Menschheit mit der Zeit schmutzige Industrien ins All verlagern könnte, um die Umwelt zu schonen.

Die aktuellen Satelliten-Projekte sollen eine Revolution für die globale Internet-Versorgung werden: Schnelle Zugänge, egal wo man ist. SpaceX vermarktet aktuell Testzugänge für 99 Dollar im Monat - plus 499 Dollar Investition in eine Empfangsanlage.

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Der Aufbau eines Netzwerks aus tausenden Satelliten ist ein kostspieliges Unterfangen. Kuiper etwa sprach von Investitionen in einer Größenordnung von zehn Milliarden Dollar. Nicht alle können das Schultern - so musste im vergangenen Jahr der Konkurrent OneWeb Insolvenz anmelden, derzeit wird an einem Neustart unter neuen Eigentümern gearbeitet.

Aber für diejenigen, die im All ankommen, könnte es ein lukratives Geschäft werden: SpaceX rechnet laut Medienberichten damit, dass die Internet-Satelliten 30 Milliarden Dollar jährlich einbringen könnten. (dpa)

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