Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wirtschaft
Merken

Mehr Frauen erlernen "Männerberufe", mehr Männer eher frauentypische

Mehr Frauen gehen in die Landwirtschaft, mehr Männer werden Friseure. Die Vorlieben für geschlechterspezifische Ausbildungsberufe haben sich teils klar verschoben.

 2 Min.
Teilen
Folgen
NEU!
Immer mehr Frauen erlernen bisher männerdominierte Berufe wie in der Landwirtschaft. Mehr Männer drängen dafür in frauentypische Berufe.
Immer mehr Frauen erlernen bisher männerdominierte Berufe wie in der Landwirtschaft. Mehr Männer drängen dafür in frauentypische Berufe. © Matthias Rietschel (Archiv/Symbolfoto)

Wiesbaden. Die Vorlieben von Frauen und Männern für geschlechterspezifische Ausbildungsberufe haben sich in den vergangenen Jahren teilweise verschoben. So beginnen immer mehr Frauen eine Ausbildung zur Landwirtin, während immer mehr Männer das Friseurhandwerk lernen. Zwischen 2011 und 2021 stieg der Frauenanteil bei Ausbildungsverträgen in der Landwirtschaft von 12 auf 22 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag anlässlich des Girls' und Boys' Day (27. April) mitteilte. Insgesamt unterschrieben im Jahr 2021 rund 900 Frauen einen Ausbildungsvertrag zur Landwirtin. 2011 waren es gut 400 Frauen.

Am Steuer von Lkws stieg der Anteil angehender Berufskraftfahrerinnen von 4 auf 11 Prozent. Umgekehrt wuchs der Männeranteil im Friseurhandwerk. Für die traditionell eher frauendominierte Ausbildung schlossen 2021 knapp 2100 Männer einen Ausbildungsvertrag ab. Damit stieg der Anteil auf 32 Prozent bei den Neuverträgen. 2011 waren es mit rund 1.400 Männern nur 11 Prozent.

Grundsätzlich absolvieren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutlich mehr Männer als Frauen eine Berufsausbildung im dualen System. Von den knapp 466 200 Neuverträgen im Jahr 2021, wurden 64 Prozent von Männern abschlossen.

"Schön, dass sich was bewegt und mehr junge Frauen und Männer eine Berufswahl fernab von Geschlechterklischees treffen", sagte die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Elke Hannack. Dennoch bleibe der Frauenanteil bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen "erschreckend niedrig", weshalb die Arbeitgeber attraktiver für junge Frauen werden müssten. (dpa)