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Wirtschaft

Inflation erneut unter Null

Die Mehrwertsteuersenkung dämpft Teuerung. Sinkende oder gar negative Inflationsraten sind in der Regel ein Alarmsignal für Währungshüter.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum mit seinen 19 Staaten mittelfristig eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an.
Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum mit seinen 19 Staaten mittelfristig eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. © Boris Roessler/dpa

Wiesbaden. Die Inflation in Deutschland hat sich im Oktober unter der Nullmarke gehalten. Gedämpft von der Mehrwertsteuersenkung und sinkenden Energiepreisen lagen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Eine Jahresinflationsrate von minus 0,2 Prozent hatten die Statistiker auch im September errechnet. Im Juli lag die Rate bei Minus 0,1 Prozent.

Seit Juli gelten für ein halbes Jahr niedrigere Steuersätze. Damit will die Bundesregierung in der Corona-Krise den Konsum ankurbeln. Händlern und Dienstleistern steht es aber frei, ob und wie sie die niedrigeren Steuersätze an die Verbraucher weitergeben.

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Deutlich weniger als ein Jahr zuvor mussten Verbraucher im Oktober für Haushaltsenergie und Kraftstoffe zahlen (minus 6,8 Prozent). Die weltweite Nachfrage nach Rohöl ist in der Wirtschaftskrise infolge der Corona-Pandemie eingebrochen.

Gegenüber September stiegen die Verbraucherpreise im Oktober den vorläufigen Daten zufolge um 0,1 Prozent.

Sinkende oder gar negative Inflationsraten sind in der Regel ein Alarmsignal für Währungshüter. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum mit seinen 19 Staaten mittelfristig eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Das ist nach Einschätzung der Währungshüter weit genug entfernt von der Nullmarke.

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