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Messe mit Mundschutz

Mit den Fachveranstaltungen Cadeaux und Midora öffnet die Leipziger Messe erstmals seit dem Corona-Lockdown wieder ihre Hallen.

Schmuck hinter Plexiglas: Ein halbes Jahr lang hat die Corona-Pandemie das Messegeschäft in Leipzig lahmgelegt. Jetzt gibt es einen vorsichtigen Neubeginn in den Hallen.
Schmuck hinter Plexiglas: Ein halbes Jahr lang hat die Corona-Pandemie das Messegeschäft in Leipzig lahmgelegt. Jetzt gibt es einen vorsichtigen Neubeginn in den Hallen. © dpa/Sebastian Willnow

Von Sven Heitkamp

Leipzig. Seit mehr als 20 Jahren kommt die Gold- und Silberschmiede der Familie Büttner aus Quedlinburg auf die Leipziger Schmuck- und Uhrenmesse Midora. Diesmal aber ist alles etwas anders als sonst: Am Freitagnachmittag steht Kai Büttner noch an seinem Schmuckstand in Halle 5 und richtet Plexiglasscheiben an seinen Schauflächen in regelmäßigen Abständen aus. 

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„Die Besucher sollen in Ruhe ihren Schmuck auswählen können“, sagt der Firmeninhaber, der nun erstmals eine Menge Desinfektionsmittel bereithalten muss. Das Unternehmen ist beim Fachpublikum gut bekannt: Es hat die erste Lizenz Sachsen-Anhalts für Schmuck nach dem Abbild der Himmelsscheibe von Nebra erhalten und produziert damit markante Anhänger und Ringe. Büttners haben sich schon im Februar für die Messe angemeldet, noch ehe der Corona-Lockdown begann. „Wir haben auch nicht daran gezweifelt, dass wir herkommen wollen“, sagt Kai Büttner. „Ich gehe diesmal nur ohne allzu große Erwartungen in die drei Messe-Tage.“

Mit der Midora und der Geschenk- und Wohntrendmesse Cadeaux öffnet die Leipziger Messe an diesem Sonnabend erstmals seit März wieder ihre Hallen. Rund 350 Aussteller und Marken wollen sich bis Montag live präsentieren, dazu kommen bis zu 7.000 Fachbesucher an allen drei Tagen. Bis zu 5.800 Menschen sind jeden Tag auf den 23.000 Quadratmetern Messe-Flächen zugelassen. Eine Maskenpflicht gilt dabei nur, wenn es irgendwo zu voll und zu eng wird.

Um den Hygiene-Vorschriften trotzdem gerecht zu werden, hat die Messe einiges auf ihren Ausstellungsflächen geändert. Es gibt getrennte Ein- und Ausgänge, die Hauptwege sind fünf Meter breit, Displays mit Ampel-Bildern zeigen an, welche Toilettenbereiche schon besetzt sind. Mehr als 40 Desinfektionsspender stehen bereit, außerdem Automaten, die kostenlos Masken auswerfen. Regelmäßige Durchsagen erinnern an’s Abstandhalten. Die Hallenbelüftung führt zudem deutlich mehr frische Luft zu als sonst üblich, erklärt der Leiter für Technik und Infrastruktur der Messe, Björn Radu. Die Aussteller seien zudem angehalten, bei längeren Kundengesprächen Masken zu tragen und Kontaktflächen häufiger zu desinfizieren. Besucher mussten sich vorher online registrieren, damit man sie notfalls mit ihren Daten zurückverfolgen kann. „Wenn jemand größere Veranstaltungen unter höchsten hygienischen Standards durchführen kann, dann sind es Messe- und Kongressveranstalter“, betont Messe-Geschäftsführer Markus Geisenberger. 

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Sachsen hatte daher als erstes Bundesland überhaupt wieder Messen und Kongresse zugelassen. Daher werden Wirtschaftsminister Martin Dulig und Sozialministerin Petra Köpping (beide SPD) die Fachmesse am Samstagvormittag auch eröffnen. „Das Signal, dass wir jetzt wieder ins Messegeschäft starten, wird weit über den Freistaat hinaus interessiert wahrgenommen“, sagt Dulig. „Sachsen hat mit Leipzig einen der bedeutenden internationalen Messestandorte in Deutschland.“ In den vergangenen sechs Monaten waren wegen Corona fast 200 Veranstaltungen der Messe abgesagt oder verschoben worden, darunter auch die Buchmesse mit sonst einer Viertelmillion Besuchern. Nun stehen bis Jahresende noch rund 70 Messen und Kongresse auf dem Programm. Die Messegesellschaft rechnet allerdings damit, so Buhl-Wagner, dass nach dem Rekorderlös von 100 Millionen Euro im vorigen Jahr dieses Jahr nur etwa ein Drittel des Umsatzes zu erwarten sei.

Alle Entwicklungen zur Corona-Pandemie lesen Sie in unserem Newsblog.

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