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Wirtschaft

Ladenetz für E-Autos soll ausgebaut werden

Die teils geringe Reichweite und lange Batterieladezeiten bremsen die E-Mobilität. Ein flächendeckendes Schnellladenetz soll Abhilfe schaffen.

Bislang ist das Ladenetz für E-Autos in Deutschland sehr dürftig.
Bislang ist das Ladenetz für E-Autos in Deutschland sehr dürftig. © Jan Woitas/dpa

Berlin. Wer mit einem Elektro-Auto auf langen Strecken unterwegs ist, soll dieses künftig an weit mehr Standorten und schneller laden können. Bis zum Jahr 2023 sollen mit staatlicher Förderung 1000 schnelle Ladesäulen mit einer Leistung von über 150 Kilowatt zusätzlich entstehen. Die Grundlage für entsprechende Ausschreibungen legte der Bundestag am Donnerstagabend mit einem Gesetz. "Die nächste Schnellladesäule muss in wenigen Minuten erreichbar sein", sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

"Gerade das schnelle Laden mit über 150 Kilowatt ist für eine uneingeschränkte Reichweite von E-Autos entscheidend", betonte Scheuer. Nur mit einer flächendeckenden und nutzerfreundlichen Ladeinfrastruktur könne man die Menschen auf einen Umstieg auf klimafreundliche E-Autos bewegen.

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"Reichweitenangst" muss nicht sein

Auch aus Sicht des Autoverbandes VDIK ist die Entscheidung ein "wichtiger Baustein" für den Einsatzbereich von E-Autos. "Auch längere Fahrten werden künftig problemlos möglich sein, Reichweitenangst muss nicht mehr aufkommen", sagte VDIK-Präsident Reinhard Zirpel. Jetzt müsse der Aufbau möglichst schnell beginnen. Mit dem Gesetz könne die Ausschreibung beginnen und so ein flächendeckendes Netz bis 2023 geschaffen werden.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums gibt es aktuell erst rund 800 Ladepunkte mit mehr als 150 Kilowatt - etwa 2,4 Prozent der gesamten öffentlich zugänglichen Ladesäulen in Deutschland. Die Wirtschaft beklagt, derzeit könnten Ladesäulen noch nicht wirtschaftlich betrieben werden. Deshalb sind im Gesetz langfristige Verträge mit den Unternehmen geplant, die die "Schnellladehubs" nach einer europaweiten Ausschreibung errichten und betreiben sollen.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) befürchtet durch das Programm allerdings "einen Eingriff in das Marktgeschehen". Bei der Ausschreibung müsse daher sichergestellt sein, dass der privatwirtschaftliche Ausbau nicht gebremst und "keine zusätzlichen Anforderungen durch die Hintertür aufgeladen werden". Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) sieht das anders: "In Summe sorgen die Abgeordneten für fairen und lebendigen Wettbewerb", sagte VKU-Chef Ingbert Liebing. Positiv sei, dass sich nun auch mittelständische Stadtwerke an den Ausschreibungen beteiligen könnten.

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